29.03.2021 - 14:05 Uhr
SchmidmühlenOberpfalz

Mitgliedschaft beim Verein Naturpark Hirschwald steht in Schmidmühlen auf dem Prüfstand

Wenn es um die künftige Ausrichtung der Mitgliedschaft beim Verein Naturpark Hirschwald geht, gärt es derzeit im Marktgemeinderat Schmidmühlen. Dabei geht es um Projekte, die von den Mitgliedsgemeinden finanziell mitgetragen werden müssen.

Die Kunstwanderstation mit dem Salzschiff gilt in Schmidmühlen quasi als "Ortstafel" für den Naturpark Hirschwald. Dieser Verein erhält in der Marktgemeinde nun aber Gegenwind.
von Paul BöhmProfil

Für die Naturpark-Geschäftsführerin Isabel Lautenschlager war es eine Herzensangelegenheit, in der Sitzung des Marktgemeinderats Schmidmühlen für den Naturpark zu werben, auch wenn letztendlich die Frage offen blieben, wie sich die Kommune die weitere Zugehörigkeit zum Naturpark vorstellt. Eine Entscheidung dazu soll es in einer der nächsten Sitzungen geben.

Kernpunkt ist die künftige Ausrichtung des Naturparks, wenn der Naturparksitz von Ensdorf nach Hohenburg verlagert werden sollte. Der Markt hat bekanntlich schon vor geraumer Zeit seinen Hut für das neue Naturparkzentrum in den Ring geworfen – und die Chancen stehen gut, dass er Erfolg hat. Die Sanierung des denkmalgeschützten Ackerbürgerhauses (Marktplatz 10) könnte den Ausschlag geben, dass Hohenburg den Zuschlag für den Sitz des Naturparkzentrums bekommt. Eine Projektskizze, wie das Naturparkzentrum einmal ausschauen könnte, liegt bereits beim Bayerischen Umweltministerium zur weiteren Planung auf dem Tisch.

Aber auch die Ensdorfer wollen als Naturparkstandort weiterhin im Rennen sein, während der Standort Hirschwald selbst freilich nicht mehr in der Kandidatenliste zu finden ist.

Wie Bürgermeister Peter Braun informierte, zahlt der Markt Schmidmühlen derzeit jährlich etwa 9000 Euro für seine Naturpark-Mitgliedschaft. Weiterhin müssten sich die Naturparkgemeinden auf einen Personalkostenzuschuss in Höhe von etwa 2500 Euro für zusätzlich erforderliches Personal einstellen. In Schmidmühlen geht es jetzt um die Frage, in welcher Form und mit welchem Inhalt der Markt im Naturpark-Verein verbleiben will – oder auch nicht. Der Tenor in der Sitzung dazu: Ja zur Mitgliedschaft, aber keine weitere Beteiligung an Bau- und Personalkosten.

Geschäftsführerin Isabell Lautenschlager nutze die Gelegenheit, für den 2006 ins Leben gerufenen, etwa 28 000 Hektar großen Naturpark zu werben. Mitgliedsgemeinden sind derzeit Amberg, Kümmersbruck, Ensdorf, Rieden, Schmidmühlen, Hohenburg, Kastl, Ursensollen und Ebermannsdorf (ohne Flächen). Lautenschlager hob die Arten- und Biotopvielfalt hervor, nannte Waldfledermäuse und Waldameisen, Höhlenbrüter wie Wendehals und Wiedehopf, aber auch die Steinkrebse in Vils und Lauterach, um die man sich kümmere.

Der Naturpark habe aber auch eine Erholungsfunktion, sagte sie und nannte die Anschaffung von Ruhebänken, die Kunstwanderstation, Infotafeln und Hörstationen, die Beschilderung von Aussichtspunkten und den Hopfenwanderweg. Dazu kämen verschiedene Bildungsprojekte wie das Ferienprogramm mit den Naturpark-Rangern und Führungen sowie Malbuch und Memoryspiel für die Grundschüler. Aus dem Bereich der Regionalentwicklung führte sie ein Gewässerentwicklungskonzept, Werbung für Genussorte, Kunstausstellung und Naturparktag, der auf 2022 verschoben worden ist, weiterhin Projekte aus dem Bereich des Seniorenmosaiks und Marketing-Maßnahmen wie ein Imagefilm sowie zwei Eisengau-Bände.

„Das alles stellt einen Mehrwert für die Region dar, denn immerhin kamen seit der Gründung des Naturparks rund 800 000 Euro Fördergelder in die Region“, betonte die Naturpark-Geschäftsführerin.

Der Marktgemeinderat erließ eine neue Verordnung zum Schutz der Öffentlichkeit von Gefahren durch frei umherlaufende große Hunde und Kampfhunde. Die Tiere sind demnach in öffentlichen Anlagen und auf Wegen, Straßen und Plätzen stets an einer höchstens eineinhalb Meter langen zu führen. Dies betrifft die bebauten Ortsteile von Schmidmühlen und Emhof, soweit sie westlich der Staatsstraße 2165 gelegen sind. In Schmidmühlen gehört der Bereich der sogenannten Hochwasserfreilegung sowie des Sportplatzgeländes dazu. Im Bereich der Kinderspielplätze ist das Mitführen von Hunden grundsätzlich verboten. Die neu erlassene Hundehalterverordnung ist auf der Homepage der Gemeinde nachzulesen.

Wie Bürgermeister Peter Braun informierte, beginnt in den nächsten Wochen die Reparatur der Eisernen Brücke. Nach der Schließung der Postfiliale im alten Nettomarkt zum 1. April erhält die Poststelle erst zum 1. Juli ein neues Domizil bei Färbos in der Hauptstraße, kündigte er an. Was im zweiten Quartal geschieht, ist nach wie vor offen. Genehmigt wurde ein Bauantrag für ein Einfamilienwohnhaus mit Doppelgarage in der Scharltal-Straße in Winbuch. Angeregt wurde die Aufstellung von Ruhebänken im Bereich des Brunnlettberges, der Harschhofer Straße und vorübergehend gegenüber der Schlocht bei der Bushaltestelle.

Wie der Bürgermeister mitteilte, hat die Gemeinde im Zuge der Härtefallregelung vom Wasserwirtschaftsamt Zuschuss-Bescheide in Höhe von 179 000 Euro für den Wasserleitungsbau in der Imkerstraße erhalten. Für die Harschhofer Straße bekommt Schmidmühlen weitere Zuwendungen von 498 000 Euro. Von der Regierung der Oberpfalz fließen Fördermittel in Höhe von 29 000 Euro zur Erstellung einer Machbarkeitsstudie für den Sanierungsabschnitt vom Goldenen Anker bis zum Schoss-Stadl.

Eiserne Brücke muss saniert werden

Schmidmühlen
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