09.09.2021 - 17:39 Uhr
SchmidmühlenOberpfalz

Weitere Überschallknalle durch Eurofighter möglich

Genau wie am Dienstag waren am Donnerstag über dem südlichen Teil des Landkreises Amberg-Sulzbach wieder zwei Überschallknalle zu hören, wenn auch etwas leiser. Inzwischen weiß man mehr über die Quelle des Lärms.

Ein Eurofighter der deutschen Luftwaffe bei einem Flug.
von Markus Müller Kontakt Profil

Um 15.17 Uhr und um 15.29 Uhr waren am Donnerstag die typischen Geräusche, wenn ein Eurofighter die Schallmauer durchbricht, durch das ganze Vilstal hinauf bis nach Amberg zu hören. In Schmidmühlen konnte man den Verursacher sogar sehen: einen Eurofighter, der dann in Richtung Truppenübungsplatz Hohenfels abbog.

Dass nach den explosionsartigen Überschallknallen vom Dienstag weitere folgen würde, war abzusehen. Wie das Luftfahrtamt der Bundeswehr der Mittelbayerischen Zeitung mitteilte, unternimmt der Eurofighter-Hersteller Airbus derzeit nämlich Testflüge über Ostbayern. Diese dauerten noch etwa zwei Wochen an.

Über 12.000 Meter hoch

Der Schmidmühlener Bürgermeister Peter Braun hatte sich am Dienstag bei ebenjenem Amt über den Lärm beschwert. Er erhielt von dort die Antwort, ein Kampfflugzeug von Airbus habe am Dienstag den Bereich von Schmidmühlen überflogen und dabei um 15.36 Uhr sowie um 15.47 Uhr kurzzeitig Überschallgeschwindigkeit erreicht; beide Male in Höhen von gut 12.000 Meter. Der Testflug habe in keinem Zusammenhang mit dem Truppenübungsplatz Hohenfels gestanden.

Der Sprecher des Amtes schrieb an Braun wörtlich: „Ich bedauere außerordentlich, dass durch den Überschallknall möglicherweise Personen erschreckt wurden. Nach den uns vorliegenden Unterlagen erfolgte der Einsatz jedoch unter Beachtung der flugbetrieblichen Bestimmungen.“ Nach diesen Vorgaben sind Überschallflüge über Landgebieten etwa nur zu bestimmten Tageszeiten sowie bei einer Mindesthöhe von 10.800 Metern erlaubt.

Fast 1200 km/h schnell

Bei einem Überschallflug erreicht ein Flugzeug laut Luftfahrtamt der Bundeswehr eine Geschwindigkeit von mehr als 330 Metern pro Sekunde (rund 1188 km/h). Der Überschallknall entsteht durch Druckverdichtungen bei Erreichen der Schallgeschwindigkeit. Diese entladen sich durch Druckstöße, die sich kegelförmig hinter der Schallquelle ausbreiten. „Die Breite dieses Kegels kann bis zu 80 Kilometer betragen. Diese Druckstöße nehmen wir als Knall und Druckschwankungen wahr“, so der Sprecher.

Der Markt Schmidmühlen liegt im Bereich einer Überschallteststrecke, die in der Hauptsache durch die Wehrtechnische Dienststelle der Bundeswehr 61 und die Firma Airbus genutzt wird.

Laut der Mittelbayerischen Zeitung war der Eurofighter über Regensburg nach Schmidmühlen geflogen. Der Hersteller unternehme vor der Auslieferung an die Bundeswehr noch angemeldete Testflüge („Kalibrierungsflüge“) mit eigenen Piloten. Wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberpfalz auf AZ-Nachfrage sagte, führt Überschallknall auch immer wieder zu Anrufen verunsicherter Bürger bei der Polizei.

Am Dienstag hatte es bereits zwei Überschallknalle gegeben

Schmidmühlen

Ein Pfau war am Dienstag in Hohenburg Leidtragender des Überschallknalls

Hohenburg

So entsteht der Überschall-Knall

"Ich bedauere außerordentlich, dass durch den Überschallknall möglicherweise Personen erschreckt wurden. Nach den uns vorliegenden Unterlagen erfolgte der Einsatz jedoch unter Beachtung der flugbetrieblichen Bestimmungen."

Ein Sprecher des Luftfahrtamtes der Bundeswehr

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.