08.09.2021 - 10:00 Uhr
SchmidmühlenOberpfalz

Zwei Überschallknalle provozieren Beschwerden

Als am Dienstagnachmittag gegen 15.30 Uhr ein großer Knall die Fensterscheiben in der Region erzittern ließ, schauten die Amberger einigermaßen verunsichert gen Himmel. In Schmidmühlen dagegen wusste man schon, was da los war.

Ein Eurofighter startet zu einem Übungsflug.
von Markus Müller Kontakt Profil

Wer am Rande des Truppenübungsplatzes Hohenfels lebt, kann diese Symptome deuten: ein erschreckend lauter Knall aus der Luft, kurz danach ein Düsengeräusch und wer jetzt nach oben blickt, sieht einen Kondensstreifen, wie ihn etwa ein Eurofighter verursacht. „Hat wieder ein Überschalljäger nicht aufgepasst und mit Flugrichtung Truppenübungsplatz die Schallmauer durchbrochen“, denken sich die Schmidmühlener dann. Den Knall, der dabei entsteht, beschreiben Eingeweihte als „ähnlich wie bei einem Artillerieabschuss in unmittelbarer Nähe“.

So entsteht der Überschall-Knall

Der Schmidmühlener Bürgermeister Peter Braun zählt zu den Eingeweihten. „Aber wir hatten das jetzt schon lange nicht mehr gehört“, sagte er auf AZ-Nachfrage zu dem Knall, der über seiner Gemeinde besonders laut zu hören war. Denn eigentlich sei es verboten, dort die Schallmauer zu durchbrechen und dadurch den beschriebenen Lärm zu verursachen. Deshalb habe er sich beim ersten Knall zwar gewundert, aber nur gedacht: „Da hat mal wieder ein Jet nicht aufgepasst.“ Doch als das zweimal innerhalb einer Viertelstunde geschah, habe er das nicht mehr auf sich beruhen lassen wollen und sich bei den entsprechenden Stellen sowohl der US-Armee in Hohenfels als auch der Bundeswehr beschwert.

Von Schmidmühlen aus war kurz nach dem zweiten Knall gegen 16 Uhr deutlich ein Kondensstreifen am Himmel zu sehen.

„Nur beschweren bringt was“, ist Braun überzeugt. Er hoffe, dass viele Bürger seinem Beispiel folgten, damit das bei den zuständigen Stellen Eindruck mache. Denn eine Beschwerdestatistik mit vielen Einträgen gefalle weder der Bundeswehr noch der US-Armee und müsse auch bei den regelmäßigen Treffen mit den Bürgermeistern der Truppenübungsplatz-Anrainergemeinden diskutiert werden. Ganz abgesehen von der Verpflichtung der jeweiligen Stellen, innerhalb von 24 Stunden eine Rückmeldung zu geben.

Die Beschwerdenummern bei Lärmbelästigungen hat die Marktgemeinde Schmidmühlen auf ihrer Homepage veröffentlicht (unter Rathaus/Infos).

Auch auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr ist die Lärmbelästigung immer wieder ein Thema

Auerbach

"Nur beschweren bringt was."

Peter Braun, Bürgermeister von Schmidmühlen

Von Schmidmühlen aus war kurz nach dem zweiten Knall gegen 16 Uhr deutlich ein Kondensstreifen am Himmel zu sehen.

 

 

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