Die Geschichte des Forstamts in Schnaittenbach

Schnaittenbach
08.11.2022 - 14:40 Uhr
OnetzPlus

Eine bedeutende, im Landkreis einzigartige, staatliche Behörde liegt in Schnaittenbach: das Staatliche Bayerische Forstamt. Heute heißt es "Bayerische Staatsforsten - Forstbetrieb Schnaittenbach." Nach 75 Jahren ein Blick in die Geschichte.

Dieser Geburtstag ist für Hobbychronist Hans Grieger Anlass, einmal in die Geschichtsbücher des Bayerischen Forstamts in Schnaittenbach zu schauen. Das Amt in Schnaittenbach wird 75. In Chroniken und alten Aufzeichnungen wurde bereits 1490 ein Forstmeister in Schnaittenbach genannt. 1669 wurde der Bau eines "Forsthäuserls" direkt an der alten "Faschterer Brücke" neben dem Ehenbach genehmigt. In dieses erste Forsthaus in Schnaittenbach, dem sogenannten "Gresweberl-Anwesen", zog ein Jahr später der Förster Jakob Kraus ein. Der im Forstamt Schnaittenbach vereinte Staatswald war vor 1885 auf die königlichen Forstämter Wernberg, Amberg, Weiden und Vilseck aufgeteilt.

Im Zuge einer großen Forstreform wurden diese Forstämter neu abgegrenzt und die Reviere Freudenberg und Etzenricht zu Forstämtern erhoben. 1921 wurde das Forstamt Wernberg nach Pfreimd verlegt und in Schnaittenbach eine Forstamtsaußenstelle errichtet.

1942 wurde diese durch das Forstamt Pfreimd verwaltet, da der damalige Außenstellenleiter während des Zweiten Weltkriegs abberufen wurde.

1947: das Geburtsjahr

Im Jahre 1947 schlug die Geburtsstunde des Forstamts Schnaittenbach. Laut einem Schreiben des Forstamts Pfreimd aus dem Dezember 1947 wurde aufgrund der Neuorganisation des Regierungsforstamtes das Forstamt Schnaittenbach installiert. Im selben Jahr noch hat man das Forstamt Freudenberg wieder aufgelöst. Das Forstamt Schnaittenbach bestand zunächst aus Teilen der Schnaittenbacher Waldungen und dem Nordteil der Freudenberger Waldungen. 1960 kam dann der Distrikt Forstlohe vom Forstamt Etzenricht dazu und 1973 bei der forstlichen Gebietsreform der Südteil der Freudenberger Waldungen. 1995 beschloss der Ministerrat eine erneute Reform der Bayerischen Staatsforstverwaltung mit spürbarer Reduzierung der bis dahin existierenden 162 Forstämter.

Im Zuge einer weiteren Reform wurden 1999 die Forstämter Weiden und Vohenstrauß auf die umliegenden Forstämter aufgeteilt, wobei dem Forstamt Schnaittenbach die Staatswaldreviere Kohlberg und Weiherhammer zugeschlagen wurden.

Der Sitz des Schnaittenabcher Forstamts befand sich vor 75 Jahren in der Wernberger Straße an der B 14 mit dem Oberregierungsforstrat Heinrich Rammrath als Behördenleiter. Dieses Gebäude wurde 1841 ursprünglich als Wirtshaus erbaut, betrieben von der Familie Fleischmann.

Ein Blick in die Geschichte

Als Bierzeiger hing dort immer ein Fichtenbusch und da es dort auch immer lustig zuging, nannten die Leute dieses Wirtshaus "Rumpelbusch". Daher kommt auch der Hausname "Buschthoma" oder "Buschdamma", der den älteren Schnaittenbachern noch bekannt ist.

1852 richtete sich dort der königliche Oberförster Albert Angerer ein, auf den 1885 Oberförster Joseph Diepold folgte. Unter ihm wurden 1886 die Reviere Schnaittenbach, Neunaigen und Pfreimd, die früher alle nach Weiden gehörten, vereinigt und zum Forstamt Wernberg erhoben. Sein Sitz wurde nach Schnaittenbach verlegt und zwar hauptsächlich wegen des hier befindlichen ausgedehnten Staatsforstes.

Das Forstamtsbüro in der Wernberger Straße, in dem man im Jahre 1961 sieben Außenbezirke, rund 4000 Hektar Staatswaldfläche, etwa 517 Hektar Gemeinde- und rund 6500 Hektar Privatwald verwaltete, wurde allmählich zu klein.

Forstamt sucht neue Bleibe

Wegen des ungeeigneten Untergrunds aus Schwemmland nahe des Ehenbaches war eine bauliche Erweiterung nicht möglich. 1962 tauschte man mit verschiedenen Grundstückseigentümern einen Bauplatz und plante in der Wiesenstraße einen Forstamtsneubau.

1963 wurde seitens des Bayerischen Staates dort mit dem um die 200 000 DM teuren Bau begonnen, der zwei Jahre später fertiggestellt und im August 1965 bezogen wurde.

Dort waren die bisherigen Forstamtsleiter Heinrich Rammrath (1947 bis 1971), Heinrich Schätzler (1971 bis 1984), Hermann Siebler (1984 bis 1985), Heribert Stuiber (1985 bis 2001), Stefan Bösl (2001 bis 2005), Reinhard Lenz (2005 bis 2016), Rudolf Zwicknagel (2016 bis 2019). Seit August 2019 leitet Philipp Bahnmüller den Forstbetrieb Schnaittenbach. Das alte Forstgebäude in der Wernberger Straße wurde 1966 an Zahnarzt Karl Reinert veräußert, wobei beim Umbau zur Zahnarztpraxis der Forstamtsstadel an der B 14 abgerissen wurde. Mit der letzten Forstreform 2005 wurden dem Forstamt Schnaittenbach Waldungen vom Forstamt Sulzbach, vom Forstamt Pressath und Teile vom Forstamt Pfreimd zur Verwaltung zugeschlagen.

Neues Unternehmen gegründet

Außerdem hat man aufgrund eines Staatsforstengesetzes im Jahr 2005 das Unternehmen "Staatsforsten" gegründet und das Forstamt Schnaittenbach in Bayerische Staatsforsten -Anstalt des öffentlichen Rechts - Forstbetrieb Schnaittenbach- umbenannt.

Heute verwalten dort die Mitarbeiter unter Leiter Philipp Bahnmüller 24 000 Hektar Fläche, die sich auf fünf Landkreise der nördlichen Oberpfalz erstrecken. Sie sind zu 88 Prozent mit Nadel und zu 12 Prozent mit Laubwald bewachsen. Aus ihnen werden jährlich 5,6 Millionen Festmeter Holz geschlagen.

Übrigens: Das Gebiet hat einen hohen Naturschutzstandard. Denn hier leben Großvögel, wie der Fisch- oder der Seeadler, Kraniche und der Schwarzstorch. "Vor dem Hintergrund eines fortschreitenden Klimawandels gewinnt der Wald immer mehr an Bedeutung", so Bahnmüller.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:
 
 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.