07.10.2021 - 15:41 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Bald nicht mehr gratis: Was kosten Schnelltests künftig im Landkreis Schwandorf?

Wer einen kurzfristigen Nachweis will, dass er nicht an Corona erkrankt ist, muss bald dafür bezahlen. Die Preise für die Schnelltests werden im Landkreis Schwandorf unterschiedlich ausfallen, wie eine Umfrage ergibt.

Die täglichen Schnelltests bewegen sich im „dreistelligen Bereich“, berichtet der Schwandorfer Apotheker Viktor Hammer.
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

Im Landkreis Schwandorf gibt es zwei zentrale Anlaufstellen für PoC-Antigentests, also die sogenannten Corona-Schnelltests. Das ist zum einen das Schnelltest-Zentrum im Sepp-Simon-Stadion in Schwandorf (Nähe Landratsamt), zum anderen die City-Apotheke an der Meiserstraße im Schwandorfer Stadtzentrum, Nähe Adenauerbrücke. Hier, wie überall sonst, sind die Schnelltests noch kostenlos. Das soll sich zum 11. Oktober ändern.

Das Schnelltest-Zentrum im Sepp-Simon-Stadion wird seit April dieses Jahres in Kooperation vom Roten Kreuz und den Johannitern als Arbeitsgemeinschaft betrieben. Es ist seit Anfang September an den normalen Werktagen jeweils ab Mittag um 12 Uhr sieben Stunden geöffnet, am Samstag ab 9 Uhr dann fünf Stunden (sonntags geschlossen).

Bis zu 300 Probanden am Tag

In Spitzenzeiten sind dort 300 Probanden pro Tag aufgetaucht, um sich testen zu lassen. Dann gingen die Zahlen zurück, wohl auch wegen der Zunahme an Impfungen. „Je höher die Impfquote, desto geringer ist die Nachfrage nach Testungen,“ erläutert Andreas Kramer von den Johannitern den Zusammenhang.

Gegen Ende der Schulferien stieg die Nachfrage aber wieder an. Reiserückkehrer und Schüler gaben sich eine Zeitlang die Klinke in die Hand. „Die Schüler werden zwischenzeitlich in den Schulen getestet,“ so Kramer. Er ist sich auch nicht sicher, wie sich die Zahlen entwickeln, wenn ab dem 11. Oktober für den Test bezahlt werden muss, auch wenn der Preis bei den Hilfsorganisationen günstig ist. „Wir wollen nur zehn Euro, weil wir mit Ehrenamtlichen arbeiten können und wir mit so einem Preis auch über die Runden kommen.“ Kramer weiß, dass bei Apotheken mehr verlangt werden wird, „aber der Aufwand ist für einen Apotheker auch höher als für uns“.

Aufrecht erhalten will die Arbeitsgemeinschaft auch den Betrieb ihrer Teststellen auf dem flachen Land, etwa in Nabburg, in Schwarzenfeld, in Wernberg-Köblitz oder in Schönsee. Diese Teststellen sind immer nur einige Stunden pro Woche offen – in Nabburg beispielsweise Sonntagvormittag, wenn man sich in der Nordgauhalle testen lassen kann. „Daran werden wir erst einmal nichts ändern. Wir passen die Öffnungszeiten erst an, wenn wir sehen, dass die Nachfrage deutlich sinkt.“ Entsprechend werden Öffnungszeiten und Testorte im Internet unter www.etermin.net/coronatest regelmäßig aktualisiert.

40 Stunden in der Woche

Genauso lang wie im Schnelltest-Zentrum im Sepp-Simon-Stadion, nämlich 40 Stunden in der Woche, kann man sich bei der City-Apotheke in Schwandorf testen lassen. Allerdings schon vormittags, denn die Apotheke fängt damit täglich um 9 Uhr an, so dass sich Testmöglichkeiten zwischen 9 bis 12 Uhr sowie 13 bis 16, beziehungsweise 17 Uhr ergeben (am Samstag von 9 bis 13 Uhr). Anmelden muss man sich dazu nicht, was allerdings manchmal zu längeren Schlangen führt.

Dieses Angebot wird gut nachgefragt, wie Apotheker Viktor Hammer bestätigt. Die täglichen Tests würden sich im „dreistelligen Bereich“ bewegen, berichtet er. Um dieses Arbeitspensum zu bewältigen hat Hammer mehrere Helferinnen eingestellt, da in der Regel mindestens zwei, manchmal sogar vier Kräfte nötig sind, um dem Andrang Herr zu werden.

Es sind oft kleine Kinder oder Schüler, die getestet werden, nachdem sie vorher mit einem Infekt zu Hause bleiben mussten. „Meine Tochter will morgen wieder in den Kindergarten,“ erzählt eine junge Frau, die mit einem fünfjährigen Mädchen vor der City-Apotheke wartet, „sie hatte einen Schnupfen und muss jetzt einen Test nachweisen“.

„Für Kinder und Jugendliche bleibt der Schnelltest auch nach dem 11. Oktober kostenlos,“ erklärt Apotheker Hammer. „Weitere Ausnahmen gibt es für Schwangere und für Menschen, die sich nicht impfen lassen dürfen, weil sie vielleicht eine Autoimmunerkrankung haben.“ Für den Inhaber der City-Apotheke ist klar, dass er das Angebot für Schnelltests auch nach dem 11. Oktober beibehalten wird. Was dabei verlangt wird, steht noch nicht fest. Es wird voraussichtlich ein Betrag zwischen 15 und 20 Euro.

Zuschlag vom Freistaat

Damit liegen die Kosten für die Einzelnen etwa in der Höhe, mit der die Apotheken bislang mit der Kassenärztlichen Vereinigung abrechnen. Das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege hat dafür im März in einer Verfügung über die Durchführung von Antigen-Schnelltests festgelegt, dass 12 Euro pro Test-Leistung und höchstens 6 Euro je Test an Beschaffungskosten vergütet werden. Dazu gibt es einen vom Freistaat gezahlten Zuschlag in Höhe von 3 Euro. Die Kosten für Schutzkleidung der Apotheker werden nicht gesondert erstattet.

Die Testung mit Schnelltests umfasst neben dem Abstrich auch das Mitteilen des Ergebnisses und die Ausstellung einer Bescheinigung zum Befund - sowie im Falle eines positiven Testergebnisses den Hinweis, sich in einem Testzentrum oder einer Corona-Schwerpunktpraxis mittels PCR-Test „nachtesten“ zu lassen.

Auch andere Apotheken im Landkreis Schwandorf bieten derzeit die Schnelltest an, wenn auch nicht in diesem Umfang wie die Citiy-Apotheke in Schwandorf. Gut gefordert ist diesbezüglich die St.Barbara-Apotheke in Pfreimd. Apotheker Wolfgang Endres verspricht, mit den Test auch weiterzumachen, wen sie für die einzelnen kostenpflichtig werden. Er glaubt, dass die Zahlen sinken werden: „30 Prozent werden übrig bleiben.“ Wobei es jetzt schon ruhiger zugeht als früher. Aus diesem Grund hat er auch schon sein Testpersonal reduziert. Auf den künftigen Preis für einen Test angesprochen will sich Endres noch nicht ganz genau festlegen: „Wohl 10 bis 12 Euro.“

Weitere Apotheken, die Tests vornehmen, befinden sich in Bruck (St. Ägidius-Apotheke und Markt-Apotheke), in Nabburg (Paracelsus Apotheke), in Teublitz (Spitzweg-Apotheke), in Wernberg -Köblitz (St. Anna Apotheke), in Nittenau (Marien-Apotheke) und in Neunburg vorm Wald (Neue Apotheke). Sie alle wollen voraussichtlich ihr Testangebot auch nach dem 11. Oktober aufrecht erhalten.

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Das Schnelltest-Zentrum im Sepp-Simon-Stadion wird seit April dieses Jahres in Kooperation vom Roten Kreuz und den Johannitern als Arbeitsgemeinschaft betrieben. Es ist seit Anfang September an den normalen Werktagen jeweils ab Mittag um 12 Uhr sieben Stunden geöffnet, am Samstag ab 9 Uhr dann fünf Stunden (sonntags geschlossen).
Hintergrund:

Wer muss nicht für den Test zahlen?

  • Personen, die zum Zeitpunkt der Testung das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben
  • Personen die aufgrund einer medizinischen Kontraindikation (insbesondere Schwangerschaft) nicht geimpft werden können oder bis drei Monate vor der Testung nicht geimpft werden konnten
  • Personen, die sich zum Zeitpunkt der Testung aufgrund einer nachgewiesenen Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 in Absonderung befinden, wenn die Testung zur Beendigung der Absonderung erforderlich ist.
  • Studenten, die mit einem Impfstoff immunisiert worden sind, der in Deutschland nicht zugelassen ist

"Für Kinder und Jugendliche bleibt der Schnelltest auch nach dem 11. Oktober kostenlos.“

Apotheker Viktor Hammer

Apotheker Viktor Hammer

„Die Zahlen werden sinken werden, 30 Prozent werden übrig bleiben.“

Apotheker Wolfgang Endres

Apotheker Wolfgang Endres

„Je höher die Impfquote, desto geringer ist die Nachfrage nach Testungen.“

Andreas Kramer, Johanniter

Andreas Kramer, Johanniter

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