24.05.2020 - 11:03 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Immer noch Entgeltlücke zwischen den Geschlechtern

Durch die Corona-Krise blieb der Equal Pay Day in diesem Jahr ziemlich unbemerkt. Aber mit der Krise standen plötzlich systemrelevante Berufe im Fokus und damit Frauen, denn diese arbeiten hauptsächlich im systemrelevanten Bereich.

Der Statistik der Bundesagentur für Arbeit zufolge beträgt der Frauenanteil im Lebensmitteleinzelhandel 73 Prozent, beim Gesundheitspersonal sind es 76 Prozent und in der Kinderbetreuung sogar 92 Prozent.
von Externer BeitragProfil

Zeitgleich zum Beginn der Corona-Krise fand der diesjährige Equal Pay Day am 18. März statt. Bis zu diesem Tag im Jahr 2020 mussten Frauen arbeiten, um auf den Verdienst der Männer im Jahr 2019 zu kommen. Durch die Corona-Krise blieb dieser Tag ziemlich unbemerkt.

Aber mit der Krise standen plötzlich systemrelevante Berufe im Fokus und damit Frauen, denn diese arbeiten hauptsächlich im systemrelevanten Bereich. Laut dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung liegt der Frauenanteil in den systemrelevanten Berufsgruppen bei knapp 75 Prozent. Der Statistik der Bundesagentur für Arbeit zufolge beträgt der Frauenanteil im Lebensmitteleinzelhandel 73 Prozent, beim Gesundheitspersonal sind es 76 Prozent und in der Kinderbetreuung sogar 92 Prozent.

Die Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Agentur für Arbeit Schwandorf, Dorothea Seitz-Dobler

Die Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Agentur für Arbeit Schwandorf, Dorothea Seitz-Dobler, legt den Finger in die Wunde: „Gerade die ,Frauen-Berufe‘ gelten zwar inzwischen als systemrelevant, trotzdem zeigt sich immer noch eine Entgeltlücke zwischen den Geschlechtern“.

Auch zuhause stehen Frauen aktuell vor großen Herausforderungen. In Familien mit Kindern müssen diese wegen der Schließung von Kitas und Schulen tagsüber betreut, versorgt und zum Teil unterrichtet werden. Gleichzeitig soll eigentlich der Job - meist im Homeoffice - erledigt werden und auch die Haushaltsarbeit wird nicht weniger. Befragungen zeigen, so Dorothea Seitz-Dobler, die zusätzliche Sorgearbeit übernimmt in Familien mit zwei Erziehenden in den meisten Fällen die Frau, die schon vor Corona durchschnittlich 1,5 Stunden täglich mehr damit verbracht hat als ein Mann.

Um das alles unter einen Hut zu bringen, schränken sich Frauen in ihrer Erwerbsarbeit ein, was finanzielle Einbußen und weniger Rente bedeutet. Da die meisten Mütter in Teilzeit oder in Minijobs arbeiten, sind sie von den ökonomischen Folgen der Krise besonders stark betroffen. Dazu kommt, dass die verheirateten Mütter meist die unliebsame Steuerklasse V haben und sich das Kurzarbeitergeld nach dem Nettoverdienst rechnet, der in Steuerklasse V geringer ausfällt als in Steuerklasse III.

Im Agenturbezirk Schwandorf bietet Dorothea Seitz-Dobler immer wieder Informationsveranstaltungen zu den Themen „Beruflicher Wiedereinstieg, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Bewerbungsstrategien und Rente“ an. „Dieses Veranstaltungsformat muss nun leider entfallen“, bedauert die Beraterin der Agentur für Arbeit. Allerdings können sich Frauen jederzeit per Telefon oder Mail bei ihr melden, die Fragen zu diesem Themenkomplex haben. Unter der Telefonnummer 09431 200-250 oder per Mail an schwandorf.bca[at]arbeitsagentur[dot]de ist sie von Montag bis Freitag erreichbar.

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