03.10.2021 - 19:55 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Markus Söder zur Wahlanalyse in Schwandorf

Die Diskussion mit dem Ministerpräsidenten war angeregt und aufschlussreich, wenn man Stimmen aus der nichtöffentlichen CSU-Sitzung Glauben schenkt. Es ging unter anderem um einen möglichen Kardinalfehler im Bundestagswahlkampf.

Bundestagsabgeordnete Martina Englhardt-Kopf (links) bei der Diskussion mit CSU-Chef Markus Söder (Mitte) und Bezirksvorsitzendem Albert Füracker (rechts).
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

Unter Vorsitz von CSU-Bezirksvorsitzendem Albert Füracker kam am Wochenende in der Schwandorfer Oberpfalzhalle der CSU-Bezirksvorstand zusammen. Als besonderer Gast war der bayerische CSU-Vorsitzende und Ministerpräsident Markus Söder aus München angereist.

Söder nahm sich zwei Stunden Zeit, um mit seinen rund 50 Parteifreunden - unter ihnen die neu gewählte Schwandorfer Bundestagsabgeordnete Martina Englhardt-Kopf - über die zurückliegende Bundestagswahl zu sprechen.

Wie aus Teilnehmerkreisen zu hören war, sei intensiv diskutiert worden. Die Kritik der Anwesenden habe sich wegen des schlechten Abschneidens der Union nicht an Söder festgemacht, hieß es. Allerdings habe man im April 2021 die Chance verpasst, sich gut aufzustellen. Zur Erinnerung: Am 20. April hatte Söder seine Bewerbung für die Unions-Kanzlerkandidatur zurückgezogen und Armin Laschet von der CDU den Vortritt gelassen.

Bei der Bundestagswahl am 26. September kam die CSU in Bayern dann auf 31,7 Prozent. Damit lagen die Christsozialen deutlich hinter ihrem Resultat vor vier Jahren: Bei der Bundestagswahl 2017 hatte die CSU bei den Zweitstimmen 38,8 Prozent erzielt. Der Wert dieses Mal war das schlechteste Ergebnis bei einer Bundestagswahl seit 1949 (damals 29,2 Prozent), brachte die Partei aber im Bund knapp über die Fünf-Prozent-Hürde. Bei den Erststimmen haben die Christsozialen 45 der 46 Direktmandate im Freistaat gewonnen.

Die CSU hat in der Oberpfalz alle Direktmandate in den vier Wahlkreisen verteidigen können. Allerdings haben die Direktkandidatinnen und Kandidaten auch Verluste hinnehmen müssen. Über die Liste ziehen sieben Oberpfälzer ein.

So lief der Wahlabend für die CSU

München

Die CSU-Direktkandidatin im Wahlkreis Schwandorf, Martina Englhardt-Kopf, die zum ersten Mal angetreten war, erreichte 35,1 Prozent. Das bedeutete ein Minus von 13,4 Prozentpunkten für das Direktmandat der CSU im Vergleich zur Bundestagswahl 2017. Damals war Karl Holmeier angetreten, der sich diesmal nicht mehr zur Wahl stellte.

Englhardt-Kopf führt ihr Ergebnis unter anderem auf die höhere Zahl an Direktbewerbern im Wahlkreis zurück. Zudem müsse sie als neue Kandidatin in diesem großen Flächenwahlkreis erst einmal einen Bekanntheitsgrad aufbauen, was eine ungleich schwierigere Ausgangslage bedeute.

Mit reinem kleinen Geschenk der oberpfälzischen Parteifreunde im Gepäck machte sich der CSU-Chef schließlich wieder auf den Weg - diesmal zum Bezirksvorstand Schwaben, wo ihm das gleiche Gespräch bevorstand.

Hintergrund:

CSU-Bezirksverband Oberpfalz

  • 19 200 Mitglieder und somit zweitstärkster Verband in Bayern
  • 10 CSU-Kreisverbände, 450 CSU-Ortsverbände
  • Fast 500 Verbände in den Arbeitsgemeinschaften und Arbeitskreisen der CSU
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