02.07.2020 - 15:03 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Test-Offensive bei den Unternehmen

Die Großmetzgerei Wolf hat "an allen Standorten seine ohnehin sehr strengen Hygiene-Maßnahmen für die Mitarbeiter nochmals verschärft", wie der Betrieb auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien versichert. Der Staat will das nun überprüfen.

Mit neuen Tests wollen die Gesundheitsämter auf Anweisung ihrer Ministerin Melanie Huml herausfinden, ob die hohe körperliche Belastung in fleischverarbeitenden Betrieben oder die Arbeit bei ungünstigen Klimabedingungen mögliche weitere Risikofaktoren für eine Corona-Infektion darstellen.
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

Nicht nur mit Blick auf die massenhaften Ansteckungen beim nordrhein-westfälischen Metzgereikonzern Tönnies sah sich in diesen Tagen die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml veranlasst, von einer "erweiterten Testoffensive bei Schlachthöfen sowie bei Zerlege- und Fleischverarbeitungsbetrieben" zu sprechen, die starten werde.

Getestet werden 33 ausgewählte Fleischbetriebe. Darunter sind 9 Schlachthöfe, 12 Zerlegebetriebe sowie 12 Betriebe mit dem Schwerpunkt auf der Herstellung von Fleischerzeugnissen und Wurstwaren. "Dabei wollen wir auch herausfinden, ob die hohe körperliche Belastung oder die Arbeit bei ungünstigen Klimabedingungen mögliche weitere Risikofaktoren für eine Corona-Infektion darstellen", so die Ministerin.

Die Schwandorfer Wolf-Firmengruppe gehört zu den bedeutendsten Herstellern von Fleisch- und Wurstspezialitäten in Deutschland. In dem Unternehmen zeige man sich verantwortungsbewusst, wie Geschäftsführer und Inhaber Christian Wolf versichert: "Bei Wolf wurden die bereits sehr strengen Hygienemaßnahmen für die Mitarbeiter nochmals verschärft." Und zwar an allen Standorten. Wolf erläutert, es würden unter anderem "eine konsequente Abstandsregelung, Trennung der Schichten sowie das Rotationsprinzip in der Belegschaft" für zusätzlichen Schutz sorgen. "Zudem werden bei allen Personen bei Zutritt zu unseren verschiedenen Standorten die Körpertemperatur mittels eines Infrarot-Thermometers gemessen," heißt es ergänzend.

Gewerbeaufsicht zuständig

Wie Hans Prechtl als Pressesprecher des Schwandorfer Landratsamts ausführte, obliege die Kontrolle von Fleischerei-Betrieben und damit die Lebensmittelüberwachung nicht dem Gesundheitsamt, das zum Landratsamt gehört - sondern dem Veterinäramt als Teil der Gewerbeaufsicht. "Lebensmittelrechtliche Kontrollen haben auch bei der Firma Wolf stattgefunden", wusste Prechtl. "Solche Kontrollen umfassen aber nicht die Unterbringung der Mitarbeiter. Dafür ist das Gewerbeaufsichtsamt zuständig." Das ist wiederum bei der Regierung der Oberpfalz angesiedelt.

Kritik an Verbot von Werkverträgen: Hier der Artikel

Schwandorf

So erklärt für diese staatliche Behörde deren Sprecher Markus Roth, "dass wir ein Augenmerk auf Firmen haben, die derzeit im Fokus stehen". Aber man könne solche Kontrollen nicht vorab ankündigen, meinte er, weshalb er sich hier eher bedeckt halten wollte. Allerdings gehe es bei den Überprüfungen des Gewerbeaufsichtsamtes nicht um den Infektionsschutz. "Wir kontrollieren zum Thema Arbeitsschutz, also beispielsweise auch die Unterkünfte der Beschäftigten."

Was die bayerische Gesundheitsministerin Huml meinte, war die Überprüfung der Betriebe mit Blick auf den Infektionsschutz. Da wären dann die Gesundheitsämter vor Ort gefragt, die zu den Landratsämtern gehören.

Plan für die Landratsämter

Huml hatte vor einigen Tagen angekündigt, dass für die umfassenden Testungen der Mitarbeiter dieser Unternehmen den betroffenen Kreisverwaltungsbehörden (also den Landratsämtern) "ein Beprobungsplan übermittelt" werde. Die Proben würden dann am Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit untersucht. Auf Nachfrage gab Hans Prechtl an, dass am Schwandorfer Landratsamt noch nicht über derartige Beprobungspläne gesprochen worden sei.

Die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml – hier bei einem Arbeitsbesuch im Landkreis – kündigte verstärkte Tests an.
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