08.04.2020 - 16:54 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Jetzt über 300 Corona-Fälle im Landkreis Schwandorf

Im Landkreis Schwandorf ist die Zahl der positiv auf das Coronavirus getesteten Personen am Mittwoch auf über 300 angestiegen. Es gibt neue Aufgaben für den Krisenstab.

Voraussichtlich ab nächster Woche werden im Landkreis drei weitere Abstrichzentren entstehen.
von Claudia Völkl Kontakt Profil

Mit 20 neuen Fällen seit der letzten Mitteilung am Dienstag beträgt die aktuelle Zahl 303. "Einer der heutigen Fälle stellte die Behörde vor eine neue Herausforderung", betont der Pressesprecher des Landratsamtes, Hans Prechtl. Betroffen sei eine in einem Altenheim untergebrachte Person, die keiner stationären Behandlung bedürfe. Aufgrund einer Demenzerkrankung könne die umtriebige Person nur dann in ihrem Zimmer isoliert werden, wenn Vorkehrungen getroffen würden, dass ein eigenmächtiges Verlassen des Zimmers nicht möglich sei. Dafür ist laut Prechtl ein Beschluss des Vormundschaftsgerichts erforderlich.

Da der Landkreis Schwandorf flächenmäßig sehr groß ist, werden neben dem lokalen Testzentrum im Sepp-Simon-Stadion in Schwandorf voraussichtlich ab nächster Woche drei weitere Abstrichzentren in Nabburg, Oberviechtach und Burglengenfeld entstehen. "Ziel dieser Maßnahme, die vom Versorgungsarzt organisiert wird, ist das Bestreben, dass sich die hausärztlichen Praxen wieder verstärkt den nicht Corona verdächtigen Patienten kümmern können und dort keine Abstriche gemacht zu werden brauchen", erläutert Hans Prechtl.

Da nicht alle positiv getesteten stationären Patienten bis zur völligen Ausheilung im Krankenhaus bleiben können, seien Einrichtungen zu ertüchtigen, die Personen, die aus dem Krankenhaus entlassen werden, aber sich nicht oder noch nicht selbständig zu Hause versorgen können, als Zwischenquarantäne dienen. "Entsprechende Prüfungen, welche Heime oder sonstige Häuser dafür in Frage kommen, sind angelaufen", so der Behördensprecher.

Mit dem schönen Wetter steigen auch die Verstöße gegen die geltenden Ausgangsbeschränkungen. War am Dienstag noch von 50 Anzeigen die Rede, liegen dem Landratsamt am Mittwoch rund 100 Anzeigen vor. "Diese Zahl darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung an die staatlichen Vorgaben hält und gelassen damit umgeht", relativiert Prechtl. Der ARD-Deutschland-Trend errechnet in zwei Befragungen eine stabile und sehr hohe Zustimmung von 93 und 95 Prozent für die Regelung, dass man sich aktuell nur noch in der eigenen häuslichen Gemeinschaft oder mit einer weiteren Person treffen darf. "Ostern wird eine Bewährungsprobe sein, trotz bestem Wetter die klassischen Ausflugsziele zu meiden", meint Hans Prechtl.

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