28.07.2021 - 09:20 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Vergabe von Grundstücken: In Schwandorf bleibt es beim Windhundverfahren

Soll ein Bauinteressent bei der Vergabe von Grundstücken bevorzugt werden, wenn er in Schwandorf wohnt und sich hier ehrenamtlich engagiert? Die SPD-Stadtratsfraktion sagt „Ja“, die Mehrheit im Gremium lehnt dagegen dieses Modell ab.

Wenn im Herbst die Grundstücke im Baugebiet "Hasenbuckel Ost" in Schwandorf-Fronberg vergeben werden, gilt weiter das "Windhundprinzip". Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

Bei der Vergabe von Grundstücken bleibt es in Schwandorf beim „Windhundverfahren“: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Armin Rank von der Stabstelle „Wirtschaftsförderung“ ist im Rathaus zuständig für Grundstücksfragen und verteidigte bei der Stadtratssitzung das bestehende Vergabesystem. Die SPD hatte hingegen einen Antrag gestellt, ein "Einheimischenmodell" einzuführen, um Personen, die in der Stadt wohnen und sich hier ehrenamtlich engagieren zu bevorzugen.

Die Verhältnisse in Schwandorf seien nicht vergleichbar mit den Ballungszentren, in denen der Immobilienmarkt unter Druck stehe, betonte Rank. Dort verfahre man nach einem Punktesystem, um den Einheimischen den Zugriff auf Grundstücke zu erleichtern.

Nachfrage beruhigt sich rasch

„In Schwandorf sind die Verhältnisse anders“, führte Armin Rank aus. Hier blieben einheimische Interessenten „nicht außen vor“. Die anfangs hohe Nachfrage nach Grundstücken in neu erschlossenen Baugebieten beruhige sich rasch, viele Reservierungen gingen später wieder zurück. Beim Baugebiet „Schlossacker“ in Haselbach beispielsweise seien von den ursprünglich elf Reservierungen am Ende nur drei Kaufabschlüsse übriggeblieben.

Armin Rank kam deshalb zu dem Schluss: „Das bestehende Vergabesystem hat sich bewährt und wird von den Interessenten auch akzeptiert“. Es biete jedem Bürger die Möglichkeit zum Grundstückserwerb. Gerade denjenigen, die, aus welchen Gründen auch immer, wieder in ihre Heimat zurückkehren wollen.

SPD schlägt Punktesystem vor

SPD-Fraktionsvorsitzender Franz Schindler verteidigte seinen Antrag. Ziel sei es, Kriterien für die Vergabe zu erstellen, sollte die Nachfrage nach Grundstücken das Angebot übersteigen. Das praktizierte „Windhundverfahren“ hält Schindler für „mittelalterlich und ungerecht“. Er schlägt ein Punktesystem vor, das Herkunft, Einkommen und ehrenamtliches Engagement berücksichtige. Über die Vergabe sollte dann eine Kommission entscheiden, die sich aus Mitgliedern der Stadtratsfraktionen zusammensetzt.

Oberbürgermeister Andreas Feller will an der geltenden Praxis festhalten, denn sie sei „transparent“. CSU-Fraktionssprecher Andreas Wopperer nannte das "Einheimischenmodell" zwar „auf den ersten Blick sympathisch“, bezweifelte aber, „ob die verschiedenen Kriterien mehr Transparenz schaffen werden“. Er befürchtete das Gegenteil: „Das verkompliziert die ganze Angelegenheit nur“. Auch die anderen Fraktionssprecher sahen dies so und lehnten das beantragte Modell gegen die Stimmen der SPD ab.

In Schirmitz gilt das "Einheimischenmodell"

Schirmitz
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.