26.09.2021 - 08:57 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Mit viel Geld Pandemiefolgen im Landkreis Schwandorf abfedern

Für das Centrum Bavaria Bohemia waren die letzten eineinhalb Jahre eine harte Zeit. 2020 musste eine Veranstaltung nach der anderen abgesagt werden, wie CeBB-Chefin Veronika Hofinger berichtet. Die Einrichtung bittet für 2022 um viel Geld.

Die Pandemie erzwang auch im Centrum Bavaria Bohemia neue Veranstaltungsformen, etwa die Arbeit in Form eines virtuellen Studios. CeBB-Leiterin Veronika Hofinger, links am Stehpult, eröffnete in diesem Beispiel gerade ein Diskussionsforum.
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

Der Ausschuss für Kreisentwicklung, Umweltschutz, Touristik, Sport und Kultur verlangte von den Mitgliedern und der Kreisverwaltung wieder gutes Sitzfleisch, denn mit fast 20 Tagesordnungspunkten war bei der Zusammenkunft im Landratsamt ein enormes Pensum zu bewältigen. Rund 80 000 Euro wurden dabei von den Räten an freiwilligen Zuschüssen des Kreises für kulturelle Einrichtungen und Initiativen verteilt.

Dabei wird dieser Geldfluss nicht von allen Kreisräten grundsätzlich für gut gehalten. Christina Bauer von der CWG (Christliche Wählergemeinschaft) und AfD-Rat Klaus Schuhmacher stimmten gegen jeden der vorliegenden Zuschussanträge, die in der Folge alle mit 10:2-Stimmen angenommen wurden. Bauer betonte zwar, sie finde die Arbeit besonders im Centrum Bavaria Bohemia „gut“, aber da der Landkreis „ohne Konzept für eine Begrenzung seiner Ausgaben“ sei, könne sie nicht zustimmen, bevor nicht so ein Konzept vorliege.

Als erste Referentin trat Veronika Hofinger auf. Die Leiterin des Centrum Bavaria Bohemia in Schönsee nahm in ihrem Bericht die Ausschussmitglieder unter anderem mit in das Jahr 2020, das mit seinen Pandemie bedingten Einschränkungen das CeBB hart getroffen hat. „86 Veranstaltungen wurden abgesagt,“ informierte sie, „44 Veranstaltungen gingen in Präsenz über die Bühne, 15 Veranstaltungen in digitaler Form“. Auch andere Formen der Netznutzung wurden vom CeBB verstärkt eingesetzt, die Seite bbkult.net verzeichnete im Jahr 2020 durchschnittlich 4000 Besucher im Monat.

Wichtiges Thema für das CeBB ist die Beschäftigung mit dem „Grünen Band“. Das „Grüne Band“ schlängelt sich auf dem Grenzstreifen des vor 30 Jahren gefallenen Eisernen Vorhangs nicht nur zwischen Bayern und Tschechien, sondern als europäisches Grünes Band vom Nordkap bis zum Schwarzen Meer: Ein Netz aus Biotopen, historisch geprägten Kulturlandschaften, mit Spuren untergegangener Ortschaften und historischer Landnutzung zeugen ebenso wie Ruinen der Grenzwachkasernen von der Vergangenheit.

Einen laut Landrat und neuen CeBB-Trägervereinsvorsitzenden Thomas Ebeling „wichtigen Beitrag zur grenzenüberschreitenden Kulturarbeit und Völkerverständigung“ leiste das Projekt „Kultur ohne Grenzen – Begegnung Bayern Böhmen“. Es schlägt im Jahr 2022 mit Kosten von 65 000 Euro zu Buche, die Hälfte zahlt der Deutsch-Tschechische Zukunftsfonds. Mit 25 000 Euro des Landkreises wünscht sich der Trägerverein eine weitere Finanzspritze der öffentlichen Hand – die dann von den Räten auch gewährt wurde.

Sogar noch mehr Geld erhält das Landestheater Oberpfalz, das bei der Sitzung von Geschäftsführer Wolfgang Meidenbauer vertreten wurde. Um den Spielbetrieb 2022 zu gewährleisten, beantragte das LTO erfolgreich Mittel in Höhe von 30 000 Euro beim Landkreis Schwandorf. Auch die Theaterkompanie wurde von Corona arg gebeutelt, wie sich den Worten Meidenbauers entnehmen ließ.

Dafür ging es heuer wieder steil bergauf: Der Theaterbetrieb weist für 2021 bereits 12 Produktionen auf, mit 88 Veranstaltungsterminen an 8 Veranstaltungsorten. Im Landkreis Schwandorf hat sich laut Meidenbauer besonders die Zusammenarbeit mit dem Freilandmuseum als Spielort bewährt.

Hans Fischer bat um 5000 Euro für die „Akademie Ostbayern-Böhmen“, die ebenfalls gewährt wurden. Die Akademie hat ihren Sitz in Neunburg vorm Wald. Sie ist laut Fischer eine Bildungseinrichtung, die die gesamte Öffentlichkeit anspreche: „Sie vermittelt Informationen, damit ein Bewusstsein entwickelt werden kann für Themen, die im Natur- und Kulturraum entlang der bayerisch-böhmischen Grenze bedeutsam sind.“

Kleinere Beträge fließen an die Stadt Schwandorf für den Umbau des Stadtmuseums und das „Ovigo-Theater“ Oberviechtach (je 2000 Euro). Weitere 2000 Euro gehen ebenfalls nach Oberviechtach, um das dortige „Dr.-Eisenbarth-Festspiel“ zu unterstützen.

Erwähnenswert sind noch jene 6000 Euro, die im Jahr 2022 dem „Opernfestival Oberpfalz“ zugute kommen. Auch wenn im nächsten Jahr noch keine Oper des Festivals im Landkreis Schwandorf aufgeführt wird, so steht der Landkreis spätestens im Jahr 2023 auf dem Spielplan. Wie es beim Ausschuss etwas geheimnisvoll hieß, werde das Festival dann „in einer außergewöhnlichen Location im Landkreis“ stattfinden.

Ende Juli 2021 Neuwahl im Trägerverein

Schönsee

CeBB-Chefin Veronika Hofinger

"Wichtiger Beitrag zur grenzenüberschreitenden Kulturarbeit und Völkerverständigung

Thomas Ebeling, Landrat und Vorsitzender des CeBB-Trägervereins

Thomas Ebeling, Landrat und Vorsitzender des CeBB-Trägervereins

 

 

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