25.05.2020 - 11:43 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Zitronenmelisse hilft beim Verjagen von Ängsten

Sonja Berger schwört auf die Wirkung von Wildkräutern. Die "ganzheitliche Lebensberaterin" aus Schwandorf sieht vor allem in der Zitronenmelisse "einen mächtigen Helfer und Verbündeten".

In Vorträgen und Kursen will Jeanette Ring die Neugierde und Begeisterung für Wildkräuter wecken.
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

Sonja Berger ist überzeugt: "Ihr Duft beruhigt die Sinne und Nerven und vertreibt Angst und Sorgen". Das milde, zart nach Zitronen duftende Aroma mache die Zitronenmelisse zu einem beliebten und vielseitigen Gewürzkraut. Die Kräuterexpertin empfiehlt die Arzneipflanze bei nervöser Unruhe, Krämpfen, Magen- und Darmbeschwerden und Übelkeit. Sie soll auch beim Einschlafen helfen.

Vielen ist die Zitronenmelisse vor allem als Tee bekannt - pur oder gemischt mit anderen Kräutern. Sie eignet sich aber auch als schmackhafte Zutat für zahlreiche Gerichte und für Süßspeisen. Bei frisch zubereiteten Blatt- oder Obstsalaten seien die frisch von der Pflanze gezupften Blätter den getrockneten vorzuziehen, denn: "Getrocknete Melisse büßt einiges an Aroma ein". Die Zitronenmelisse eigne sich auch als Zutat für Marmelade oder Gelees, so Berger. Dressings, Dips oder Soßen verleihe das Würzkraut eine frische Note.

Ursprünglich stammt die Pflanze aus dem Mittelmeerraum und wurde häufig in Klostergärten angebaut. Sie gilt als Bienenweide und wurde früher gern neben Bienenstöcken angepflanzt. Eine Ernte ist den ganzen Sommer möglich. Kurz vor der Blüte schmeckt das Kraut besonders aromatisch.

Für einen entspannenden Teeaufguss wird ein Esslöffel des getrockneten Krauts mit 250 Milliliter kochendem Wasser überbrüht und nach fünf Minuten Ziehzeit abgeseiht. Mit diesem Wissen brauten die Heilkundigen den berühmten "Kosterfrau-Melissengeist" als Universalheilmittel und Lebenselixier. Nicht umsonst heißt es: "Wenn du mal nicht mehr weiter weißt, gönne dir einen Melissengeist".

Die Oberviechtacher Museums- und Kräuterpädagogin Jeanette Ring schätzt den Vitamin-C-Gehalt im Giersch und stellt mit dem Wildgemüse "eine erfrischende Limonade her, "die auch Kinder gerne trinken". Die Zutaten: Ein Liter Apfelsaft, zehn Gierschblätter, drei Stängel Zitronenmelisse, drei Stängel Pfefferminze, zehn Blätter Gundermann und ein Liter spritziges Mineralwasser.

Die Zubereitung funktioniert dann so: Kräuter waschen, abtrocknen und in eine Karaffe mit Apfelsaft geben. Eine Zitrone in Scheiben schneiden und dazu geben. Mindestens drei Stunden ziehen lassen und dann mit dem Mineralwasser aufgießen.

Jeanette Ring sammelt auch gerne Bärlauch und macht daraus eine Käsecreme. Sie nimmt dazu 200 g Feta-Käse, 100 Gramm saure Sahne, eine Handvoll klein geschnittenen Bärlauch, Salz, Pfeffer und Zitronensaft und vermengt die Zutaten in einer Schüssel. Abgeschmeckt wird die cremige Masse mit Salz, Pfeffer und etwas Zitronensaft. Die Köchin verfeinert das Ganze mit Scheiben von hart gekochten Eiern. Den Bärlauch findet sie in lichten Laubwäldern. Er enthält ätherische Öle mit antibakterieller Wirkung und soll zur Cholesterinsenkung beitragen und den Stoffwechsel anregen. Aus der Knoblauchsrauke stellt Jeanette Ring Kräutersalz her, indem sie die Blätter klein schneidet und in einem Mörser mit Salz zerreibt. Für sie sind Kräuter ein Geschenk der Natur. In Kursen und Vorträgen will sie bei den Teilnehmern Neugierde und Begeisterung für die Wildkräuter wecken.

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