29.09.2021 - 11:18 Uhr
SpeichersdorfOberpfalz

Planung für Zwölffamilienhaus in Ortsmitte von Speichersdorf beschlossen

Der Gemeinderat Speichersdorf schrieb sich die Beschlüsse für die überarbeitete Planung des Mehrfamilienhauses südlich vom Rathaus auf den Plan. Zudem soll ein landwirtschaftliches Anwesen in Weißenreuth zu einem Gnadenhof umgebaut werden.

Das Bild zeigt das Baugrundstück des geplanten Mehrfamilienwohnhauses für zwölf Parteien südlich des Rathauses in Speichersdorf.
von Arnold KochProfil

Nachdem sich der Gemeinderat in der vergangenen Sitzung für eine Vertagung und Prüfung der vorgetragenen Einwände und Hinweise zum Bauantrag der Firma A & N aus Kemnath zum Neubau eines Mehrfamilienwohnhauses ausgesprochen hatte, stellte Bürgermeister Christian Porsch das Wohnbauvorhaben erneut zur Entscheidung an.

"Nach jahrelangem Warten auf die Umsetzung eines mehrgeschossigen Wohnhauses in der Ortsmitte ergibt sich mit der vorliegenden Planung die Chance, die gewollte mehrgeschossige Wohnbebauung zu verwirklichen. Die Brache hat nach drei Jahrzehnten ein Ende", erklärte Porsch. Ökologischer Wohnungsbau und die politisch gewollte Nachverdichtung von Bauflächen sollen bei diesem Bauvorhaben verwirklicht werden und dem Wohnungsmangel entgegengetreten.

Porsch berichtete über die mit dem Antragsteller geführten Gespräche aus der vergangenen Gemeinderatssitzung. Bei der überarbeiteten Planung wurde nun die Gebäudefluchtlinie des Rathauses aufgenommen und auf das geplante Gebäude übertragen. Dadurch öffnet sich der Rathausplatz auch in Ost-West-Richtung und die vorhandene Gebäudeachse des Rathauses wird Richtung Unterer Markt gehalten. Die im Bebauungsplan geplanten Grundstücksgrenzen wurden durch einen Zukauf von fünf Meter Breite geändert. Der Neubau im Umweltstandard KfW40+ ist rund einen Meter niedriger als die Umgebungsbebauung. Nach Rücksprache mit der Bioenergie Speichersdorf als Betreiber des Nahwärmenetzes kann der Pelletkessel in der Schule auch das Mehrfamilienwohnhaus mit Heizwärme versorgen. Eine separate Heizleitung ist dafür jedoch erforderlich.

Barrierefreies Bauvorhaben

Für das barrierefreie Bauvorhaben mit Tiefgarage und Aufzug sind folgende Befreiungen von den Bebauungsvorschriften erforderlich:

  • Zulässige Wohneinheiten: zwölf (statt zehn)
  • Dachform und -eindeckung: Stehfalzdach in Walmform mit Neigung von 3 Grad (statt Satteldach mit 42 oder 48 Grad Neigung mit Betondachziegel)
  • Überschreiten der hofseitigen Baugrenze durch Tiefgarage statt Garagenhof
  • Änderung der bestehenden Fensterformate

In seinen beiden Beschlüssen mit je einer Gegenstimme von Wolfgang Hübner (CSU) stimmte der Gemeinderat dem Bauantrag samt notwendiger Befreiungen für das Zwölffamilienwohnhaus Unterer Markt 1 zu. Der Gemeinderat sah die vom Bebauungsplan vorgegebenen städtebaulichen Ziele umgesetzt. Von einem besonderen Vorkaufsrecht wird kein Gebrauch gemacht.

Gnadenhof in Weißenreuth

Der Gemeinderat hatte über einen Antrag auf Vorbescheid zu einer Nutzungsänderung eines landwirtschaftlichen Anwesens als Gnadenhof für Tiere zu entscheiden. Die Antragstellerin aus Pegnitz will das Anwesen käuflich erwerben und ihr geplantes Vorhaben in Weißenreuth verwirklichen.

Auf dem Areal sollen zwölf neue Gebäude im Außenbereich errichtet werden. Sie betreibt derzeit einen Gnadenhof in Stein bei Pegnitz und möchte diesen nach Weißenreuth verlegen. Während des bisherigen Betriebes über 31 Jahre lang wurden dort rund 1500 Tiere aufgenommen und erhielten dort einen würdigen Lebensabend. Porsch berichtete, dass sich die Antragstellerin über die Zufahrt nach Weißenreuth bewusst sei und der Ausbauzustand vollkommen ausreichend ist.

Geplant sind ein Mistlager, drei Ställe für Pferde und Kühe im Ausmaß von 25 mal 17, ein Gebäude für 21 mal 9 für Besucher und Mitarbeiter, zwei Hundehäuser mit 14 mal 10 und zwei Ziegenställe mit 9 mal 6 Meter, jeweils ein Haus für Katzen, Tauben, Gänse und Enten sowie Freilaufflächen. In einem Vorgespräch sieht das Landratsamt Bayreuth keine Beeinträchtigungen, falls die Erschließung gesichert ist.

In der Aussprache und Zustimmungsbeschluss erklärte der Gemeinderat Einverständnis und stellte klar, dass Kosten für den zusätzlichen Ausbau der Zufahrt durch die Antragstellerin selbst zu tragen sind.

Abschließend dankte Bürgermeister Porsch allen Wahlhelfern sowie den Mitarbeitern von Rathaus und Bauhof für deren ehrenamtlichen Dienst bei der Bundestagswahl. Porsch gab des Weiteren bekannt, dass die erste Sitzung des Rechnungsprüfungsausschusses am 25. Oktober um 19 Uhr im Rathaus stattfindet.

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Speichersdorf

Der Vorbericht zur Planung des Mehrfamilienhauses in Speichersdorf

Speichersdorf

"Nach jahrelangem Warten auf die Umsetzung eines mehrgeschossigen Wohnhauses in der Ortsmitte ergibt sich mit der vorliegenden Planung die Chance, die gewollte mehrgeschossige Wohnbebauung zu verwirklichen."

Bürgermeister Christian Porsch

 

 

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