24.11.2020 - 17:28 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Millionen-Betrag für die Region: Leader-Projekte stärken das Land

Geld fließt aus Töpfen der EU in den ländlichen Raum. Möglich macht dies das Leader-Programm. Im Landkreis betrifft dies 25 Projekte. Aktuell wurde die LAG Sulzbacher Bergland aufgelöst, um in einem größeren Verbund aufzugehen.

Das Projekt „Hausnamen erzählen Geschichte“ mit Schildern an den Häusern, wie hier in Rosenberg, soll im Frühjahr 2021 weiterlaufen.
von Andreas Royer Kontakt Profil

"Um die Heimatregion nachhaltig zu stärken", so eine Schlagzeile der Sulzbach-Rosenberger Zeitung (SRZ) aus dem Jahr 2007, machten sich im Jahr 2007 neun Kommunen als Arbeitsgemeinschaft "Sulzbacher Bergland" auf den Weg, EU-Mittel zu akquirieren. Wie Leader-Managerin Veronika Schmalzl sagt, waren in der damaligen Kooperation die Gemeinden Etzelwang, Neukirchen, Birgland, Hirschbach, Ammerthal, Weigendorf, Königstein und Illschwang aktiv.

Die Interessensgemeinschaft verfolgte das Ziel, die Zukunft des Sulzbacher Berglands durch die Förderung, Erhaltung und nachhaltigen Entwicklung der natürlichen Lebensgrundlagen zu sichern. "Leider verlief die erste Bewerbung für das Förderprogramm Leader erfolglos", so Winfried Franz, der damalige Sprecher der Arbeitsgruppe, "aber im Zusammenschluss mit dem Naturpark Hirschwald bekamen wir im zweiten Anlauf den erhofften Zuschlag."

Größerer Verbund

"Durch diese Vereinigung wurde die Arbeitsgemeinschaft Sulzbacher Bergland hinfällig, weshalb man sie nun offiziell aufgelöst hat. Seit 2008 fließen Gelder aus dem Leader-Topf in unsere Region und es entstehen viele interessante Projekte zwischen Auerbach und Schmidmühlen", weiß die Managerin.

Mittlerweile sei der gesamte Landkreis Amberg-Sulzbach und die Stadt Amberg in der LAG Regionalentwicklung Amberg-Sulzbach e.V. vereint, um gemeinsam das EU-Programm Leader in unserer Region umzusetzen. Zum Ende diesen Jahres läuft nun die aktuelle Förderperiode der Jahre 2014 bis 2020 offiziell aus. Anlass für die SRZ, beim Leader-Management nach einer ersten Bilanz zu fragen.

"Mit einer Gesamtinvestition von knapp 4 Millionen Euro verdeutlichen die Projekte in Zahlen, dass Leader eine Erfolgsgeschichte in unserer Region ist. Die abgerufenen Mittel belaufen sich dabei auf ca. 1,5 Millionen Euro", so Landrat Richard Reisinger als Vorsitzender der LAG. Laut Veronika Schmalzl wurden insgesamt 25 Projekte im Leader-Gebiet über das Förderprogramm umgesetzt, die ein große Bandbreite an Themenfeldern wie Natur, Kultur, Tourismus, Infrastruktur, Bildung, Wirtschaft und ländliche Entwicklung umfassten.

Seit 2008 fließen Gelder aus dem Leader-Topf in unsere Region und es entstehen viele interessante Projekte zwischen Auerbach und Schmidmühlen.

Veronika Schmalzl

Veronika Schmalzl

Neben kleinen Projekten, die über Vereine und Privatpersonen ins Leben gerufen wurden, wie das Johann-Flierl Schulhaus in Fürnried oder das Torhaus Steinstadl im Hirschwald, gebe es auch große Leuchtturmprojekte im Amberg-Sulzbacher Land die eine große Strahlkraft weit über den Landkreis hinaus hätten. Hierzu zähle das Kooperationsprojekt "Industriewelten begreifbar machen" zwischen dem Industriemuseum Lauf und dem Bergbau- und Industriemuseum Theuern oder das neueste Sulzbach-Rosenberger Projekt "Montangeschichte erfahren und erleben" am Förderturm St. Anna. "Ganz frisch - im letzten Entscheidungsgremium der LAG positiv beschlossen - freuen wir uns über unsere jüngsten Projekte 'Freiraum Waldgeist' und 'Unterstützung Bürgerengagement', die in den Startlöchern stehen", verrät die weitere LAG-Managerin Melanie Altas.

Ehrenamtliche im Fokus

"Mit letzterer Maßnahme möchte die LAG Ehrenamtliche finanziell - maximal 2500 Euro - unterstützen, Projekte und Maßnahmen zu verwirklichen, die dem Gemeinwohl dienen", erklärt sie weiter. Wer dazu Ideen habe, könne sich bei der LAG Regionalentwicklung Amberg-Sulzbach e. V. unter www.lag-amberg-sulzbach.de informieren oder direkt Kontakt unter 09621/39-171 aufnehmen. Wie das Management zudem angibt, könnten auch weiterhin, obwohl es ein offizielles Ende der Leader-Förderperiode gebe, Projekte umgesetzt werden, die man nun aus einem Bayern-Topf finanziere.

Aktuelles Projekt: "Montangeschichte Erfahren und Erleben", Sulzbach-Rosenberg, Förderung 135 000 Euro

Der Förderturm auf dem im Jahr 1974 stillgelegten St.-Anna-Schacht-Gelände ist ein wichtiges Zeugnis der über 1000-jährigen Bergbautradition. Nach seiner Sanierung soll nun das umliegende Gelände - als eines von fünf Standorten - entsprechend gestaltet werden, um die Montangeschichte zu dokumentieren. Es ist ein geführter, barrierefreier Weg über das Gelände geplant. Der historische Schachthallenboden enthält historische Gleise, Gleisschwellen und Pfostenstümpfe der Hallenkonstruktion. Eine Ruhefläche ist im Grundriss in der Form des Bergbauzeichens "Schlägel und Eisen" gestaltet. Die vorgenannten Themenbereiche werden mit einer aussagekräftigen Beschilderung mit Text und Fotos ergänzt. Das Schacht-Gelände ist frei zugängig, der Förderturm wird illuminiert.

Mehr zum Leader-Hausnamen-Projekt

Aschach bei Freudenberg
Hintergrund:

Abgeschlossene Leader-Projekte

  • LAG-Management – Förderung: 250 000 Euro
  • Unterstützende Maßnahmen LES – 10 000 Euro
  • Vater-Unser-Weg Ammerthal – 8696 Euro
  • Brotbackofen Köfering – 4737 Euro
  • Freilichttribüne Wutschdorf – 51 468 Euro
  • Infopoint Biodiversität – 53 334 Euro
  • Vils erleben Hahnbach (Gocklwiese) – 169 860 Euro
  • Johann-Flierl-Schulhaus – 82 798 Euro
  • Spiritueller Begegnungsraum (Jugendkapelle Knappenberg) – 62 584 Euro
  • Solarpotenzialkataster – 8538 Euro
  • Tribüne im Kulturzentrum Alte Mälzerei Hirschau – 46 532 Euro
  • Hausnamen erzählen Geschichte – 12 478 Euro
Das Museum zu Ehren des Missionars Johann Flierl in Fürnried gehört zu den geförderten Leader-Projekten.

Für Sie empfohlen

 

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.