15.06.2021 - 10:55 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Sulzbach-Rosenberg: Das Leben in der Stadt ist zurück

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Corona? War da mal was? In der Sulzbacher Alt- und Neustadt ist das Leben zurück. Die Erweiterung der Freischankflächen als Hilfe für die Wirte ist ein voller Erfolg: In den Abendstunden und an Wochenenden ist jeder Sitzplatz heiß begehrt.

Die Taverne Korfu ist gewachsen: Auch vor der Fahrschule Mutzbauer werden jetzt griechische Spezialitäten serviert. Die erweiterte Freischankfläche wird bestens angenommen, wie diese fröhliche Tischgesellschaft beweist.
von Tobias Gräf Kontakt Profil

Seit 2. November waren alle Gastrobetriebe geschlossen. Auch die Sulzbacher Innenstadt war über die Winter- und Frühjahrsmonate völlig verwaist, und die Wirte bangten um ihre Existenz. Doch sinkenden Inzidenzen und schönem Wetter sei Dank – inzwischen geht es endlich wieder aufwärts: Egal ob Café, Hotel, Bistro oder Biergarten, in Alt- und Neustadt ist das volle Leben fast wie vor der Pandemie zurückgekehrt. In manchen Ecken der Innenstadt sind sogar mehr Menschen als vor Corona zu sehen.

Das liegt daran, dass die Außengastro in der Stadt mehr Raum einnimmt. Um den Wirten zu helfen, die Umsatzeinbußen auszugleichen, hat Bürgermeister Michael Göth die Verwaltung angewiesen, interessierten Wirten unkompliziert mehr Freischankflächen auf öffentlichen Plätzen, Gehwegen und sogar Parkplätzen anzubieten. Auch SuRo2030 hat im Stadtrat für eine solche Corona-konforme Alternative geworben. Dieses Angebot wird von vielen gerne angenommen, in der Praxis aber unterschiedlich umgesetzt.

Touristen am Altstadt-Eingang

So hat die Gaststätte Zur Schmiede gleich hinter dem Stadtturm zusätzliche Tische und Schirme weit in den Gehweg hinein aufgestellt. Wo früher oft nur Stammgäste einkehrten, sitzen nun auch Touristen und beleben den Altstadt-Eingang. Gegenüber hat die Pizzeria Avanti Parkplätze in Sitzflächen umgewandelt. Wenn der Plastikzaun auch etwas Baustellen-Flair ausstrahlt – Gäste können ihren Döner-Imbiss dort nun unter freiem Himmel zu sich nehmen.

Ein paar Schritte weiter, am Elektroladen Teka, ist gar ein neuer Biergarten entstanden, den das Ristorante Imperatore betreibt. Zwischen mit Blumentöpfen garnierten Paletten lassen sich Gäste italienische Kost schmecken. Für Inhaber Leo Docci sicher ein großer Gewinn, denn sein Lokal liegt im ersten Stock und hatte bisher keine Sitzflächen draußen. Gerade in den Sommermonaten essen aber viele Gäste lieber im Freien. Für das To-Go-Geschäft steht zudem noch ein Pizza-Wagen auf dem Bürgersteig.

Luitpoldplatz voller Menschen

Der Hotelgasthof Sperber wiederum hat außerhalb seiner Biergarten-Begrenzung Tische aufgestellt, so dass auch hier mehr Gäste sitzen können. Und die Taverne Korfu verfügt mittlerweile über rund ein Drittel mehr Außensitzfläche. In westlicher Richtung vor der Fahrschule Mutzbauer stehen keine Autos mehr, sondern werden griechische Spezialitäten serviert. Oft ist jeder Stuhl besetzt. Wenn gegenüber noch beim Café Stadtgespräch und beim Bayerischen Hof Hochbetrieb herrscht, wimmelt es rund um den Luitpoldplatz nur so vor Leben.

Ein völlig neues Bild zeigt sich auch in der Neustadt: Wo früher Autos parkten, lachen, essen und trinken nun Gäste des Bistros Zauberhöhle. Mit direktem Blick auf die Christuskirche empfängt dort Chefin Dagmar Kohl unter Sonnenschirmen an vier neu aufgestellten Tischen Gäste. „Das Angebot wird deutlich besser angenommen als zuvor, die Leute wollen einfach raus und fortgehen“, freut sie sich.

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Auch gut: Biergarten mit Baustellen-Flair

In Sulzbach ist wieder was los. Lange Schlangen vor den Eisdielen und volle Tische in Cafés, Kneipen und Biergärten. Wer an sonnigen Wochenenden noch einen Platz will, muss früh dran sein oder reservieren. Die Menschen sehnen sich spürbar nach Normalität – die Gastronomie in der Stadt scheint deshalb zu boomen. Das ist auch nötig nach der langen Durststrecke und monatelang geschlossenen Lokalen.

Dass die Stadtverwaltung Initiative gezeigt hat, ist deshalb gut und wichtig. Großzügiger als im vergangenen Jahr werden Flächen angeboten. Wirte berichten, dass das Ordnungsamt auf sie zugekommen ist. Die Beantragung scheint ohne bürokratische Hürden zu laufen. Auch einen Verkehrskollaps gibt es nicht, bloß weil ein paar Parkplätze wegfallen. Menschen sind in einer Innenstadt sowieso wichtiger als Autos. Und klar: Eine improvisierte Sitzfläche mit einem Plastik-Zaun abzugrenzen, verströmt Baustellen-Flair. Doch das jetzt schlecht zu reden, wäre unfair. Wichtiger ist, dass das Leben zurück ist.

Von Tobias Gräf

 

 

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