13.06.2021 - 12:21 Uhr
TeunzOberpfalz

Maria Lobinger feiert 102. Geburtstag

Mit einem Lächeln begrüßt die rüstige Jubilarin an ihrem Ehrentag die Gäste in Zeinried. Die 102 Jahre sieht man dabei Maria Lobinger nicht an. Zum Geburtstag gratuliert auch Markus Söder.

Maria Lobinger konnte im Kreis der Familie den 102. Geburtstag feiern. Erster Bürgermeister Norbert Eckl und Dritter Bürgermeister Adolf Hammer (beide rechts im Bild und geimpft) gratulierten namens der Gemeinde Teunz.
von Alois KöpplProfil

Die älteste Bürgerin der Gemeinde Teunz konnte am vergangenen Freitag im Kreise ihrer Familie im Ortsteil Zeinried ihren 102. Geburtstag feiern. Am 11. Juni 1919 erblickte sie als geborene Schmauß in Kleinschwand im Landkreis Neustadt/Waldnaab das Licht der Welt. Als die Weimarer Republik als erste parlamentarische Demokratie in Deutschland das Laufen lernte, begannen die ersten Gehversuche der kleinen Maria, die mit zwei Schwestern und zwei Brüdern aufwuchs.

Schon als Kind auf dem Feld

In Kleinschwand besuchte sie die Volksschule. Da in dieser Zeit in der Landwirtschaft jede Hand gebraucht wurde, wusste sie früh, was Arbeit ist. Ihr Weg führte sie als Jugendliche weg von der Heimat nach Nürnberg. Hier war sie bei einer Arztfamilie im Haushalt angestellt. Nachdem die braunen Wolken des Nationalsozialismus den Himmel immer weiter verdunkelten, kehrte sie nach Kleinschwand zurück, um bei der Arbeit in der Landwirtschaft zu helfen. Die Brüder waren zum Kriegsdienst eingezogen worden, einer kehrte nicht zurück.

Michael Lobinger aus Zeinried arbeitete zu dieser Zeit in der damaligen Brauerei Balk in Kleinschwand. Nachdem Amors Pfeile getroffen hatten, heirateten die beiden im Jahr 1942. Der Ehemann war von Beruf Schneider und betrieb in Zeinried wie fast alle anderen Ortsbewohner eine kleine Landwirtschaft. Das Ehepaar schenkte vier Töchtern (Agnes, Hildegard, Marianne und Renate) das Leben. Drei Enkelkinder gratulierten der Oma ebenfalls zum 102. Geburtstag.

Nahversorgung ist heute wieder Thema. Das war es aber in den Jahren der Nachkriegszeit noch mehr, da die Mobilität mittels Auto fehlte. So entschloss sich das Ehepaar Lobinger, in Zeinried ein Lebensmittelgeschäft als weiteres Standbein neben der Landwirtschaft und der Schneiderei zu etablieren. Im Jahre 1950 öffnete sich die Tür des "Zeinrieder Kramerladens" erstmals, der 35 Jahre lang die Dorfbevölkerung versorgte. "Das habe ich gerne gemacht", erzählt Maria Lobinger.

In der 1978 aufgelösten Gemeinde Zeinried war Ehemann Michael Lobinger lange Zeit als Bürgermeister ehrenamtlich tätig gewesen. Standesamtliche Trauungen fanden mangels einer passenden Örtlichkeit im Wohnzimmer der Lobingers statt. Maria Lobinger war also immer am "Ortspuls der Zeit". Nach schwerer Krankheit und Pflegezeit musste sich die Jubilarin 1994 von ihrem Mann verabschieden.

Bemerkenswert ist die geistige Fitness der Seniorin, die sich nach wie vor für alles interessiert. "Unsere Mutter hat Freude am Leben, am Garten und an der Katze", verrät eine ihrer Töchter. Beim Frühstück muss der "Neue Tag" auf dem Tisch liegen, aus dem sie sich täglich ausführlich informiert und auch vorliest, und das noch ohne Brille.

Trotz der Pandemie machten viele Bekannte der Jubilarin unter Beachtung der Corona- Regeln ihre Aufwartung. Nachbarn besuchten "ihre Maria" , Vertreterinnen des Frauenbundes schauten vorbei, Pfarrvikar Pater Xaviri gratulierte, Erster Bürgermeister Norbert Eckl und Dritter Bürgermeister Adolf Hammer überbrachten Glückwünsche. Neben den regionalen Politikern reihte sich auch der Bayerische Ministerpräsident Markus Söder in die Reihe der Gratulanten ein.

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