28.01.2021 - 21:33 Uhr
TeunzOberpfalz

Zoff ums Maskentragen im Teunzer Gemeinderat

An einer erneuten Diskussion um eine Maskenpflicht in den Sitzungen hat sich die Stimmung im Teunzer Gemeinderat aufgeladen. Ein Gremiumsmitglied drohte sogar mit dem Auszug aus dem Saal.

Ein Mann nimmt seine FFP2-Maske ab.
von Christof FröhlichProfil

Ursprünglich war die Thematik "Maskenpflicht in der Sitzung" gar nicht auf der Tagesordnung der jüngsten Teunzer Gemeinderatssitzung gestanden. Gremiumsmitglied Johannes Kretschmer (SPD) hatte zu Tagungsbeginn angeregt, erneut darüber zu beraten und abzustimmen.

Zur Erinnerung: In der Sitzung am 15. Dezember war ein SPD-Antrag für eine Pflicht zum Mund-Nasen-Schutz bereits mit 8:4 Stimmen abgelehnt worden. Der Versuch, diese Thematik nun erneut auf die Agenda zu hieven, löste eine heiße Debatte am Ratstisch aus. Gemeinderat Thomas Wilhelm (Freie Wähler) kündigte sogar an, die Sitzung zu verlassen. Der Antrag wurde schließlich zurückgezogen.

Im Dezember 2020 war die Teunzer SPD-Fraktion mit einem Antrag auf Maskenpflicht in den Sitzungen unterlegen

Teunz

Zum Ende des öffentlichen Sitzungsteils griff Bürgermeister Norbert Eckl die Thematik nochmals auf. Er nahm Stellung zu einem Facebook-Eintrag des SPD-Ortsvereins Teunz, der wenige Tage nach der Dezember-Sitzung gepostet worden war. Darin war Unverständnis über das Abstimmungsergebnis zur Maskenpflicht geäußert worden. Das Tragen einer Maske wurde als "Zeichen von Respekt gegenüber Pflegekräften, Ärzten und allen Beschäftigten im Gesundheitswesen" bezeichnet und die Vorbildfunktion des gesamten Gemeinderats betont. Dies hatte Ratsmitglied Kretschmer in seinem eigenen Profil geteilt und dazu geschrieben "Einige haben den Schuss wohl immer noch nicht gehört".

Dies sei öffentliches und indirektes Anprangern, kritisierte der Bürgermeister. "Ich bin mir sicher, dass jeder Gemeinderat weiß, um was es in der heutigen Zeit geht", betonte Norbert Eckl. Er empfand es als falsch und selbstdarstellerisch, dass eine demokratische Entscheidung angeprangert wird, "nur weil ein Antrag nicht die gewünschte Mehrheit erhalten hat". Er stellte in Frage, ob dies der richtige Weg für eine vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit im Gremium sei.

Bürgermeister Eckl zeigte sich überzeugt davon, dass die Gemeinde bei der Sitzungsorganisation die Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts "in vollster Weise" beachte. Er verwies auf ausreichend große Räumlichkeiten sowie die Einhaltung der vorgeschriebenen Sicherheitsabstände.

Hier lesen Sie, wie es andere Kommunen mit dem Maskentragen in Ratssitzungen halten

Nabburg

 

 

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