14.02.2021 - 10:54 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Home-Office in den Rathäusern kein großes Thema

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Büro, Kontakt mit Kunden oder der Arbeitsweg: Es gibt viele Möglichkeiten, sich mit Corona anzustecken. Um das Risiko gering zu halten, bieten viele Arbeitgeber Home-Office an. Wie sieht es bei den Städten im Kreis Tirschenreuth aus?

Arbeit und Familie zu trennen, ist bei der Arbeit zu Hause nicht immer einfach. Aber der Anteil an Home-Office hat in den vergangenen Monaten zugenommen. In den Stadtverwaltungen im Landkreis Tirschenreuth ist das aber kein großes Thema,
von Armin Eger Kontakt Profil

Stadt Tirschenreuth

"Home-Office ist momentan bei uns kein Thema", sagt Bürgermeister Franz Stahl. Die etwa 50 Leute in der Verwaltung hätten genügend Platz und zudem habe man keine Großraumbüros. Für Stahl sei Home-Office sowieso nicht das Nonplusultra. "Es ist wichtig, die Leute bei der Stange zu halten", meint das Stadtoberhaupt. Die Arbeit im Rathaus laufe sehr gut. Termine seien nur nach telefonischer Voranmeldung möglich. "Aber die Besucher verhalten sich sehr diszipliniert", lobt Stahl. "Wer was braucht wird auch bedient."

Stadt Waldsassen

Etwa 20 Prozent des Personals nutzen im Rathaus das Home-Office, bestätigt der Geschäftsleitende Beamte Martin Rosner. „Das wechselt aber durch. Unser Ziel ist es, dass in jedem Büro nur ein Mann oder eine Frau sitzt. Das geht, weil wir ziemlich viel Platz haben und auch die Sitzungssäle mit nutzen.“ Die Leute, die zu Hause arbeiten, nutzten ihre eigenen Computer und das funktioniere auch gut. Schwierig sei es nur in der Hauptverwaltung, die Arbeitssituation zu entzerren – beispielsweise in der Bauabteilung, in der Kasse oder in der Kämmerei.

„Wir haben niemanden im Home-Office. Das ist im öffentlichen Dienst mit dem Datenschutz auch kompliziert.“

Mitterteichs Geschäftsleitender Beamter Klaus Schüßler

Stadt Mitterteich

Alle Plätze sind im Rathaus besetzt, bestätigt der Geschäftsleitende Beamte Klaus Schüßler: "Wir haben niemanden im Home-Office. Das ist im öffentlichen Dienst mit dem Datenschutz auch kompliziert." Die Arbeitsplätze seien teilweise mit Plexiglasscheiben ausgestattet, die Mitarbeiter müssten FFP2-Masken tragen, wenn sie ihren Arbeitsplatz verlassen.

"Wir tun alles, um auf der sicheren Seite zu sein", sagt Schüßler. "Wir hatten auch noch keine Probleme im Haus." Sollte jemand Symptome aufweisen, müsse er zu Hause bleiben. "Das war bisher aber nur ein oder zwei Mal der Fall und wurde rigoros eingehalten."

Verwaltungsgemeinschaft Kemnath

"Die Leute sind in Einzelbüros untergebracht, arbeiten im Schichtbetrieb und wir nutzen zusätzlich Büros, die sonst nicht gebraucht werden", beschreibt Reinhard Herr, Leiter der Geschäftsstelle in der VG Kemnath, die derzeitig Situation.

"Wir halten zudem den Kontakt im Haus so gering wie möglich und die Besprechungen sind zum Beispiel mit zwei, drei Leuten im großen Sitzungssaal." 15 bis 20 Prozent seien in der VG im Home-Office. "Aber nicht dauerhaft, sondern an zwei Tagen in der Woche. Dann wird gewechselt", so Herr. Dies werde in allen Abteilungen praktiziert, wo dies möglich sei. Auch im Wasserwerk und im Bauhof werde versetzt gearbeitet, damit sich die Leute dort gar nicht treffen.

Stadt Erbendorf

Über Home-Office sei zwar diskutiert worden, aber bisher noch kein Thema, bestätigt Erbendorfs Bürgermeister Johannes Reger. Grund sei unter anderem auch, dass viele Akten nur in Papierform vorliegen, wie zum Beispiel im Bauamt, wo noch keine Digitalisierung stattgefunden hat. Der Zugriff auf die Daten sei deshalb von zu Hause aus nicht möglich. Der Vorteil im Rathaus sei, dass man genügend Räume habe und so nur eine oder maximal zwei Personen in einem Raum sitzen. „Wenn es eine Quarantäne geben sollte, haben wir aber die Möglichkeit zum Home-Office“, so Reger.

Landratsamt Tirschenreuth

Aktuell hätten 130 von 350 Mitarbeitern der Kernverwaltung, ohne Bauhof, Deponie und Musikschule, einen Home-Office-Zugang, teilt das Landratsamt Tirschenreuth mit. Tendenz weiter steigend. Jeder Mitarbeiter könne Home-Office in Anspruch nehmen, soweit der Arbeitsplatz dafür geeignet sei. Das werde aber sehr großzügig ausgelegt. „Arbeit von zu Hause ist aber nicht überall möglich.“ Es gebe Teilbereiche im Landratsamt, wo eine Präsenz erforderlich ist, wie etwa Poststelle, Vermittlung, Kasse, Zulassung und einige Bereiche, in denen nicht vollständig auf die E-Akte umgestellt ist. Soweit die Tätigkeit für Home-Office geeignet sei, könne diese Möglichkeit jeder Mitarbeiter in Anspruch nehmen“ schreibt das Landratsamt.

Allerdings müssten die Mitarbeiter selbst für die technische Ausstattung sorgen. „Aktuell können keine Computer zur Verfügung gestellt werden, da am Markt derzeit nur begrenzt die technische Ausstattung verfügbar ist und diese vorrangig für die laufenden Neueinstellungen im Gesundheitsamt benötigt werden“, teilt die Behörde mit. Das Home-Office-System sei auch sicherheitstechnisch auf die Nutzung der privaten Hardware/Infrastruktur ausgelegt.

Oberste Richtschnur für das Landratsamt sei die Vermeidung von Kontakten zwischen den Mitarbeitern. Hierzu wurden organisatorische Maßnahmen ergriffen, wie die Erweiterung beziehungsweise Aufteilung der Arbeitszeiten, Bildung von Arbeitsgruppen und Entzerrung von Büros mit Mehrfachbelegung. Ob die Leute zu Hause auch wirklich beruflich ans Werk gehen, werde von den Vorgesetzten anhand der erbrachten Arbeitsleistung kontrolliert.

Viele Frauen nutzen das Home-Office

Kemnath

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