01.07.2021 - 15:26 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Landkreis Tirschenreuth: Biontech statt Astrazeneca

Die Sonderimpfaktion mit Astrazeneca im Landkreis Tirschenreuth fällt aus. Der Grund: Es hatten sich keine hundert Bürger angemeldet. Dafür gibt es aber nun eine größere Menge Biontech für alle registrierten Bürger.

Der Landkreis Tirschenreuth erwartet in den nächsten Wochen eine größere Lieferung des Impfstoffs von Biontech/Pfizer.
von Martin Maier Kontakt Profil

Als es Anfang April eine Sonderimpfaktion im Landkreis Tirschenreuth mit 2150 Dosen des Astrazeneca-Vakzins gegeben hatte, waren alle Termine innerhalb eines Tages vergeben. Knapp drei Monate später ist die Lage komplett anderes: Für die neue Astrazeneca-Sonderimpfaktion mit 1000 Dosen waren am Mittwochabend noch 920 Plätze frei, wie Fabian Polster von der Pressestelle des Landratsamts auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien mitteilte. "Leider wird die Aktion bislang nicht gut angenommen", erklärte er.

Der Grund sei eine Kombination aus mehreren Faktoren. Unter anderem die Unsicherheit bei den Bürgern was den Impfstoff Astrazeneca angehe. Dazu würden noch die zwölf Wochen Wartezeit kommen, die bis zum vollständigen Impfschutz abzuwarten sind. "Was jedoch derzeit wohl am schwersten wiegt, ist die Stimmung in der Bevölkerung, die Impfung jetzt ja nicht mehr zu brauchen, weil alles wieder normal ist. Das wird uns aber im Herbst einholen", mahnte Polster.

Absage am Donnerstag

In der Nacht zum Donnerstag änderte sich dann die Lage grundlegend. Der Landkreis erhielt laut Landratsamt-Sprecher Wolfgang Fenzl die Meldung, dass es in den nächsten Wochen eine größere Menge des Biontech-Vakzins geben werde. Eine genau Zahl konnte er nicht nennen. Aber momentan würden schon rund 2000 Dosen dieses Impfstoffs zur Verfügung stehen und es würden noch mehr erwartet. "Daher haben wir die Sonderimpfaktion am Donnerstag abgesagt", erläuterte Fenzl.

Alle Bürger, die sich schon für die Sonderaktion angemeldet hatten, bekommen nun Biontech. Sie seien telefonisch informiert worden. Auch sollten sich alle Impfwilligen unbedingt registrieren. "Alle bekommen sehr zeitnah Terminvorschläge", versprach Fenzl. Und Polster ergänzte: "Sollten die Impfstoffmengen wie zugesagt eintreffen, nimmt dadurch die Impfkampagne massiv an Fahrt auf, vorausgesetzt die Bürger melden sich an." Dies hänge auch mit dem Wegfallen der Impfpriorisierung zusammen. Ministerpräsident Markus Söder hatte dies am Montag angekündigt.

Keine wertvolle Zeit verlieren

Die Registrierung erfolge weiterhin über die Homepage des Bayerischen Impfzentrums. Weiterhin sei es zudem möglich, sich bei seinem Hausarzt impfen zu lassen. "Hierzu einfach beim Hausarzt anrufen und nach einem Termin fragen", riet Polster. Und was passiert mit 1000 Astrazeneca-Dosen der Sonderaktion, die schon vor Ort lagern? "Das wissen wir noch nicht. Das muss noch geklärt werden", so Fenzl.

Auch Landrat Roland Grillmeier appellierte noch einmal an die Bürger, die Impfangebote anzunehmen. Derzeit stehe der Landkreis zwar sehr gut da. Allerdings hätten alle im vergangenen Jahr erlebt, wie schnell sich die Situation wieder ändern könne. "Wir werden im Herbst sicherlich nochmal eine Corona-Welle aushalten müssen, wie diese ausfällt, liegt aber an uns", war sich der Landrat sicher. Der beste Schutz sei die Impfung. Wem erst in einigen Monaten wieder einfalle, dass eine Impfung doch sinnvoll sei, hätte wertvolle Zeit verloren.

Testkapazitäten zurückgefahren

Die entspannte Coronalage führt auch dazu, dass die Testzentren, -stationen und Schnellteststationen nicht mehr so stark frequentiert werden. Ließen im Mai dort noch 23.538 Bürger einen Abstrich machen, waren es im Juni knapp 10.500. Zum Vergleich: In den ersten drei Monaten des Jahres waren es über 100.000 Tests.

Aus diesem Grund hat das Rote Kreuz in allen Testzentren die Kapazität vorerst zurückgefahren und Personal reduziert. "Alle Testzentren bleiben aber geöffnet, so dass weiterhin ein großes Testangebot besteht", sagte Polster. Bei den Schnellteststationen würden mittlerweile einige auf Stand-by laufen. Allerdings sei das Rote Kreuz jederzeit in der Lage, den Betrieb wieder hochzufahren.

So läuft die Arbeit im Impfzentrum Waldsassen

Waldsassen
Hintergrund:

Impfzahlen des Landkreises Tirschenreuth

  • Impfungen gesamt: 63.087
  • Erstimpfungen: 26.789 (Impfzentrum), 8.883 (Hausärzte)
  • Zweitimpfungen: 22.409 (Impfzentrum), 5.006 (Hausärzte)
  • Impfquote (Erstimpfungen): 49,69 Prozent
  • Impfquote (Zweitimpfungen): 38,18 Prozent (Stand: 29. Juni)

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.