01.08.2021 - 12:33 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Sozialarbeit an Schulen im Landkreis Tirschenreuth gefragt

Immer mehr Schulen melden Bedarf an Jugendsozialarbeit an. Der Landkreis finanziert diese Stellen zu einem großen Teil mit, zahlt aber gerne – auch, um sich spätere Folgekosten zu sparen.

Aggression auch schon im Grundschulalter gehört zu den Verhaltensauffälligkeiten, bei denen Sozialarbeiter eingreifen können. Die Einsatzgebiete an Schulen sind vielfältig.
von Michaela Kraus Kontakt Profil

Der Einsatz sozialpädagogischer Kräfte soll die Chancen benachteiligter junger Menschen an den Schulen fördern. Bisher nehmen zwölf Grundschulen, Mittelschulen, Förderzentren und das Berufsschulzentrum dieses Angebot in Anspruch. Ab 2022 kommen sechs neue Einrichtungen dazu: drei Realschulen in Waldassen und Kemnath, die Fichtelnaabtalschule Ebnath-Neusorg, die Mittelschule sowie die Grundschule Wiesau. Dafür vorgesehen sind eine Vollzeitkraft (Kemnath), vier Halbtagskräfte (Waldsassen und Wiesau) sowie eine 30-Stunden-Kraft (Fichtelnaabtal).

Einhellig genehmigte der Kreisausschuss diese Anträge, die schon der Jugendhilfeausschuss befürwortet hat. "Alle Schulen brauchen heutzutage Jugendsozialarbeiter", war Landrat Roland Grillmeier überzeugt. Der Landkreis wolle diese wichtige Aufgabe weiter fortführen. Schließlich spare man sich dadurch erhebliche Folgekosten durch spätere soziale Reparaturmaßnahmen.

Allerdings sollte der Freistaat die 16.000 Euro Pauschale aufstocken, die er pro Vollzeitstelle beisteuert, forderte Grillmeier. In der Beschlussvorlage war von bis zu 75.000 Euro an tatsächlichen Personal- und Sachkosten die Rede. Den Rest müssen die beteiligten Kommunen und Sachaufwandsträger bezahlen.

Durch die sechs neuen Schulen kommen auf den Landkreis ab 2022 voraussichtlich weitere 156.000 Euro an Kosten zu. Insgesamt summiert sich der jährliche Finanzierungsanteil bis 2024 voraussichtlich auf 363.000 Euro, wenn die Jugendsozialarbeit an allen Schulen eingerichtet ist, die einen Antrag gestellt haben. "Der Eigenanteil des Landkreises steigert sich erheblich. Aber das müssen uns unsere Schulen wert sein", erntete der Landrat breite Zustimmung im Kreisausschuss.

2018 stellten die ersten Grundschulen Anträge auf Jugendsozialarbeit

Tirschenreuth

 

 

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