12.02.2021 - 17:43 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Unternehmen im Landkreis Tirschenreuth verunsichert

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Die angekündigte Grenzregelung für tschechische Pendler wirft viele Fragen auf. Das Backhaus Kutzer aus Konnersreuth und die Ziegler-Group geben Einblicke in ihre Situation.

Sollten die tschechischen Pendler nicht mehr einreisen dürfen, hätte das Auswirkungen auf das Logistikzentrum in Wiesau.
von Armin Eger Kontakt Profil

Noch herrscht große Ungewissheit. Werden die Grenzen zu Tschechien komplett dichtgemacht? Dürfen Pendler rüber? Wenn ja, unter welchen Voraussetzungen? Die Unternehmen im Landkreis Tirschenreuth, die auf die Mitarbeiter aus dem Nachbarland angewiesen sind, sind verärgert und vor allem verunsichert.

Backhaus Kutzer

"Wir sind ein Spielball der Politik. Wieder wird alles kurzfristig entschieden, und wieder vor dem Wochenende", sagt Patrick Kutzer, Chef des Backhauses in Konnersreuth. "Es ist alles unsicher. Erst wenn klar ist, wie es generell gehandhabt wird, können wir konkret darauf reagieren." Aber Kutzer weiß jetzt schon: "Wenn meine 60 tschechischen Mitarbeiter nicht mehr einreisen dürfen, wir das gravierende Folgen für unsere Produktion haben."

Lösungen hat Kutzer noch nicht parat. Im Unternehmen denke man darüber nach, die ausländischen Angestellten vorübergehend in Deutschland einzuquartieren, falls das erlaubt sei. "Aber die Leute sind genervt und haben kein Verständnis. Die Bereitschaft dazu ist nicht mehr allzu groß. Sie müssen das erst mit ihren Familien absprechen. Beim ersten Lockdown im März vorigen Jahres war das anders", sagt Kutzer. "Es ist alles unsicher. Wir müssen abwarten. Hoffen aber, eine vernünftige Lösung zu finden."

Ziegler-Group

Abwarten, wie die Vorgaben der Politik ausfallen, ist auch bei der Ziegler-Group angesagt. "Wir haben keine finale Idee", sagt Pressesprecher René Oertl. Am Wochenende wollen sich die Geschäftsführung und die Betriebsleiter zusammensetzen und beraten, wie es weitergeht. 30 Prozent der Mitarbeiter bei Ziegler kommen aus Tschechien. "Hauptsächlich ist die Logistik betroffen", erklärt Oertl. "Im Extremfall müssen wir externe Speditionen beauftragen."

In den anderen Ziegler-Sparten, wie beim Sägewerk, könnten man intern das Personal verschieben. Eine Unterbringung der tschechischen Mitarbeiter in Pensionen oder Hotels sei schwierig, da alles geschlossen hat, so der Ziegler-Pressesprecher. Erst am Mittwoch hätte es im Unternehmen eine große Reihentestung gegeben. "Keiner von den Deutschen war positiv und von den Tschechen nur einer", sagt Oertl, der bedauert, dass es keine konkreten Aussagen der Politik gibt. "Wenn keiner was genaues sagt, ist das unglücklich." Abwarten und auf den Fall der Fälle vorbereiten, so lautet die Devise bei Ziegler. "Es wird irgendeine Lösung geben."

Kliniken Nordoberpfalz

"Alle 15 betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kliniken Nordoberpfalz verfügen über einen schriftlichen Nachweis, der bisher zur Anfahrt an den jeweiligen Standort der Kliniken Nordoberpfalz berechtigt. Wir gehen davon aus, dass dies auch weiterhin möglich sein wird", teilt Pressesprecher Michael Reindl mit.

Die Frequenz der bereits zuvor erfolgten regelmäßigen Tests der Pendler sei erhöht worden, so dass diese alle zwei Tage getestet werden. Sollte es nötig sein, könnten die Test täglich durchgeführt werden. Darüber hinaus führen alle Pendler aus Tschechien weiterhin ein Mitarbeitertagebuch, in dem mögliche Symptome einer Erkrankung (Temperaturmessung, allgemeines Befinden) eingetragen werden.

Schott Mitterteich

Der Glaskonzern aus Mitterteich wollte sich am Freitag noch nicht äußern, da es noch nicht klar war, welche Regelungen künftig für seine rund 160 tschechischen Mitarbeiter gelten. Dazu würden momentan zig Gespräch geführt.

Cube Waldershof

Der Radhersteller wollte keine Statement dazu abgeben.

Hamm Tirschenreuth

Der Walzenhersteller beschäftigt 35 tschechische Mitarbeiter in Tirschenreuth. Eine Antwort steht noch aus.

Ponnath Kemnath

Das Unternehmen (104 tschechische Mitarbeiter) teilt am Montag mit, wie es mit der Situation umgehen wird.

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