07.08.2020 - 09:44 Uhr
VohenstraußOberpfalz

Popbeauftragter berät Musikinitiative Vohenstrauß

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Die Coronapandemie stoppt die Pläne des neuen Popbeauftragten der Oberpfalz, Mathias "Säm" Wagner. Konzerte sind leider immer noch Mangelware. Zu einem Antrittsbesuch bei der Musikinitiative in Vohenstrauß reicht es aber allemal.

Der Popbeauftragte des Bezirks Oberpfalz, Säm Wagner, (rechts) kommt zu Aufnahmen für seinen Podcast "Corona Tagebücher" nach Vohenstrauß und spricht mit den MiVoh-Akteuren Paul Hüttl (links) und Hannes Gilch (Mitte) über die aktuelle Situation von Musikern und Konzertveranstaltern.
von Christine Walbert Kontakt Profil

Mathias "Säm" Wagner kann sich glücklich schätzen. Seit Mai ist der Regensburger Journalist hauptberuflich für seine große Leidenschaft unterwegs. Als Beauftragter für Popularmusik reist der 46-jährige, gebürtige Pressather nach einigen Jahren im Nebenerwerb nun in Vollzeit quer durch die Oberpfalz, um junge Musiker und Bands durch sein Netzwerk und gezielte Förderung zu unterstützen und ihnen dadurch im besten Fall sogar eine Profikarriere zu ermöglichen.

"Ich bin kein Musiker. Ich bin aber schon immer extremer Musikfan und liebe es, mich auszutauschen und so Netzwerke zu knüpfen", umschreibt Wagner sein Profil. So möchte er Ansprechpartner sein für Pop- und Rockmusiker, aber auch für Organisatoren von Konzerten und Festivals. Er berät junge Bands unter anderem bei Fragen rund um Auftritts- und Vertriebsmöglichkeiten sowie der Promotion. Als Popularmusikbeauftragter soll er die Vernetzung und Außenwirkung der Oberpfälzer Pop- und Rockmusikszene vorantreiben und stärken. Außerdem berät er den Bezirk Oberpfalz in Fragen des regionalen Pop-Geschehens und hinsichtlich der Künstler.

Auf der Suche nach engagierten Leuten mit Kontakten zur lokalen Musikszene stieß er auf Hannes Gilch, einer der führenden Köpfe der Musikinitiative Vohenstrauß (MiVoh). Dieser spitzte die Ohren, als ihm Wagner am Mittwoch beim ersten Treffen in der ehemaligen Kreisstadt von seinen Ambitionen, speziellen Angeboten und Fördermöglichkeiten erzählte. Als erfahrene Netzwerker vereinbarten beide, die neue Verbindung zu nutzen mit dem Ziel, junge Musiktalente aufzuspüren und zu fördern.

Beste Kontakte

Der Kontakt zahlt sich für die Bands und Nachwuchskünstler im wahrsten Sinne des Wortes aus. Denn wie Wagner erklärte, unterstützt der Bezirk unter anderem die Kosten für Aufnahmen in Tonstudios mit 30 Prozent. "Die Bands müssen lediglich einen Antrag stellen und Rechnungen vorlegen", betont Wagner. Beziehungen zu Politik und Verbänden helfen dem Popbeauftragten bei seiner Arbeit. Ein Beispiel: Die Workshop-Reihe „Go Professional“, ein Kooperationsprojekt des Bezirks Oberpfalz mit dem Verband für Popkultur in Bayern e.V. (VPBy) und dem Bayerischen Zentrum für Kultur- und Kreativwirtschaft (bayern kreativ), bietet ein umfangreiches Qualifizierungsangebot für Musiker und Bands. Dabei geht es um Themen wie Gema-Gebühren, Marketing oder Bühnenpräsenz. Der Bezirk beteiligt sich an der Teilnahmegebühr.

Natürlich habe sich der Popbeauftragte beim Start seiner neuen Aufgabe im Mai durch Corona komplett ausgebremst gefühlt. Erst seit ein paar Wochen traue er sich guten Gewissens wieder, vor Ort Kontakte zu knüpfen. Im Lockdown entstand die Idee zu seinem Podcast "Corona Tagebücher". Kulturschaffende erzählen hier von ihren konkreten Schwierigkeiten und Hoffnungen. Am Mittwoch standen Gilch und Paul Hüttl auf seiner Gästeliste. Sie gaben einen Lagebericht der MiVoh ab und informierten darüber, wie sie durch die lange Pause kamen und den Neustart vorbereiteten. Der Podcast ist über Spotivy zu hören.

Neustart nach Coronapause

Der Austausch war für beide Seiten informativ. Bemerkenswert fand Wagner die Tatsache, dass die MiVoh mit 73 Mitgliedern sehr gut aufgestellt ist: "Das ist schon extrem gut." Die Infrastruktur, die sich hier biete, sollte nun effektiv genutzt werden. Hüttl erzählte zum Beispiel von der derzeit laufenden, zweiten Auflage des MiVoh-Projekts "Young Talents". Nachwuchsmusiker und -sänger der Region würden hier zusammenfinden, gemeinsam proben und ihre Arbeit bei einem Abschlusskonzert der Öffentlichkeit vorstellen. Gilch ergänzte, wie wichtig es sei, "den Leuten endlich wieder Kultur live zu bieten", auch wenn damit derzeit nichts verdient sei.

Wagner beschreibt die Lage nüchtern: "Wir sind die Branche, die wegen Corona als Erste aufhören musste und als Letzte wieder anfangen darf." Umso wichtiger sei es laut Gilch, so schnell wie möglich erneut ein Kulturangebot zu schaffen: "Man spürt es bei jeder Veranstaltung hier in Vohenstrauß. Die Leute wollen das. Und wir wollen zeigen, dass wir noch da sind."

Säm Wagner im Interview

Regensburg

Ich bin kein Musiker. Ich bin aber schon immer extremer Musikfan und liebe es, mich auszutauschen und so Netzwerke zu knüpfen.

Säm Wagner

Säm Wagner

Hintergrund:

Förderprojekt "BY-on"

Vielversprechend klingt das Förderprojekt "BY-on" des Verbands für Popkultur in Bayern e.V., bei dem bayerischen Rock- und Popmusikern der Zugang zu Auftritten im Vorprogrammen von namhaften Künstlern, zu Festivals sowie Fortbildungen geboten werden. Es wird maßgeblich finanziert vom Bayerischen Staatministerium für Wissenschaft und Kunst als auch durch die Kooperationen mit den Bezirken Niederbayern und Oberpfalz. Die aktuelle Förderphase wird wegen der Pandemie um ein Jahr verlängert.

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