07.08.2020 - 11:14 Uhr
WaidhausOberpfalz

Alternative für Bocklradweg bei Waidhaus

Ein neuer Geh- und Radweg zwischen Waidhaus und Pfrentsch nimmt die zweite Hürde. Eines steht bereits fest: Die neue Strecke wird in einen Graben münden.

Durch den Tausch der Leitplanke gegen eine Betonbegleitwand, welche obendrein auf die Straße gesetzt wird, hoffen die Planer auf der Autobahnbrücke ausreichend Platz für den neuen Rad- und Gehweg nach Pfrentsch zu erhalten.
von Josef ForsterProfil

Ein Termin der Verwaltung in Begleitung von Bürgermeister Markus Bauriedl bei der Regierung in Regensburg nährte die Hoffnung auf eine baldige Verwirklichung. „Der Radweg nach Pfrentsch soll 2021 gebaut werden“, informierte Bauriedl in der der jüngsten Marktratssitzung. Von entscheidender Bedeutung seien die vom Ingenieurbüro Bamler aus Vohenstrauß erarbeiteten Planungen. Dadurch hätte es eine Bestätigung zum Erhalt von Fördermitteln gegeben. Die Marktgemeinde dürfe auf 65 bis 70 Prozent Regierungszuschuss für die zuwendungsfähigen Kosten rechnen. Der nächste Schritt bestehe nun im Eintritt in die Grundstücksverhandlungen. Eine Förderzusage habe es zudem für den rund 35 Meter langen Fahrbahnteiler inklusive Querungshilfe am Ortseingang von Pfrentsch gegeben. Als Standort sei die Entscheidung auf den Beginn des neuen Baugebiets gefallen, wozu der Bürgermeister eine Versetzung des Ortsschilds in nördliche Richtung ankündigte.

Der Radweg nach Pfrentsch soll 2021 gebaut werden.

Bürgermeister Markus Bauriedl

Dem Gespräch in Regensburg sei mittlerweile ein Ortstermin mit dem Staatlichen Bauamt gefolgt. Dabei seien die kritischen Stellen besprochen worden. Bei der Trasse für den kombinierten Geh- und Radweg sei die Entscheidung auf die östliche Seite der Staatsstraße gefallen. Mit Erreichen des Ortsteils erfolge über den neuen Fahrbahnteiler eine Querung der Straße. Ab hier laufe der Trasse weiter auf der bestehenden Siedlungsstraße und münde in den Hammergraben, welcher bereits vor Jahren als Fußgängerzone ausgebaut wurde. „Wir sind auf jeden Fall dran und es schaut gut aus von allen Seiten“, freute sich der Rathauschef. Von der Regierung habe es keine Einwände gegen den Fahrbahnteiler gegeben, da dieser als Querungshilfe benötigt würde und deshalb auch in die Förderung komme.

Neuer Fahrbahnteiler

Dritter Bürgermeister Ewald Zetzl interessierte sich für die Gestaltung des neu zu errichtenden Fahrbahnteilers. Bauriedl konnte ihm diese Frage jedoch noch nicht beantworten. Zetzl setzte darauf einen Hinweis, wonach das gleiche Problem bei der Ortsausfahrt Richtung Eslarn bestehe und sah auch dort den Bau eines Fahrbahnteilers als geboten. Die Lösung zur Querung der Autobahnanbindung und des Fahrbahnteilers interessierte Andreas Ringholz, weil es „ziemlich viel Lkw-Verkehr gibt und die Staatsstraße von ‚Riesen-Monster-Trucks-Bulldogs‘ häufig benutzt wird“.

Hierzu wartete der Bürgermeister mit konkreten Details auf. So werde die bisherige Leitplanke auf der Autobahnbrücke ganz entfernt. Zum Schutz des neuen Geh- und Radwegs käme stattdessen eine Betonbegleitwand zum Einsatz, die nicht auf den Gehsteig, sondern auf die Straße gesetzt werde. Dies ermögliche eine Nutzung des gesamten Randstreifens der Brücke. Aber es sei auch eine noch bessere Lösung denkbar, sie werde noch geplant. Eine Breite von 1,75 Meter würde auf der Brücke mindestens angepeilt, ansonsten werde die neue Strecke 2,50 Meter breit und als Vollausbau auch asphaltiert. Bei allen Grundstücksein- und ausfahrten erfolge zudem eine Teerung in einer Breite von 3,50 Meter. Für diesen Mehraufwand müsse die Marktgemeinde ganz alleine aufkommen. Für die Autobahnanbindung sei eine Verkehrsinsel mit Querungshilfe vorgesehen. Darüber hinaus ein generelles Absteigegebot für alle Radfahrer.

Potenzieller Unfallschwerpunkt

Auf die Anmerkung zu den Straßen in Hagendorf von Johannes Zeug antwortete zweiter Bürgermeister Josef Schmucker: „ Heute geht es um keine Abstimmung über die komplette Planung, sondern einzig über den Antrag auf Fördermittel. Alles andere ist noch am Werden.“ Vera Stahl konnte sich nicht mit einer Querung der Autobahnanbindung auf gleicher Höhe anfreunden. „Das sehe ich kritisch und als Unfallschwerpunkt. Auch weiß ich gar nicht, ob es so etwas irgendwo schon gibt." Anderen Lösungen mittels Brücke oder Unterführung gab Geschäftsleiterin Kerstin Wilka-Dierl wenig Hoffnung. Daraufhin forderte Zetzl zumindest ein Stoppschild für Fahrradfahrer. Abschließend einigten sich die Mitglieder auf den Förderantrag und die Aufnahme des Radwegs in das kommenden Haushaltsjahr, mitsamt der Bereitschaft, die finanziellen Lücken zu tragen.

Ebenfalls einstimmig nahmen die Markträte ein Förderangebot in Höhe von 2264 Euro zur Ausstattung der Grundschule mit Leih-Tablets an. Hierzu kündigte der Bürgermeister eine Beratung zur Anschaffung von Aufbewahrungskoffern im nichtöffentlichen Teil an.

Fördermittel für Teufelssteg-Sanierung

Für die Sanierung des Teufelsstegs nach den Unwetterschäden habe die Kommune bei der Regierung Fördermittel angefragt. Prompt habe es eine Zusage von 50 Prozent gegeben, sagte Bauriedl. Deshalb sei die Maßnahme sofort ausgeschrieben worden. Die Kostenschätzung belaufe sich auf 35 000 Euro. Noch könne die Straße nicht geöffnet werden und die Vollsperrung laufe. Zum einmütigen Beschluss eines Förderantrags bat der Bürgermeister alle Reinhardsriether um Geduld: "Es ist schon ein bisschen ein Umweg, auch für Urlauber. Wir können momentan wirklich nicht aufmachen. Es ist ein zu großes Stück der Straße weggebrochen. Mit ihrem Beschluss ermächtige das Gremium Bürgermeister Bauriedl oder desssen Stellvertreter zu einer Auftragsvergabe.

Zu neuen Wegen und der Nutzung modernen Medien bei Infos an die Bürger riet Ringholz mit Blick auf das Gmoiblattl: „Das ist zu wenig aktuell.“ Außerdem mahnte er das fehlende Entfernen von Unkraut im Straßenraum durch die Anliegern an. Bauriedl versprach einen Hinweis in Gmoiblattl und sicherte einen Aufruf durch die Gemeinde zu. Der Rathauschef bat um Verständnis, dass diese Arbeiten nicht über den Bauhof laufen könne: „Mit dem Mähen sind wird an der Grenze angelangt.“

Für den Bocklradweg interessierte sich Erika Grötsch, worauf ihr Bauriedl einen Beginn der Baumaßnahme zu einem Vollausbau im Herbst mitteilte. Zu einer Besichtigung mit dem Bauausschuss riet Nicole Hoch für den großen Spitzahorn auf dem Friedhof, was auch Johannes Zeug forderte. Letzterer forderte mit Rudi Grundler einen Rückbau der Brauhausgasse ähnlich des Straßenzugs „In der Au“. Grundler bat zudem um Auskunft zum Sachstand der Schlaffässer für die Freizeitanlage „Bäckeröd“. Das sei noch in der Schwebe, antwortete Grundler. Mittel wären im Haushaltsplan nicht vorgesehen: „Wir wollten diese Schlaffässer nicht einfach hinstellen, zumal die Freizeitanlage heuer nicht mehr geöffnet wird.“ Bauriedl wollte das Thema in den Hauptverwaltungsausschuss tragen, der sich mit Unterhalt, Betreuung und dergleichen zuerst beschäftigen solle.

Waidhaus

Die Zukunft des Binnenzollamts interessierte Johannes Zeug. Bauriedl bestätigte, keinerlei Kenntnisse über die bisherigen Aussagen seiner Vorgängerin Margit Kirzinger hinaus zu besitzen: Wir haben seitdem nichts mehr gehört.“ Der Investor habe aber einen Besuch in Waidhaus bereits angekündigt. „Wir wollen auf keinen Fall, eine Verlagerung des Binnenzollamts nach Lohma hinaus oder in Wernberg.“

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