26.08.2021 - 13:22 Uhr
WaldershofOberpfalz

Darum sind Cube und Ghost nicht mehr bei Europas größter Rad-Messe

An diesem Mittwoch startet die Eurobike, Europas größte Fahrradmesse, in Friedrichshafen. 630 Aussteller sind angemeldet – aber Cube und Ghost fehlen. Warum die Oberpfälzer Radhersteller nicht mehr dabei sind.

Ein Mountainbike mit Gates-Riemenspanner.
von Julian Trager Kontakt Profil

Reflektierende Rahmen, Airbags für Radler und einklappbare Lastenräder: Bei der Messe Eurobike in Friedrichshafen zeigt die Branche vom 1. bis 4. September Neuheiten rund ums Fahrrad - wenn auch nicht im gleichen Umfang wie vor der Corona-Pandemie. 630 Aussteller aus 42 Ländern seien angemeldet, sagte Projektleiter Dirk Heidrich bei einer Pressekonferenz am Donnerstag in Friedrichshafen. Das sind weniger als halb so viele wie bei der bislang letzten Ausgabe der Fahrradmesse 2019, als mehr als 1400 Aussteller kamen.

Die beiden großen Oberpfälzer Fahrradhersteller Cube und Ghost sind ebenfalls nicht dabei. Cube fehlt am Bodensee bereits seit einigen Jahren. Man konzentriere sich lieber auf die eigene Hausmesse in Waldershof (Kreis Tirschenreuth), sagt Marie Korzen, die bei Cube für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Das habe viele Vorteile für den Hersteller, betont sie. Aber auch die Händler würden von der Messe in der Zentrale in Waldershof profitieren. Man habe mehr Zeit für Gespräche, die Händler könnten besser testen. Wenn es nicht gerade eine Pandemie gibt, könnte man die Bikes in Waldershof und Umgebung ausprobieren. Deswegen verzichte Cube seit 2015 auf einen Stand bei der Eurobike. Nichtsdestotrotz sei Cube auf der Messe in Friedrichshafen trotzdem irgendwie vertreten – Mitarbeiter seien dort schon unterwegs, für Gespräche und um Neuigkeiten zu erfahren.

Konzentration auf Hausmesse

Der Waldsassener Bike-Hersteller Ghost ist schon seit zwei Jahren nicht mehr als Aussteller auf der Eurobike, teilt Sprecherin Jasmin Schejbal mit – aus den gleichen Gründen wie Cube. "Wir konzentrieren uns mit unseren Marken auf unsere eigene Hausmesse, zu der wir unsere Händler und Partner einladen."

Trotz der Absagen sei man angesichts der Pandemie dennoch „sehr zufrieden“ mit der Resonanz, sagte der Geschäftsführer der Messe Friedrichshafen, Klaus Wellmann. Nach einer digitalen Ausgabe im Jahr 2020 sei es wichtig, wieder eine Präsenzmesse zu veranstalten: „Es gibt so viel zu besprechen in dieser Branche, die wunderbar boomt.“

Dem Fahrradhandel bescherte die Pandemie zuletzt hohe Umsätze: Insgesamt wurden im vergangenen Jahr nach Branchenangaben mehr als fünf Millionen Fahrräder in Deutschland verkauft, ein Plus von fast 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Wegen Lieferproblemen könnten manche Räder erst mit monatelanger Verspätung ausgeliefert werden, teilte der Verband des Deutschen Zweiradhandels Anfang August mit.

Letzte Mal in Freidrichshafen

Der Markt für Lastenräder boomt in Deutschland ebenfalls - auch dank Kaufprämien, etwa für gewerbliche Lastenräder: Rund 103.000 Cargobikes wurden im Jahr 2020 in Deutschland verkauft, gut drei Viertel davon mit einem Elektroantrieb, schätzt der Zweirad-Industrie-Verband. Das entspricht einem Wachstum von rund 35 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Forderung der Grünen, auch den Kauf privater Lastenräder mit 1000 Euro zu fördern, hatte im Wahlkampf zuletzt Diskussionen ausgelöst.

Bei der vorerst letzten Eurobike am Bodensee sollen Lastenräder in einer Sonderausstellungsfläche vorgestellt werden, vom einklappbaren City-Cargobike bis zum ergonomischen Kindertransporter. Im kommenden Jahr steht dann der Abschied an: Die Eurobike zieht nach Frankfurt, die Premiere dort ist für den 13. bis 17. Juli 2022 geplant.

Mitteilung Eurobike zu Lastenrädern

Die Gründung von Cube und Ghost

Waldsassen

 

 

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