04.10.2021 - 10:32 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Bürgeraktion geißelt "Monster" durch Waldsassen

Die Befürworter einer "echten Umgehung" finden am Planfeststellungsbeschluss für die Verlegung der Bundesstraße 299 wenig Gutes. Die Gegner der aktuellen Planung kündigen Konsequenzen an.

Das neu gewählte engere Vorstandsteam der Bürgeraktion „Mitmachen lohnt“: (von links) Ludwig Wolf, Horst Gesell, Maria Thomas und Alfred Koch.
von Konrad RosnerProfil

Horst Gesell, Maria Thomas und Ludwig Wolf werden auch in den kommenden zwei Jahren die Vorstandssprecher der Bürgeraktion (BA) „Mitmachen lohnt – echte Umgehung – tatsächliche Entlastung“ sein. Einstimmig wurden sie am Freitag in der Jahreshauptversammlung im Gästehaus St. Joseph in ihren Ämtern bestätigt. Aktuell hat die Bürgeraktion 120 Mitglieder; viele der jüngeren waren bei der Versammlung dabei.

Horst Gesell nahm in seinem Statement wie gewohnt kein Blatt vor den Mund: "Die Waldsassener CSU hat seit 30 Jahren eine echte Umgehung und eine Gemeindeverbindungsstraße verhindert und die Waldsassener Bevölkerung mit Durchgangsverkehr, mit internationalem Lkw-Transit, in den letzten Jahren 700 Lkw täglich, mit Lärm und Abgasen belastet.“ Wenn auf die Bürgeraktion und auf das Bundesverkehrsministerium gehört worden wäre, so Gesell weiter, "hätte Waldsassen schon seit 20 Jahren eine echte Umgehungstrasse".

Viele Möglichkeiten für den Absprung

Gesell erinnerte an einen gemeinsamen Stadtratsbeschluss vom 14. September 1992, wonach die Bahntrasse den Erfordernissen einer echten Umgehung nicht entspreche. Seit nunmehr 30 Jahren habe das Straßenbauamt keine Planung vorlegen können, welche vor Gericht Bestand hätte. Währenddessen habe es genügend Möglichkeiten gegeben, sich von der Bahntrasse zu verabschieden. Doch der Absprung, so Gesell, sei nicht erfolgt. Er kritisierte die kurzsichtige Denkweise einiger Waldsassener Politiker, die die derzeitige Situation geschaffen haben, obwohl Städteplaner diese Trasse durch Waldsassen gar nicht wollten. Er sei strikt gegen dieses „Monster“ durch Waldsassen.

Gesell verwies auf den Lkw-Ost-West-Transit von Prag über Karlsbad, vierspurig ausgebaut nach Eger, der dann durch Waldsassen zur Autobahn A93 rolle. "Auch wenn man es nicht gerne hören will, aber es trifft zu: Diese Monstertrasse durch Waldsassen ist eine CSU/Freie-Wähler-Trasse, sollte sie einmal Realität werden." Mit dieser Trasse werde Waldsassen verlärmt, und dies auf Dauer. Die BA werde sich weiterhin dagegen wehren und klagen.

Jämmerliches Ergebnis

Ludwig Wolf sprach von einer 30 Jahre andauernden Straßenplanung mit einem jämmerlichen Ergebnis. Die Stadtdurchfahrung mit Linksabbiegeverkehr und dadurch vorprogrammierten Verkehrsstaus und Unfallgefahren, gesundheitsschädlichen Abgasen und Lärmbelästigung werde zum Schaden aller Waldsassener. Die Bürgeraktion werde gegen diese menschenverachtende und verkehrsuntaugliche Planung klagen, gemeinsam mit durch Grundstücke betroffenen Klägern. Die Bürgeraktion habe eine fundierte Argumentation. Auch die Finanzierung stehe. Der Bau einer echten Umgehung sei noch möglich; die Bürgeraktion setze sich weiterhin dafür ein, dem Mehrheitswillen entsprechend.

Einen Einblick in die Finanzen der Bürgeraktion gab Kassierer Alfred Koch. Bei den Neuwahlen, die Klaus Schuster leitete, wurde Alfred Koch sowohl als Kassierer als auch als Schriftführer bestätigt. Zu Kassenprüfern wurden erneut Reinhard Lindner und Helmut Zeitler gewählt. Beisitzer sind künftig Andreas Bergauer, Dominik Zeitler, Thomas Fischer, Erhard Frost, Marco Gmeiner, Stefan Häuslmann, Helmut Plommer, Hubert Rosner, Hans-Werner Schmid, Stefan Müller, Gertraud Seitz, Franz Stierstorfer und Rainer Fischer.

Bei der Bürgerversammlung meldete sich BA-Mitglied Helmut Plommer zu Wort

Waldsassen

"Diese Monstertrasse durch Waldsassen ist eine CSU/Freie-Wähler-Trasse, sollte sie einmal Realität werden."

Horst Gesell

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