20.06.2021 - 12:26 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Neualbenreuther Straße in Waldsassen: Lösung für die Klostermauer

Vieles wäre in Waldsassen ohne die Städtebauförderung gar nicht möglich. Was alles geschafft wurde und was noch zu schaffen ist, erfuhr MdB Albert Rupprecht bei einem Stadtspaziergang. In der Sommerhitze gab's dabei auch eine Überraschung.

MdB Albert Rupprecht und Bürgermeister Bernd Sommer in der Neualbenreuther Straße an der Klostermauer.
von Paul Zrenner Kontakt Profil

"Ich war noch nie im neuen Rathaus", sagte CSU-Bundestagsabgeordneter Albert Rupprecht, als er ins Büro von Bernd Sommer kam. Dabei war die Generalsanierung des Verwaltungsgebäudes gleich eines der vielen Beispiele für die finanzielle Unterstützung von Bund und Freistaat bei der Verwirklichung von Projekten. Denn bei dem Treffen ging es um die Städtebauförderung – um bereits beendete Projekte wie um künftige.

"Das war für die Entwicklung extrem wichtig", betonte Bürgermeister Bernd Sommer im Rückblick. Nicht minder von Bedeutung sei die Städtebauförderung aber auch für die Zukunft. Der kurze Spaziergang führte vom Rathaus über den Goetheplatz und weiter in Richtung Brauhausstraße. Dort gab es eine kurze Visite im Anwesen Nr. 2, wo die Stadt Waldsassen – ebenfalls mit hoher Förderung – Mietwohnungen errichtet.

Den Abschluss bildete ein kurzer Besuch im Anwesen Mühlbachgasse 9, das ebenfalls aufwendig saniert wurde. Zuvor aber ging es über die Wondreb Richtung Neualbenreuther Straße. "Momentan zwickt uns die Klostermauer", sagte Sommer über die Einfriedung, die dringend saniert werden müsste. "Aber das kostet irre Geld." Nun sei eine Lösung gefunden worden mit den verantwortlichen Behörden.

Geld weiterhin nötig

Schon vor Jahrzehnten, so erzählte Sommer, sei die Klostermauer zum Teil saniert worden. Die Arbeiten im weiteren Verlauf stadtauswärts könnten aber nicht mehr aufgeschoben werden. "Wir werden die Mauer jetzt sanieren, weil wir auch am Gehweg etwas machen müssen", informierte Sommer den MdB über die Maßnahme entlang der Neualbenreuther Straße – außen wie innen auf dem Gelände der Abtei.

"Die Bundesstädtebauförderung ist absolut wichtig für die Entwicklung unserer Kommunen", zog Albert Rupprecht als Fazit und staunte über die vielen Maßnahmen in Waldsassen. "Wir brauchen weiterhin das Geld und das darf nicht reduziert werden", sieht der MdB den Auftrag für die Zeit nach der Bundestagswahl.

Wachgeküsst aus Dornröschenschlaf

"Ich bin einfach nur begeistert von der Entwicklung, die Waldsassen in den vergangenen Jahren genommen hat. Da kann ich Bernd Sommer nur gratulieren", so Rupprecht über den Bürgermeister "und sein Team". Waldsassen sei "aus dem Dornröschenschlaf wachgeküsst worden". Wunderschön und einzigartig sei Waldsassen und die Bürger dürften stolz sein auf ihre Stadt.

Die Veränderungen bestärkten auch in der Argumentation, wenn "irgendwelche Münchener" die Region als strukturschwach und als "Armenhaus" in Bayern bezeichneten. "Dann sage ich: Entschuldigung. Wann waren Sie das letzte Mal in der nördlichen Oberpfalz? Schauen Sie sich Tirschenreuth, Waldsassen und andere Kommunen an." So können nur jemand reden, der seit 20 Jahren nicht mehr im Stiftland gewesen sei. "Das ist wichtig, dass das in die Köpfe reinkommt."

Spontane Erfrischung

Am Rande des Treffens ergab sich eine schöne Begegnung, die auch MdB Rupprecht beeindruckte. "Habt's Zeit für ein kühles Kondrauer", bot Anwohner Karl-Friedrich Ochsenmayer bei der Sommerhitze um die Mittagszeit eine Erfrischung an. Weil die Zeit etwas drängte, lehnte Sommer zuerst ab, worauf Ochsenmayer wenig später über die Straße kam – mit Gläsern und einer Mineralwasserflasche.

"Das ist ja der Wahnsinn", staunte Rupprecht, als der Nachbar aufforderte: "Jetzt trinkt was, ihr müsst doch Durst haben wie verrückt." Ganz frisch sei das Wasser, erklärte Ochsenmayer, um dann zu verraten: "Ich liebe Waldsassen, dass dürft ihr mir glauben." Der Anwohner der Neualbenreuther Straße verwies auf sein Anwesen mit dem markanten Baum, rund 30 Meter hoch. "Wir sind auf einer grünen Insel, ringsum habe ich Natur." So etwas, sagte Ochsenmayer, werde man in Waldsassen nirgendwo sonst finden.

Auch Bernd Sommer gefiel der Überraschungsmoment mit der spontan angebotenen Erfrischung. "So sind die meisten Waldsassener", sagte der Bürgermeister und stellte ansonsten den Gemeinschaftssinn der Bürger heraus. Die Leute seien sehr interessiert an dem, was die Stadt verändern wolle. Dies habe sich auch in der Vergangenheit bei Stadtführungen gezeigt, bei denen Sommer städtebauliche Projekte vorstellte.

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Waldsassen
Bei dem Rundgang schauten Albert Rupprecht (links) und Bernd Sommer auch im Anwesen Brauhausstraße 2 vorbei. In dem Anwesen, das die Stadt Waldsassen erworben hat, werden stehen sechs Mietwohnungen entstehen.
Hintergrund:

Klostermauer-Sanierung: Rund eine Million Kosten

  • "Der Planungsauftrag ist bereits vergeben", informierte Bürgermeister Bernd Sommer über den aktuellen Stand für die Sanierung der Klostermauer an der Neualbenreuther Straße.
  • Die Gesamtkosten werden ersten Berechnungen zufolge rund eine Million Euro betragen.
  • In Vorgesprächen sei mitgeteilt worden, dass für die Maßnahme Gelder aus dem Städtebauförderungsprogramm fließen werden - in einem Mix aus Bundesmitteln und einem Zuschuss des Freistaats.
  • Um die Gestaltung werde sich das Landesamt für Denkmalpflege kümmern, so Sommer auf Anfrage von MdB Albert Rupprecht.

"Ich bin einfach nur begeistert von der Entwicklung, die Waldsassen in den vergangenen Jahren genommen hat."

MdB Albert Rupprecht

"Jetzt trinkt was, ihr müsst doch Durst haben wie verrückt."

Karl-Friedrich Ochsenmayer, der spontan eine Erfrischung anbot

 

 

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