11.10.2021 - 11:18 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Unbegrenzte Musik in der Aula des Klosters Waldsassen

Die Fusion von Alter und Neuer Musik hatte einen großen Auftritt in der Reihe des Waldsassener Kammermusikkreises. Dass als Veranstaltungsort eine barocke Umgebung gewählt wurde, passte perfekt zum Programm.

Christoph Mayer und Christoph Hillmann (rechts, mit der "magischen Trommel") während des Konzerts in der Aula des Klosters Waldsassen
von Externer BeitragProfil

Ein einzigartiges Konzert zweier Musiker mit außergewöhnlichen Instrumenten erlebten die Besucher am Samstag in der Aula der Zisterzienserinnenabtei. Dort präsentierte der Waldsassener Kammermusikkreis (WKK) in seiner Reihe das Gastspiel von Christoph Mayer und Christoph Hillmann, Jazzschlagzeuger und Percussionist.

"B unlimited" nennt sich das ungewöhnliche Duo, wobei der Buchstabe laut Programmzettel stellvertretend für "Barock" steht. Das könnte ein braves und streng klassisches Programm erahnen lassen, wäre da nicht der Zusatz "unlimited" – unbegrenzt. Denn die musikalischen Grenzüberschreitungen bescherten dem Publikum einen interessanten Abend.

Lebensfreude und Melancholie

Das Programm „Magic Melodies“ ließ südamerikanische Lebensfreude und Melancholie gleichermaßen erleben und spüren. Zu hören war Musik alter Meister aus dem 16. und 17. Jahrhundert, unter anderem von John Dowland: Solistisch oder dezent vom Schlagwerk begleitet, gab der auf internationalen Festspielen und in Konzertsälen präsente Musiker auf seiner Barockvioline Einblicke in Virtuosität und Können als "Botschafter der historischen Aufführungspraxis". Immer wenn Mayer das alte Instrument gegen das moderne elektronische tauschte, wurde es spannend und außergewöhnlich.

Bei den Kompositionen von Christoph Hillmann durfte sich das Publikum entführen lassen in fremde Klangwelten. So mancher Zuhörer schloss die Augen und schien dabei zu meditieren, als der Percussionist mit seiner "Weltmusik-Percussion" faszinierende klangliche Facetten zauberte.

Dauerschleife im Hintergrund

Bei temperamentvollen Stücken zeigte der Jazz-Schlagzeuger vollen Körpereinsatz an Kalimba, Cajon und vielen anderen Instrumenten, die im Alltag kaum zu hören und zu sehen sind. Dazu gehört auch das "Daumenklavier", das sich Hillmann, wie er erzählte, speziell für seine Musik bauen ließ. Mitunter kamen auch technische Tricks zum Einsatz - etwa ein Sampler, mit dem zuvor gespielte Tonfolgen und Akkorde aufzeichnet und in Dauerschleife als Hintergrundmusik eingespielt wurden.

Auch konventionelles Hilfsmittel zu Einsatz kam etwa ein Luftballon auf der Rückseite der, so Hillmann, „magischen Trommel“: Mehrmals setzte der Profi-Schlagzeuger eine Luftpumpe an, um mit dem Ballon, der sich mehr oder minder gefüllt an die Bespannung der Trommel presste, die zur Violine passende Tonhöhe einzustimmen.

Großer Auftritt für ein historisches Instrument in der Aula des Klosters Waldsassen

Waldsassen

 

 

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