29.09.2020 - 10:49 Uhr
WaldsassenOberpfalz

In Waldsassen gibt es jetzt einen "Kunst-Oscar"

Schöne Anerkennung für die Künstlergilde: Der Verein Kunsthaus Waldsassen lobt unter den Teilnehmern der aktuellen Ausstellung erstmals einen Kunstpreis 2020 aus.

von Ulla Britta BaumerProfil

Lange ist es her, dass der Landkreis Tirschenreuth an Künstler im Stiftland einen Preis vergeben hat. Nach einigen Jahren und einigen Preisträgern ist das damals von politischer Hand geförderte Projekt wieder eingeschlafen. Grund genug für den Verein Kunsthaus Waldsassen, eine derartige Auszeichnung wieder aus dem Dornröschenschlaf zu wecken. Verkündet hat die schöne Nachricht Vorsitzender Wolfgang Horn bei der Eröffnung der ersten Gemeinschaftsausstellung 2020, die wegen Corona vom Juli auf den Herbst verlegt wurde.

Wer den Preis bekommen wird, wie er aussieht, wie hoch er dotiert ist, welchen Namen der Waldsassener "Oscar" künftig trägt und wer die Jury bilden wird, wurde am Samstag noch nicht verraten. Beschlossene Sache ist: Der Preis wird jährlich einmal an einen Künstler oder eine Künstlerin im Landkreis vergeben und Bürgermeister Bernd Sommer wird als Mitglied in der Jury mitwirken. "Aber ihr seid die Künstler, ich bin keiner", meinte Sommer bescheiden. Was Wolfgang Horn nicht so stehen lassen wollte. "Es ist auch eine Kunst, ein Rathaus zu führen", meinte der Vorsitzende lachend. Waldsassen sei als Kulturstadt für einen Kunstpreis die richtige Kommune.

Horn freute sich, der Bevölkerung mit dieser Ausstellung endlich wieder Kunst bieten zu können. Zwar dürften weiterhin keine Konzerte stattfinden. Aber dafür könne nun jeder die Ausstellung besuchen, natürlich unter Einhaltung der Vorschriften. Bernd Sommer spannte einen Bogen zwischen menschlichen Begegnungen und Kunst. Denn Begegnungen würden dennoch hier stattfinden, wenn auch nicht räumlich. "Hoffen wir, dass viele Menschen, die Kunst vermisst haben, nun die Ausstellung besuchen", wünschte er sich.

Zu sehen gibt es in der Gemeinschaftsausstellung 2020 im Kunsthaus ausgesprochen interessante Kunst in nahezu jeder Stilrichtung von Malerei über Bildhauerei, Keramik, Holzskulpturen und Metallarbeiten bis hin zur Kunstfotografie. 26 Aussteller haben außergewöhnliche Werke mit starker Aussagekraft abgeliefert. Immer wieder fließt das Thema Corona ein, wobei die Pandemie nicht Hauptthema der Werke ist. Die Arbeiten sind geprägt vom individuellen Gedankengut, den Emotionen und Gefühlen sowie den Sichtweisen des einzelnen Künstlers auf die Dinge. Einerseits lassen die Motive der Werke dem Betrachter ausreichend Freiraum für Eigeninterpretationen, manches Mal lenken sie das Augenmerk unbewusst aufs Wesentliche im Leben.

Hintergrund:

Ausstellung an den Wochenenden geöffnet

An der Gemeinschaftsausstellung nehmen 26 Künstler teil: Margret Seer, Ulla Britta Baumer, Tom Brankovic, Olga Kelwig, Inge Posorski, Anton Eichinger, Sarah Reinhardt, Anita Seitz, Jürgen Klein, Matthias Kunz, Luca Braun, Monika Dillenkofer, Markus Braun, Herbert Schlittenbauer, Hans-Günther Lauth, Wolfgang Horn, Hans-Georg Schulze, Walter Pilsak, Werner Müller, Regina Zrenner, Hartmut Bombosch, Carsten Dick, Levi Dick, Inge Dick, Moses Dick und Robin Seur.

Die Gemeinschaftsausstellung kann an den Wochenenden bis 1. November jeweils samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr besichtigt werden. Mundschutz ist erforderlich und in den drei Stockwerken sind jeweils nur eine begrenzte Zahl Besucher möglich. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

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