28.09.2020 - 18:33 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Mit weißen Zelten gegen das Coronavirus

Mit kostenlosen Reihentests im Grenzgebiet des Landkreis Tirschenreuth versucht der Freistaat zu verhindern, dass Grenzgänger aus Tschechien das Coronavirus verbreiten. Dafür werden nun weiße Zelte in verschiedenen Orten aufgebaut.

Gestern Montag war die Corona-Teststation bei der Stadthalle in Waldsassen aufgebaut, von 12 bis 20 Uhr wurden Menschen getestet.
von Josef RosnerProfil

Dem Landkreis ist es gelungen, ein mobiles Testzentrum zu bekommen, um Reihenuntersuchungen bei Grenzgängern aus dem Risikogebiet Tschechien zu bewerkstelligen. Los ging es am Montag vor der Stadthalle in Waldsassen. Dort warteten sieben Mitarbeiter, unter ihnen zwei Mediziner, acht Stunden lang - von 12 bis 20 Uhr - auf Berufspendler, die sich freiwillig und kostenlos auf das Coronavirus testen lassen wollten. Am Dienstag stehen die weißen Zelte bei der Eishalle in Mitterteich - von 10 bis 18 Uhr. Nächste Station ist am Mittwoch von 12 bis 20 Uhr am Grenzübergang in Mähring. In den weißen Zelten können die Berufspendler aus dem Nachbarland Abstriche machen lassen.

Anmeldung im Vorfeld empfohlen

Pendler, die das nutzen wollen, sollten sich zuvor im Internet unter corona.centogene.com anmelden, um einen reibungslosen und schnellen Abstrich zu ermöglichen. Aber man kann auch einfach so vorbeikommen, dann dauert der Test aber wesentlich länger. Bei einer Voranmeldung ist nach zwei Minuten alles vorbei, ansonsten dauert es rund 20 Minuten.

Wie zu erfahren war, hat der Landkreis Tirschenreuth im Vorfeld Unternehmen aus der Region angeschrieben und sie auf die Möglichkeit aufmerksam gemacht. Die Abstriche erledigt die Münchener Firma 21 Dx. Nach Angaben des siebenköpfigen Teams, das im Landkreis im Einsatz ist, können die Teilnehmer innerhalb von 24 bis 36 Stunden ihr Ergebnis über das Internet abrufen. Jeder Proband erhält dann eine E-Mail mit seinem Befund.

Sicherheit und Gesundheit als oberste Maxime

Unternehmen, wie die Schott AG in Mitterteich, begrüßen das Test-Angebot im Landkreis ausdrücklich. "Wir haben deutlich über 100 Kolleginnen und Kollegen, die in Tschechien wohnen. Tag und Nacht fließt aus unseren Wannen das Glasrohr, aus dem später einmal Milliarden Impf-Fläschchen gegen Sars-CoV-2 werden. Im Kampf gegen Covid-19 ist es deshalb wichtig, dass die Produktion weiterhin gut funktioniert und dafür braucht es auch die Mitarbeiter mit Wohnsitz in Tschechien", betont Standortleiter Stefan Rosner. Angst vor dem Risikogebiet im Nachbarland habe das Unternehmen zwar nicht, Sicherheit und Gesundheit müssten derzeit die oberste Maxime sein. "Unsere Mannschaft kennt die Corona-Gefahr vor der Haustür ja schon vom März. Damals war die Situation objektiv betrachtet in Mitterteich deutlich schlimmer als jetzt im Kreis Eger. Wir wissen daher: Unser Hygienekonzept funktioniert", sagt Rosner, der die Absprache mit den Behörden ausdrücklich lobt. Sogar bei den Öffnungszeiten sei das Gesundheitsamt dem Unternehmen entgegengekommen, um den Schichtwechsel bei Schott mit abzudecken.

Am Montag gibt es im Landkreis Tirschenreuth 8 neue Coronafälle

Tirschenreuth
Die kleine weiße Zeltstadt erregte durchaus Aufsehen. Heute sind die Corona-Tester in Mitterteich und morgen in Mähring zu Gast. Getestet werden vor allem Mitarbeiter aus der Firmen der Region, diese wurden vom Landratsamt angeschrieben.
Freiwillig und kostenlos können sich Menschen in der Teststation auf Corona testen lassen, das Ergebnis gibt es innerhalb von 24 bis 36 Stunden. Eine vorherige Anmeldung beschleunigt die Untersuchungen.
Hintergrund:

Mobiles Testzentrum nur für Berufspendler

Das mobile Testzentrum ist nur für Berufspendler aus Tschechien gedacht. Einwohner aus dem Landkreis sollen das Testzentrum an der Einsteinstraße in Tirschenreuth aufsuchen. Dort sind Abstriche für Personen mit Symptomen täglich zwischen 11.30 Uhr und 12 Uhr möglich. Für Personen ohne Symptome ist das Zentrum täglich zwischen 8 Uhr und 11.30 Uhr geöffnet.

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