18.01.2021 - 18:06 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Corona-Impfung: Pflegepersonal in Weiden und im Landkreis Neustadt noch zurückhaltend – Ausnahme: Klinikum

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Bei Corona-Impfungen stehen Menschen in Pflegeheimen und Kliniken an erster Stelle. Auch die Mitarbeiter. Doch wie sieht es mit deren Bereitschaft in Weiden und im Landkreis Neustadt/WN aus, sich impfen zu lassen?

Mitarbeiter im medizinischen Bereich können als Gruppe 1 der Prioritätenliste früh eine Corona-Impfung bekommen.
von Susanne Forster Kontakt Profil

Seit gut drei Wochen laufen die Corona-Impfungen. Doch nicht jeder kommt gleich dran. Pflegemitarbeiter aber stehen ganz oben auf der Liste. Doch nicht jeder hat das Angebot angenommen. BRK-Kreisgeschäftsführer Sandro Galitzdörfer spricht für die BRK-Seniorenwohn- und Pflegeheime in Weiden, Eschenbach, Hammergmünd und Erbendorf sowie die ambulante Pflege. Die Impfquote unter den insgesamt 400 Angestellten variiere je nach Heim zwischen 40 bis 60 Prozent. Dabei sei der Impfwille im Vergleich zu Dezember gestiegen. Galitzdörfer stellt das in Zusammenhang mit einem Corona-Ausbruch in einem der Heime. Von 70 Hauptamtlichen im Rettungsdienst in Weiden und im Landkreis Neustadt wollten sich 60 Prozent impfen lassen.

Mitarbeiter auf der Warteliste

Die Impfbereitschaft an der Kliniken Nordoberpfalz AG sei sehr groß und wachse von Tag zu Tag, alle zugeteilten Impfstoffdosen seien verimpft worden, sagt Pressesprecher Michael Reindl. Bislang sind standortübergreifend 557 Mitarbeiter geimpft worden. 99 weitere Impfungen erfolgten an diesem Montag, 18. Januar. Nun würden schon Termine zur Zweitimpfung festgelegt.

Doch manche, die geimpft werden möchten, müssen noch Geduld haben. Mindestens 60 hauptamtliche BRK-Mitarbeiter im Kreis Neustadt und in Weiden stehen auf der Warteliste, erklärt Galitzdörfer. Für sie sei der Impfstoff noch nicht geliefert worden. Derzeit stehen erst einmal die Zweitimpfungen an. An der Reihe sind immer diejenigen, die jeweils vor mindestens 21 Tagen die erste Spritze bekommen haben. Impfdosen für die Zweitimpfungen seien in ausreichender Menge angeliefert worden. Unter Umständen kann damit auch eine Erstdosis verabreicht werden. Ist ein Impfwilliger erkältet und kann am Termin keine Spritze bekommen, werde die Dosis jemand anderem verabreicht. Galitzdörfer betont, dass dies jedoch keine geplanten ersten Impfungen seien und so eventuell Mitarbeiter in der Verwaltung zum Zug kommen, die sonst nicht für eine Impfung priorisiert seien.

Situation Pflegeheim Pleystein

"Knapp 50 Prozent des Personals ließen sich impfen", sagt Manfred Voit. Insgesamt 30 Mitarbeiter sind das bislang, erklärt der Leiter des Pflegeheimes Pleystein. Die Bereitschaft dazu sei durchwachsen. "Manche warten noch ab", meint er. Er vermutet, dass der Impfwille bei einigen in den kommenden Monaten steige. Insgesamt 65 Bewohner gibt es im Pflegeheim. Von ihnen haben bislang etwa 85 Prozent mindestens die Erstdosis erhalten.

Situation in Caritas-Heimen

In Einrichtungen der Caritas, die es etwa in Neustadt, Vohenstrauß, Pressath und Weiden gibt, schwanke die Impfbereitschaft. Caritas-Sprecher Harry Landauer spricht von einer Impfquote zwischen 40 und 75 Prozent, wie ein Stimmungsbild der Häuser im Caritasverband der Diözese Regensburg zeige. Es sei eine "erste Rückmeldung von draußen". Landauer nennt einzelne Zahlen mit Stand 18. Januar, 8.30 Uhr: Im Caritas-Pflegeheim in Weiden leben und arbeiten jeweils etwa 66 Menschen. Bislang haben 47 Bewohner und 33 Mitarbeiter eine Corona-Impfung bekommen. Von den jeweils rund 84 Bewohnern und Mitarbeiterin in Neustadt sind bislang 28 Bewohner und 20 Mitarbeiter geimpft worden. In Pressath gibt es rund 65 Mitarbeiter Bewohner, davon haben 51 Heimbewohner und 20 Mitarbeiter eine Spritze bekommen. In Vohenstrauß sind 67 Bewohner und 38 Mitarbeiter von jeweils insgesamt 75 geimpft worden.

Situation im AWO-Seniorenheim Windischeschenbach

Über eine geringe Impfbereitschaft beim Pflegepersonal kann Ralf Selch im AWO-Seniorenheim in Windischeschenbach nicht klagen. Beim ersten Impftermin an Silvester haben etwa 20 Mitarbeiter aus Pflege und Betreuung eine Spritze bekommen. Derzeit werden aber nur die geimpft, die noch nicht mit dem Coronavirus infiziert waren, erklärt Selch. Wenn alle geimpft würden, läge die Bereitschaft leicht über 50 Prozent, vermutet er. Im AWO-Heim arbeiten etwa 60 Menschen. Von den 70 Bewohnern seien, bezogen auf diejenigen, die für eine Impfung infrage kommen, bislang fast alle geimpft worden.

St. Michael Weiden

"Derzeit gibt es Engpässe bei der Impfstoffbeschaffung, und deshalb musste ein angedachter Termin verschoben werden", schreibt der Geschäftsführer der Diakonie Weiden, Karl Rühl, zur Situation im St.-Michaelszentrum Weiden.

Löffler Altenstadt

Auch im Seniorenwohnheim Löffler in Altenstadt warten die Verantwortlichen noch auf Impfdosen. Geschäftsleiterin Irina Löffler-Ilinov sagt, bislang ist noch keiner der Bewohner und keiner der Mitarbeiter geimpft worden. Die Angestellten wünschen sich ein aufklärendes Gespräch zur Corona-Impfung, möchten über mögliche Auswirkungen Bescheid wissen. Löffler-Ilinov hat den Eindruck, ihre Mitarbeiter sehen der Impfung eher positiv entgegen.

Das ist zu beachten, um einen Termin für die Corona-Impfung zu bekommen

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Der Ärzteverbund Oberpfalz-Nord empfiehlt die Grippe-Impfung

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Hintergrund:

Wer wann geimpft wird

Laut Bundesregierung werden die Corona-Impfungen in drei Prioritätengruppen eingeteilt:

  • Gruppe 1: unter anderem über-80-Jährige, Menschen in Pflegeheimen, Personal auf Intensivstationen, in Notaufnahmen und Rettungsdiensten
  • Gruppe 2: 70 bis 80-Jährige, Menschen mit Trisomie 21, Demenz, Transplantationspatienten, bestimmte Kontaktpersonen
  • Gruppe 3: 60 bis 70-Jährige, medizinisch vorbelastete Menschen, Polizei und Feuerwehr, Personal in Kitas, Schulen und Einzelhandel

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