21.10.2021 - 19:30 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Engpässe bei Grippe-Impfstoff für Ältere in Bayern – In der Oberpfalz ist die Lage aber gut

Zum besseren Schutz vor der Grippe sollten in diesem Herbst Menschen über 60 erstmals einen hoch dosierten Impfstoff wählen können. Doch bei bayerischen Hausärzten kommt es momentan zu Engpässen. In der Oberpfalz dagegen nicht.

Hatschi: Die Grippesaison hat begonnen und die Impfungen gegen die Influenza ebenfalls.
von Julian Trager Kontakt Profil

In vielen bayerischen Arztpraxen fehlt es an einem Impfstoff, der über 60-Jährige besser vor der Grippe schützen soll. „Der ist weitgehend nicht mehr vorhanden“, sagte ein Sprecher des Bayerischen Hausärzteverbands (BHÄV) in München. In der Oberpfalz ist die Versorgungssituation mit Grippeimpfstoffen trotzdem "aktuell gut", sagt der Kemnather Hausarzt Dr. Peter Deinlein auf Nachfrage. Deinlein ist stellvertretender Oberpfälzer Bezirksvorsitzender des BHÄV. "Auch in früheren Jahren sind die bestellten Impfstoffe nicht alle auf einmal gekommen." Darauf könne man sich aber einstellen und entsprechend planen.

Da das Vakzin mit der vierfachen Menge an Antikörpern in dieser Grippesaison eigentlich erstmals für über 60-Jährige verfügbar sein sollte, sei der Engpass „ärgerlich“. Bis zum Jahr 2021 war der hoch dosierte Impfstoff nur für über 65-Jährige zugelassen gewesen.

Hersteller-Angaben zufolge solle Deutschland mit zehn Millionen Impfdosen beliefert werden, was in etwa der Zielgruppe der Menschen über 60 Jahre entspreche, heißt es vom BHÄV. Zuletzt seien aber nur Vorbestellungen des neuen Impfstoffs ausgeliefert worden. Erst von dieser Woche an sollen die Vakzine demnach wieder über den Großhandel verfügbar sein. „Die Situation sollte sich demnächst also wieder entspannen“, sagte der BHÄV-Sprecher.

Bei herkömmlichen Grippe-Impfstoffen seien aus den Hausarztpraxen im Freistaat bislang keine Engpässe bekannt, sagte der BHÄV-Sprecher. Mit 25 Millionen Impfdosen habe das Paul-Ehrlich-Institut bisher gut 30 Prozent mehr Grippe-Vakzine als im Vorjahr zugelassen, daher werde die Versorgungslage wohl gut bleiben.

Der Vorsitzende des Bayerischen Hausärzteverbands, Markus Beier, betonte, man werde „alles daran setzen“, die Zahl von 1,7 Millionen Grippe-Impfungen durch niedergelassene Ärzte in Bayern während der vergangenen Saison zu übertreffen. Die Nachfrage nach den Impfungen sei bislang „ganz gut“, hieß es vonseiten des Verbands.

Das könnte auch mit dem Coronavirus zu tun haben. Im vergangenen Winterhalbjahr, in dem die Corona-Pandemie begann, haben sich erheblich mehr Menschen in Deutschland gegen Grippe impfen lassen als in der Wintersaison 2019/20. Das zeigt eine Datenerhebung der KKH Kaufmännische Krankenkasse, wie diese in einer Pressemitteilung schreibt. So entschieden sich deutschlandweit mehr als 300.000 KKH-Versicherte für die Impfung gegen die Infektionskrankheit und damit rund jeder sechste – macht ein Plus von 14 Prozent.

Von den über 60-Jährigen ließen sich rund acht Prozent mehr impfen. Unter den Jüngeren ließen sich sogar rund 36 Prozent mehr Menschen impfen als im Winterhalbjahr davor. „Hier wirkt sich der Corona-Effekt aus“, ist sich KKH-Apotheker Sven Seißelberg sicher. (Mit Material der dpa)

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