15.01.2021 - 16:45 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Keine Entspannung bei Coronazahlen: Gesundheitsamt ist Ursachen auf der Spur

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Die Zahl der Coronafälle in Weiden und dem Landkreis Neustadt/WN will nicht gravierend sinken. Woran liegt`s? Der Chef des Gesundheitsamts gibt Antworten.

Im Kampf gegen das Coronavirus ist das Gesundheitsamt Weiden-Neustadt dran. Infektionswege würden weiter zurückverfolgt. Doch wo sind die Infektionsquellen?
von Simone Baumgärtner Kontakt Profil

Trotz Lockdown gibt es noch keine echte Entspannung bei den Corona-Fallzahlen in Weiden und im Landkreis Neustadt. Zwar sind auch am Freitag die 7-Tage-Inzidenzwerte gesunken. Sie lagen laut Robert-Koch-Institut bei 159,1 in Weiden und 133,4 im Landkreis. Dennoch meldet das Institut auch 15 neu nachgewiesene Covid-19-Fälle im Landkreis, ein Mensch starb dort in oder an Corona. Insgesamt 11 Fälle mehr muss Weiden verkraften. Schuld an den weiter hohen Zahlen ist wohl Weihnachten, meint Dr. Thomas Holtmeier, Chef des Gesundheitsamts Weiden-Neustadt.

Auf eine Anfrage von Oberpfalz-Medien erklärt er: "Die jetzigen Infektionszahlen spiegeln wahrscheinlich noch die intensiveren Kontakte der Bevölkerung über die Weihnachtsfeiertage wider. Damit konnte das Virus weitere Verbreitungswege erschließen." Und das wirke sich auf die Zahlen aus. Abzuwarten bleibe dabei, ob es mit dem Ende der Feiertage zu weiteren "Nachholeffekten" bei den Testungen komme. Auch das könnte zunächst die Zahlen weiter nach oben treiben. Trotzdem zeigt sich Holtmeier optimistisch, dass die fortgesetzten und intensivierten Beschränkungen des Lockdowns greifen werden: "Es ist zu erwarten, dass das Infektionsgeschehen sukzessive an Fahrt verliert."

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Dies zeige sich auch bei der Nachverfolgung der Infektionswege durch das Gesundheitsamt: "Wir beobachten, dass die Zahl der von den Infizierten angegebenen engen Kontaktpersonen momentan wieder abnimmt." Dies sei eindeutig die Folge der Kontaktbeschränkungen. Beschränkungen, die weitere Infektionen bislang nicht verhindern können. Da stellt sich die Frage: Wo stecken sich die Menschen im Lockdown überhaupt noch an? Eine eindeutige Antwort gibt es laut Gesundheitsamt nicht: "Retrospektiv lässt sich bei der überwiegenden Zahl der Fälle keine konkrete Infektionsquelle identifizieren", teilt Holtmeier mit. Dort, wo die Nachverfolgung gelingt, stoßen die Corona-Detektive vor allem auf das private Umfeld als Infektionsursache. Zuletzt hieß es zudem in Seniorenheimen, Bewohner seien infiziert von einem Klinikumsaufenthalt zurückgekommen. Welche Rolle spielt demnach das Klinikum Weiden als Infektionsursache? "Eine untergeordnete", erklärt der Chef des Gesundheitsamts. In Phasen mit einer hohen Infektionsdichte bestünde allerdings ein gewisses Risiko, dass sich Krankenhauspatienten kurz vor der Aufnahme unbemerkt und ohne konkrete Risikokonstellation ansteckten. Sie würden dann während eines Aufenthalts erkranken, wobei die Infektion bei der Aufnahme im Klinikum noch nicht im Test nachweisbar gewesen sei. Die Folge: Andere Patienten würden angesteckt.

Beruhigend klingt, dass das Gesundheitsamt nach eigenen Angaben an der Identifizierung und Nachverfolgung der Infektionsquellen nach wie vor dran ist – trotz zeitweise hoher Inzidenzwerte von über 200. "Durch die personelle Verstärkung ist das Gesundheitsamt in der Lage, Infektionsfälle einschließlich der Kontakte zu ermitteln und zu betreuen", betont Holtmeier.

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