26.02.2020 - 10:48 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Kommandeur Zickmantel: Neues zur Umbenennung der Ostmarkkaserne

Der Stadtverband für Leibesübungen war zu Gast beim Artilleriebataillon 131. Kommandeur Oberstleutnant Sven Zickmantel lobte die Weidener Sportvereine als weichen Standortfaktor. Und er hatte eine Neuigkeit dabei.

SfL-Präsidenten Reinhard Meier (rechts) dankt für die Gastfreundschaft. Viele Familien von Soldaten sind in den Weidener Sportvereinen aktiv, erläutert Kommandeur Sven Zickmantel.
von Autor rdoProfil

Der Kommandeur stellte die Struktur des Artilleriebataillon 131 mit 750 Soldaten in Weiden vor, von denen es nur vier in ganz Deutschland gibt. Die Soldaten erfreuen sich guter Akzeptanz in der Weidener Bevölkerung, freute sich Zickmantel. Das sei nicht an allen Standorten so. Es sind mit den Zivilangestellten insgesamt 1200 Beschäftigte, von denen viele Mitglieder in Weidener Vereinen sind.

Das Bataillon ist seit sechs Jahren in Weiden stationiert und gliedert sich in die verschiedenen Batterien mit Verpflegung, Aufklärungssysteme, Raketenwerfer, Panzerhaubitzen und den Reservisten. Zum Fünfjährigen in Weiden gab es ein Benefizkonzert in der Max-Reger-Halle mit dem Heeresmusikkorps aus Veitshöchheim mit je 2500 Euro Erlös für die Initiative und das Bundeswehrsozialwerk. Für heuer ist der Tag der offenen Tür am Sonntag, 21. Juni, geplant und am 22. Juni folgt der Tag der Schulen, um sich öffentlich zu präsentieren.

Der SfL-Präsident nannte im Rückblick die hervorragende Nachwuchsarbeit des EV Weiden mit der Teilnahme von Chiara Schultes im Eishockey-Tor bei der Jugend-Olympiade in der Schweiz mit 76 Nationen. Adrian Klein vom EV wurde mit 16 Jahren in die U17-Nationalmannschaft berufen. Die TB-Judoka Dominik Dworzack und Alwin Schneider lösten das Ticket für die Bayerische Meisterschaft in ihren Gewichtsklassen. Der ADAC-Ball zählte zu den Top-Veranstaltungen in der Ballsaison. Fred Böckl eilte bei den Internationalen Hallentennismeisterschaften im Einzel und Doppel von Sieg zu Sieg.

Es besteht eine Meldepflicht für Vereine im Transparentregister, das dem Geldwäschegesetz unterliegt. Aktuell kursieren wieder Spam-Mails zur Eintragung, die gelöscht werden sollten. Bernhard Schlicht erläuterte, dass Mitglieder nicht für das Vereinsvermögen haften müssen, sie unterliegen nur satzungsgemäßen Pflichten, wie Beiträgen. Das Vereinsrecht sieht keine Nachschusspflicht für Mitglieder vor. Wenn Vereinsmitglieder ehrenamtliche Arbeit leisten, unterliegen sie der Schadensfreistellung im Verein. „Die Rechtsprechung unterstütze die Ehrenamtliche Arbeit“, erläuterte der Rechtsanwalt.

Der Stichtag für die Vereinskostenpauschale ist 1. März mit Ausschlussfrist. Zukünftig reicht eine rechtsverbindliche Unterschrift mit einem Ausdruck zur Bestätigung der Übungsleiterlizenz. Über die Initiative „Das grüne Band“ fördern DOSB und die Commerzbank die vorbildliche „Talentförderung im Verein“ für Kinder und Jugendliche. Es winken 5000 Euro Förderprämie für Vereine oder deren Abteilungen. Bewerbungsschluss ist der 31. März. Für die SfL-Jahreshauptversammlung am 17. März im „Gasthof Strehl“ kündigte Präsident Meier die Abstimmung zum Sitzungsturnus der Monatsversammlungen an.

Info:

Umbenennung in Major-Radloff-Kaserne noch 2020 möglich

„Keiner wollte 1965 den Namen Ostmarkkaserne. Durch die Zeit des Nationalsozialismus 1943 bis 1945 ist der Namen in Verruf gekommen“, sagte Kommandeur Sven Zickmantel vom Artilleriebataillon 131 vor den Delegierten des Stadtverbandes für Leibesübungen. Die Soldaten selbst haben den neuen Namen „Major-Radloff-Kaserne“ gewählt.

Zur Erinnerung: Major Jörn Radloff (38) war stationierter Soldat am Bundeswehrstandort Weiden und bei Gefechtshandlungen am Karfreitag, 15. April 2010, bei Baghlan gegen Aufständische in Afghanistan gefallen. Das Mitgefühl gebührte den Angehörigen, den Soldaten, die einen Kameraden verloren.

„Der gefallene Major sollte auch daran erinnern, dass das Leben eines Soldaten ein scharfes Ende haben kann. Wenn das Ministerium den Namen billigt, wird die Kaserne heuer noch umbenannt werden“, erläuterte Oberstleutnant Zickmantel.

250 Männer und Frauen vom Artilleriebataillon 131 aus Weiden waren 2019 bis zu einem halben Jahr zu Auslandseinsätzen in Litauen, Afghanistan und Mali. Auslandsübungen in Nordschweden, Österreich, Tschechien simulieren einsatznahe Übungen auf fremdem Gelände. Auch der Truppenübungsplatz Grafenwöhr werde zu Übungen genutzt. (rdo)

 

 

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