08.11.2021 - 20:35 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Narrhalla Weiden sagt großen Fasching ab

"Es wird dieses Jahr keine offizielle Session geben", verkündet Christian Würdinger, Präsident der Narrhalla Weiden, am Montag gegenüber Oberpfalz-Medien. Die Narren wollen in der sich zuspitzenden Coronalage kein falsches Bild vermitteln.

Die Narrhalla Weiden trägt am Faschingsdienstag 2020 den Fasching zu Grabe. Damals ahnte noch niemand, dass die nächsten beiden Sessionen komplett ausfallen würden.
von Sonja Kaute Kontakt Profil

Während die Neustädter und Windischeschenbacher Narren gerade ihre neuen Prinzenpaare präsentierten und bereits zuversichtlich einen Neustädter Faschingszug für 2022 angekündigt haben, sagt die Narrhalla Weiden große Teile der Faschingssaison ab. Wegen der sich zuspitzenden Coronalage werde es keine offizielle Session geben. Narrhalla-Präsident Christian Würdinger verkündet diese schlechte Nachricht für alle Faschingsfans in Weiden kurz vor dem Tag, an dem die Narrhalla traditionell ihre Prinzenpaare vorstellt. Am kommenden Samstag hätte die Proklamation vor dem Alten Rathaus stattgefunden. Doch wie schon 2020 wird es weder Proklamation, noch Inthroball oder den großen Kinderfasching und wohl auch keine großen Gardetreffen geben.

„Ich sehe das kritisch“, sagt Würdinger. „Wir haben schließlich eine gesellschaftliche Verantwortung. In der Schule müssen die Kinder Maske tragen, und wir würden mit 500 bis 600 Kindern in der Mehrzweckhalle feiern. Ich will kein falsches Bild vermitteln.“

"Irgendwann wird die Luft dünn"

Würdinger möchte auch niemanden vom Fasching ausschließen. „Der Fasching will Frohsinn, Spaß und Heiterkeit vermitteln. Wenn man nicht alle Leute mitnehmen kann, finde ich das nicht richtig. Ich will keine Nichtgeimpften ausschließen. Wenn wir nicht alle miteinander feiern könnten, wäre das schade.“ Der Narrhalla-Präsident klingt allerdings auch nicht so, als hätte er in diesem Jahr mit einer ganz normalen Faschingssaison gerechnet. „Wir waren bei den Vorbereitungen ziemlich eingeschränkt. Die Pandemie hat uns finanziell und personell hart getroffen. Es sieht nicht so gut aus bei uns.“ Der Verein habe keine Einnahmen generieren können. „Irgendwann wird die Luft dünn.“ Im Sommer sei er noch davon ausgegangen, dass kleinere Veranstaltungen und Aktionen möglich sein würden. Wenn es die Lage zulässt, soll das auch so sein. „Aber es wäre ein falsches Signal in dieser Zeit“, sagt er über die großen Veranstaltungen. Niemand wolle für Corona-Infektionen verantwortlich sein. „Gesundheit ist das wichtigste Gut. Sie geht vor.“

Negative Auswirkungen hatte die Corona-Pandemie aber auch auf die Vorbereitungen und das Vereinsleben. „Wir haben ziemlich lange nur Online-Training gemacht. Aber vor allem kleine Kinder kann man nicht eine Stunde lang an den PC fesseln. Deshalb haben wir das Online-Training eingestellt.“ Das Training in Präsenz sei aus Infektionsschutzgründen nicht wie sonst schon im März, sondern erst im August gestartet. Außerdem hätten keine Probetrainings stattgefunden, bei denen normalerweise neue Tänzerinnen gefunden werden. Und auch von der Trainerseite her sei es dieses Jahr schwierig gewesen, sagt Würdinger. „50 Prozent unserer Trainer sind geimpft, 50 Prozent sind ungeimpft. Ich muss und will das akzeptieren, man kann niemanden zwingen.“ Die nicht geimpften Trainer müssten aber jedes Mal teure PCR-Tests bezahlen.

Pandemie kostet Mitglieder

Das alles habe den Verein Mitglieder gekostet. „Viele haben aufgehört, gerade im tänzerischen Bereich. Sie haben durch das Online-Training das Interesse verloren“, so Würdinger. Dennoch seien ein paar „Quereinsteiger“ zum Beispiel im Showtanz-Bereich hinzugekommen. „Es könnte mehr sein, aber es läuft“, lautet sein Fazit. Aktuell habe die Narrhalla rund 200 Mitglieder.

Würdinger versucht, auch in der zweiten abgesagten Narrhalla-Session optimistisch zu bleiben: „Einmal geht’s runter, dann wieder rauf. Kopf in den Sand stecken gilt nicht. Wir müssen nach vorne schauen und das Beste draus machen.“

//Korrektur, 0 Uhr:

In der ersten Version dieses Artikels hieß es, alle Veranstaltungen der Narrhalla seien abgesagt. Dies beruhte auf einem Missverständnis. Abgesagt sind die Session mit Prinzenpaaren, die Proklamation und der Inthroball sowie der große Kinderfasching in der Mehrzweckhalle. Kleinere Veranstaltungen sollen, soweit es die Coronalage zulässt, stattfinden. Der Artikel wurde entsprechend geändert.//

Interview mit Christian Würdinger zur Session 2020/21

Weiden in der Oberpfalz

Faschingsverein Vohenstrauß: Keine Proklamation am Samstag

Vohenstrauß
Hintergrund :

Die Pläne der Faschingsvereine

  • Faschingsverein Stammtisch Botzersreuth: Alle üblichen Veranstaltungen sind in der Vorbereitung, darunter Inthroball, Kaffeekränzchen, Weiber- und Kinderfasching, und der Verein hofft, dass sie wie geplant stattfinden können.
  • Vohenstraußer Faschingsverein: Inthronisationsball, Familien-, Lumpen- und Rosenmontagsball sowie Kinderfasching sind terminiert. Die Proklamation wurde am 9. November auf ein noch unbestimmtes Datum verschoben.
  • Neustädter Faschingszug: Prinzenpaare sind bereits vorgestellt, Termine für Neustädter Faschingszug, Inthronisations- und Lumpenball, Familien- und Kinderfasching stehen fest.
  • Hammerleser Faschingsverein: Einen Inthronisationsball wird es im Januar wohl nicht geben, aber der Verein hofft, 2022 einen Kinder- und Seniorennachmittag sowie Faschingszug und Weiberfasching abhalten zu können.
  • Narrhalla Windischeschenbach: Party zum Faschingsbeginn am Freitag, 12. November, im Pfarrheim Windischeschenbach. Prinzenpaar bereits präsentiert, Inthronisationsball geplant.

 

 

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