14.06.2021 - 10:15 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Sonntag, Sonne, Serenade: Weidener genießen erste Sommerserenade

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In Weiden wacht die Kultur wieder auf: Am Sonntag eröffneten die Sommerserenaden mit dem "Original Salonorchester Marienbad" mit 100 Zuhörern. Künftig dürfen wohl mehr Besucher die Serenaden genießen. Und gibt es eine Rückkehr in den Park?

Konzertmeisterin Hana Hložková.
von Helmut KunzProfil

Tipp für die kommenden Sommerserenaden-Konzerte: Bei schönem Wetter unbedingt Sonnenbrille, Schirm und Sonnencreme mitbringen. Denn im Gegensatz zum Max-Reger-Park, wo Bäume Schatten spenden, bietet der Sportplatz des Elly-Heuss-Gymnasiums nichts dergleichen. Leider ist die Lokalität der Coronapandemie geschuldet. Im Park hätten die Einlass- und Sitzkontrollen aufgrund des weitläufigen Geländes nicht wie vorgesehen durchgeführt werden können.

Aber: Wie Organisatorin Gertud Wittmann mitteilte, dürfen ab sofort aufgrund der geringen Inzidenzahlen bis zu 500 Personen auf den Platz. Am Sonntag waren es 100 Personen.

Operetten, Walzer, Märsche

Eröffnet wurden die Serenaden mit Kurkonzertcharakter. Das „Original Salonorchester Marienbad“ mit Konzertmeisterin Hana Hložková, die auch als Konzertmeisterin der Pilsener Philharmonie und der Staatsoper Prag wirkt, an der Spitze, brillierte mit Operetten, Walzern und Märschen.

Die ebenfalls am Nationaltheater Prag vielbeschäftigte Sopran-Solistin Gabriela Kopperová glänzte bei Arien, wie „Adele“ aus der Operette „Die Fledermaus“ oder als „Sylva“ aus „Die Csárdásfürstin“. Durchs Programm führte Orchesterleiter Vladimir Smutný.

Zum Auftakt waren neben den Oberbürgermeister Jens Meyer und seinen beiden Bürgermeisterkollegen Lothar Höher und Reinhold Wildenauer auch der Marienbader Oberbürgermeister Martin Kalina und sein Stellvertreter Zdenek Kral in die Max-Reger-Stadt angereist.

Meyer freute sich riesig über die erste Weidener Sommerserenade in diesem Jahr. „Die Durchführung war bis vor wenigen Wochen noch in den Sternen gestanden. Niemand wusste, ob es uns überhaupt erlaubt sein würde, eine entsprechende Veranstaltung durchzuführen."

Zurück in Park?

„Die Inzidenz liegt nur noch bei 2,3 in Weiden. Und damit haben wir Corona hoffentlich endgültig besiegt und nicht nur vorübergehend.“ Nun könne man wieder Sommerabende genießen, wie man sie von früher her kannte. „Wenn es so weitergeht, vielleicht auch bald an einer anderen Location. Und zwar wieder in unserem geliebten Max-Reger-Park.“ Sein Dank galt dem Team um Gertrud Wittmann und dem Kulturbüro für die großartige Organisation unter widrigsten Umständen.

Sissy Schneider, die lange Jahre die Serenaden leitete, fand es wunderbar, endlich wieder einmal Kultur und normales Leben genießen zu können. „Besonders mit so einem prächtigen Orchester. Ich habe mich wahnsinnig gefreut auf heute.“ Und sie würde sich noch mehr freuen, wenn die Menschen bald wieder ihre Decken im Park ausbreiten könnten.

Ein Stück Freiheit

Auch Josef Sterr hätte es besser gefunden, wenn das Konzert im Max-Reger-Park stattgefunden hätte. „Es ist nicht schlecht hier, aber stellt man sich mal vor, es hätte über 30 Grad. Idealer wäre es, wenn die Bühne andersrum, im Osten, aufgebaut wäre. Dann bräuchte man nicht die ganze Zeit über zu zwinkern, weil einen die Sonne blendet." Die Gebühren für seinen Stuhl störten ihn nicht, sagte Sterr. Dies sei ja nur ein vorübergehender Zustand. Und: „Man muss ja nicht jedes Konzert besuchen.“

„Die zwei Euro, was soll’s“, betonte auch Beate Köstler. „Für mich kommt ein Stück Freiheit zurück. Sonntag, Sonne, Sommerserenade – la bella vita.“ Ihr passe der neue Platz. „Man hat genügend Abstand. Man muss offen sein für Neues. Ich freue mich.“ Am kommenden Sonntag um 16 Uhr spielen Brigitte Traeger und die "Lustigen Buam".

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