12.11.2021 - 16:28 Uhr
WiesauOberpfalz

Selbsternanntes Prinzenpaar eröffnet Faschingssaison in Wiesau

Prost auf Fasching 2021/2022 in Wiesau: Zweiter Bürgermeister Michael Dutz mit dem selbst ernannten Prinzenpaar Ewalda I. alias Ewald Oppl und Elfried I. alias Elfriede Lang (von rechts).
von Werner RoblProfil

Pünktlich um 11.11 Uhr ging der Fasching am 11.11. in Wiesau an den Start. Regieren wird diesmal ein Prinzenpaar, das sich erheblich unterscheidet von den bisherigen Hoheiten.

Auf den Faschingsbeginn waren die Mitarbeiter im Rathaus gut vorbereitet. Im Sitzungssaal standen Gläser, eine Flasche Sekt und Orangensaft bereit. Zudem warteten mit Marmelade gefüllte Krapfen darauf, von den Gästen, auf die man gespannt wartete, aufgegessen zu werden. Bürgermeister Toni Dutz war nicht anwesend, weil er einen Termin in Regensburg wahrnehmen musste - doch er wurde beim Termin mit der Faschingsgesellschaft Weiß-Blau Wiesau von seinem Sohn und Zweiten Bürgermeister Michael vertreten. Er stand bereit, um Rathausschlüssel und den Gemeindegeldbeutel abzugeben, wenn auch widerwillig. Alles war für einen überfallartigen Besuch der Narren hergerichtet. Aber wo bleiben die gekrönten Häupter samt Hofstaat nur? Diese Frage stellten sich angesichts des leeren Sitzungssaales neben dem Zweiten Bürgermeister Michael Dutz auch die Mitarbeiter im Rathaus.

"Hier sind wir doch!", hieß es dann von einem Duo namens Elfried I. und Ewalda I. - verkörpert von Elfriede Lang und Ewald Oppl. Sie hätten sich selbst zum Prinzenpaar ernannt, um auch einmal regieren zu dürfen, erklärten sie bei der Vorstellung im Foyer des Verwaltungsgebäudes. Begleitet wurden die Narren von zwei weiteren Mitgliedern aus den Reihen der Faschingsgesellschaft. Auf Anfrage von Oberpfalz-Medien bestätigten Elfried I. und Ewalda I., dass sie sich kurzerhand als "vom Verein geduldete Interims-Vertreter in vertauschten Rollen" eingesetzt hätten. "Ein offizielle Ernennung fand nicht statt", informierte Ewald Oppl. "Der Fasching in Wiesau muss doch würdevoll gestartet werden", so der Wiesauer Humorist ironisch.

Mitgebracht hatte Oppl - möglicherweise nur als Ablenkungsmanöver - einige hochprozentige "Zündkerzen" und flüssige "Schmiermittel" in Form von kleinen Fläschchen. Denn sogleich forderten Ewalda I. und Elfried I. - mittels einer langen Stange, wie man sie von Klingelbeuteln kennt - die sofortige Herausgabe des Rathausschlüssels und des Gemeindesäckels. Zweiter Bürgermeister Michael Dutz folgte dem Ansinnen nur zögerlich.

In seiner vorangegangenen Ansprache in Form einer Büttenrede machte Ewald Oppl in der Rolle von Ewalda I. unter anderem deutlich, dass der große Galaabend im Pfarrzentrum abgesagt wurde. Die selbst ernannte männliche Faschings-Prinzessin nannte zwar einige Alternativangebote. "Eine Veranstaltung im großen Rahmen ist aber leider nicht möglich", bedauerten die Vertreter der Faschingsgesellschaft Weiß-Blau. Für einen Galaabend unter freiem Himmel, wie von Ewalda I. zuvor vorgeschlagen, werde sich der Verein wahrscheinlich nicht entscheiden. Noch nichts konnten die Vertreter der Faschingsgesellschaft dazu sagen, ob am Rosenmontag der traditionelle Gaudiwurm durch die Wiesauer Straßen ziehen wird. Man müsse die Entscheidung der Vereinsspitze abwarten, hieß es dazu.

Auf Bitten des Zweiten Bürgermeisters Michael Dutz wurde die Faschingseröffnung dann im Sitzungssaal des Rathauses fortgeführt. Der Einladung zu einem kleinen Umtrunk und einem Plausch folgte man gerne. Bei der Zusammenkunft wurden die aktuelle Corona-Lage und die Inzidenzzahlen nicht ausgeklammert. Dabei wurde deutlich: Sollten die Infektionszahlen nicht spürbar nach unten gehen, werde der Fasching in Wiesau - wie schon in der vergangenen Saison - aller Wahrscheinlichkeit nach deutlich eingedampft stattfinden müssen,

Nur sehr zögerlich trennte sich Zweiter Bürgermeister Michael Dutz vom Rathausschlüssel. Den Gemeinde-Geldsäckel hatte er bereits abgegeben.
Der Überfall an der Rathaustreppe wurde von den Mitarbeitern der Verwaltungsgemeinschaft Wiesau/ Falkenberg mit Interesse verfolgt.

 

 

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