22.11.2020 - 10:01 Uhr
WiesauOberpfalz

Die Zukunft von Triebendorf gemeinsam gestalten

Zu tun ist einiges. Voraussetzung für die Dorferneuerung Triebendorf ist ein Antrag zur Aufnahme in das Bayerische Dorfentwicklungsprogramm. Der Gemeinderat Wiesau befürwortete dies geschlossen.

Ein vordringliches Ziel ist die Sanierung der Durchgangsstraße mitten in Triebendorf.
von Werner RoblProfil

Beim Thema Dorferneuerung Triebendorf ziehen alle an einem Strang. Der Ort soll aufgewertet werden. Damit befassen sich die Bewohner, der Marktrat, die Verwaltung und das Weidener Architektur- und Stadtplanungsbüro SHL. Erneut in die Gemeinderatssitzung eingeladen, um über die weiteren Schritte zu informieren, hatte man Planer Emil Lehner, der die Maßnahme fachlich betreut. „Die Hausaufgaben wurden gemacht. Wir sind an einem Schnittpunkt angekommen, der es möglich macht, die Unterlagen beim Amt für Ländliche Entwicklung einzureichen."

Falls der Antrag genehmigt wird – und davon zeigte sich Lehner überzeugt -, soll die geplante und vom Freistaat Bayern geförderte Dorferneuerung im kommenden Jahr an den Start gehen. Lehner sprach von einer „extrem guten Zusammenarbeit“ mit den Dorfbewohnern, „die wissen ließen, wo ihnen der Schuh drückt“. Als einen besonderen Aspekt wertete Emil Lehner die Tatsache, dass auch Privatpersonen Anträge stellen können, um in den Genuss einer Förderung zu kommen.

Die Sachthemen, was die Dorferneuerung Triebendorf anbelangt, sind zwischenzeitlich gesammelt, gesichtet und gewichtet. Erstellt wurde laut Lehner auch eine Analyse für den Ort. Der Lebensraum Triebendorf – mit Wohnsiedlungen und landwirtschaftlichen Anwesen, Kinderspielplatz, Dorfgasthaus, Kapelle und Sägewerk – biete viele Potenziale, zeigte sich Lehner von der Wohn- und Lebensqualität überzeugt. Wörtlich sagte der Architekt: „Das Dorf, inmitten von viel Grün, lebt und ist sehr gut beieinander.“

Als zweifellos vorrangig bezeichnete der Architekt die Sanierung der Durchgangsstraße. Zudem werde über eine passende Standortlösung für die Entsorgungs-Container nachgedacht, versicherte Lehner an anderer Stelle. „Für die Zukunft des Dorfes ist das bürgerschaftliche Engagement wichtig." Ein wichtiger Aspekt sei die Barrierefreiheit. Als Beispiel nannte Lehner die Bushaltestelle. Mit Blick auf die Realisierungsphase versicherte er: „Wir werden das, was gewünscht wird, auch umsetzen, soweit es halt möglich ist.“

„Heute geht es darum, den erarbeiteten Themenkatalog in den Filter der Behörde zu geben“, kommentierte Bürgermeister Toni Dutz Lehners Ausführungen. Zu Wort meldete sich danach Marktrat Martin Hecht (CSU). Der Triebendorfer bestätigte die gute Zusammenarbeit mit dem Fachbüro aus Weiden und hakte nach: „Wann wird das Dorf wieder richtig eingebunden?“ Lehner verwies auf die Bearbeitungsphase im Amt für Ländliche Entwicklung. „Momentan gibt es keinen weiteren Diskussionsbedarf“, bat er um Geduld. „Das Dorf wird bei der Erarbeitung der Hauptpunkte selbstverständlich danach wieder mit dabei sein.“

Zu den Gesamtkosten der Dorferneuerung und zur Förderhöhe konnte sich Lehner aber noch nicht äußern. Bürgermeister Toni Dutz meinte: „Machen wir weniger, wird’s billiger. Machen wir mehr, wird’s umso teurer.“ Er ergänzte: „Der Gemeinderat beschließt heute das, was das Dorf mit Dr. Lehner erarbeitet hat. Wir werden somit zum Briefträger der Triebendorfer.“ Zudem verwies Dutz auf den Gemeindehaushalt: „Das Geld stellt der Markt Wiesau zur Verfügung. Die staatlichen Förderungen werden wir einrechnen. Nur so läuft’s.“ Einstimmig befürworteten die Markträte den Förderantrag, der – so versprach Emil Lehner – „sehr zeitnah, um die Maßnahme weiter voranzutreiben, beim Amt für Ländliche Entwicklung eingereicht wird“.

Das Bushäuschen ist in die Jahre gekommen. Sicher kein schöner Anblick sind auch die Entsorgungscontainer inmitten der Wohnsiedlung.
Die Kapelle „Zum guten Hirten“ wurde 2016 von einer Triebendorfer Familie errichtet. Um das Kirchlein frei zugänglich zu machen, wurde ein Teil des Zauns entfernt.
Wirtschaftliche Bedeutung erlangte Triebendorf um 1880 mit der Erschließung des Basaltsteinbruchs durch die „Basaltgewerkschaft Triebendorf“.
Der nördliche Teil Triebendorfs ist geprägt von Bauernhöfen und Wohnhäusern.
Ein Wahrzeichen des Ortes sind die alten Keller an der Straße, die sich dahinter nach Oberteich, Schönfeld und Fuchsmühl gabelt.
Vom Nachwuchs und deren Eltern geschätzt: der Kinderspielplatz.
Die Dorfstraße ist ein Flickenteppich. Die Sanierung wird von den Dorfbewohnern seit langem gefordert.

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