11.01.2021 - 12:14 Uhr
WindischeschenbachOberpfalz

Alte Bilder zeigen Windischeschenbach von anno dazumal

Diesen Artikel lesen Sie mit
Alle Informationen zu OnetzPlus

Seit eineinhalb Jahren widmet sich Karl Reiter aus Windischeschenbach einem ganz besonderen Hobby. Er scannt alte Bilder und Postkarten ein. Die Erinnerungen stammen aus dem Nachlass seines Vaters.

Alte Ansicht der Burg Neuhaus aus der Sammlung von Karl Reiter.
von Michaela Lowak Kontakt Profil

Als Karl Reiter senior im März 2019 stirbt, hinterlässt er seinem Sohn Karl eine umfangreiche Foto- und Postkartensammlung. Die Schwarz-Weiß-Bilder stammen aus alten Zeiten und zeigen Windischeschenbach wie es früher war. "Mein Vater hat die Bilder in vielen Alben und Kästen aufgehoben", erzählt er. Neben rund 600 alten Postkarten gibt es mindestens ebenso viele Fotografien. Die Motiven waren hauptsächlich geografisch geordnet nach Windischeschenbach, Neuhaus, Bernstein oder dem Waldnaabtal.

Die ältesten Postkarten stammen aus dem Jahr 1890. Auf diesen sind die Ansichten von Windischeschenbach noch gezeichnet und nicht fotografiert worden. Sie zeigen den Ort eingebettet in die Oberpfälzer Hügellandschaft oder bilden verschiedene Straßen wie die Bahnhofsstraße oder die Hauptstraße ab. Weitere Motive sind Lindners Bierwirtschaft und Brauerei, die Holzstoff- und Holzwollfabrik Gebrüder Beger sowie die Stützelvilla.

Einen Großteil der Bilder hat Großvater Josef Tröger, der seiner Zeit als Hobbyfotograf bekannt war, aufgenommen. Tröger, der am 22. Januar 1904 geboren wurde, schien bereits als junger Mann Gefallen daran gefunden zu haben, seine Heimat abzulichten. Ein beliebtes Motiv war damals schon die Burg Neuhaus, fotografiert aus der Eisenbahnunterführung heraus oder von den Höhen der Eigenheimsiedlung herunter.

Tröger lichtet auch sein Elternhaus in der Hauptstraße ab. Heutzutage ist das Reiter-Anwesen in den Straßenzug eingebettet. Vor 1933 gab es aus heutiger Sicht nur das rechte Gebäude, links des Hauses war ein freier Platz. Schon zu dieser Zeit betrieb die Familie Tröger einen Laden für Uhren, Schmuck, Optik und Fotografie. Josef Tröger starb 1943 in Alter von nur 39 Jahren an einer Krankheit.

Hobby unter Wasser

Windischeschenbach

Seit einigen Monaten veröffentlicht Reiter immer wieder einmal Bilder auf der Facebook-Seite "We love Windischeschenbach". Die Resonanz darauf ist sehr gut. "Die Leute sind begeistert", freut sich Karl Reiter junior. "Die meisten Motive kennt man, aber es sind manche dabei, von denen ich auch nicht weiß, wo sie entstanden sind." Einige Fotos und Karten waren bereits auf dem Kalender des Werberings Windischeschenbach zu sehen.

Hintergrund:

Geschichte der Stadt Windischeschenbach

  • 950 errichten Mönche des Klosters St. Emmeram in Regensburg die Missionsstation Windischeschenbach
  • 1230 wird Windischeschenbach erstmals als Sitz des Marquard von Eschenbach urkundlich erwähnt, der ein Lehensmann der Landgrafen von Leuchtenberg war, die um 1300 die Burg Neuhaus erbauten
  • 1455 erhält Windischeschenbach das Braurecht
  • 1848 vernichtet ein Brand 60 Häuser mit Nebengebäuden
  • 1864 Bau der Bahnlinie bis Mitterteich
  • 1913 Gründung der Porzellanfabrik, die 1929 durch die Winterling-Gruppe übernommen wird und Haushalts- und Hotelporzellan der bekannten Marke „Eschenbach Porzellan“ produziert
  • 1952 wird der Markt Windischeschenbach anlässlich der 1000-Jahr-Feier von Ort und Pfarrei zur Stadt erhoben.

Für Sie empfohlen

 

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.