19.01.2021 - 12:31 Uhr
WinklarnOberpfalz

Winklarn und das Sebastianigelöbnis

1635 wurde Winklarn von der Pest heimgesucht. Die leidgeprüften Bewohner riefen den heiligen Sebastian um Hilfe an. Als die Pest verschwand, gelobten die Winklarner, jedes Jahr den Namenstag am 20. Januar feierlich zu begehen.

Die mit Votivgaben geschmückte Sebastiansstatue steht im Altarraum.
von Annemarie MösbauerProfil

Der Namenstag des heiligen Sebastian wurde in diesem Jahr aufgrund der Coronapandemie und ihrer Einschränkungen anders als üblich gefeiert.

Die Gläubigen begingen den Festtag sozusagen dreigeteilt: Einige besuchten am Sonntag die Messe zu Ehren des Heiligen mit, andere die eucharistische Andacht am Nachmittag. Die dritte Gruppe bevorzugte ein Gebet an der Statue des Pestheiligen.

Hilfe bei Gott gesucht

In der Messe ging Pfarrer Eugen Wismeth auf das Eingangslied „Ihr Freunde Gottes“ ein. "In allen Situationen, vor allem in Notlagen brauchen wir Heilige, Fürsprecher bei Gott, wie auch schon vor 386 Jahren bei der Pest in Winklarn", meinte der Geistliche. Seine Predigt begann er mit der Lesung aus dem Alten Testament von Tobias, der ausrief „ich kenne den Weg“ nicht. Wer schon einmal in einer ausweglosen Situation gewesen sei, könne mitfühlen. "Genauso hilflos werden sich die Winklarner 1635 beim Ausbruch der Pest gefühlt haben", so der Geistliche. Bestimmt hätten sie Vorkehrungen gegen den "Schwarzen Tod" getroffen, in ihrem tief verwurzelten Glauben aber auch Hilfe bei Gott gesucht, indem sie den heiligen Sebastian anriefen.

Liebgewordene Tradition: Das Sebastianifest

Winklarn

Diese Situation übertrug der Geistliche auf die Corona-Pandemie. Selbst Papst Franziskus mahne zur Umkehr, so Pfarrer Eugen Wismeth. Neben allen Schutzmaßen gegen das Virus sei eine Rückbesinnung auf Gott notwendig: "Das Böse steckt uns an, ohne dass wir es direkt sehen, wie Corona". Eugen Wismeth ermunterte die Gläubigen, dem Beispiel des Heiligen zu folgen und standhaft den Glauben zu verteidigen: "Selbst giftige Pfeile konnten den Heiligen nicht klein kriegen. So werden auch wir wieder aus der Corona-Pandemie einen Weg finden."

Geschmückte Statue

Da Volksgesang momentan nicht erlaubt ist, umrahmte Hans Bock mit seiner Schwester Berta den Festgottesdienst gesanglich. Wie immer stand die Statue im Altarraum, geschmückt mit Tannengrün, Blumen und den Votivgaben (Rosenkränzen und Münzen). Dafür dankte Pfarrer Eugen Wismeth Mesnerin Marianne Stecker.

Leider musste viel Traditionelles bei der Feier fehlen: Einzug der Statue mit der Geistlichkeit, den Vereinsabordnungen und der Blaskapelle Kunschir, ein auswärtiger Festprediger, die eucharistische Prozession um den Marktplatz und das gemeinsam gesungene Sebastianslied.

Pfarrer Eugen Wismeth verfolgt den Text des Sebastiansliedes. Selbst Mitsingen, das ist derzeit tabu.

Für Sie empfohlen

 

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.