12.04.2017 - 18:00 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Stadtrat genehmigt Raumprogramm : Archiv in der Zielgeraden

Die Planung für das Archiv steht. Der Stadtrat zurrte am Dienstag das Raumprogramm mit fünf Gegenstimmen fest und wollte sich nicht mehr verzetteln. Schließlich sollen Abbruch und Erdarbeiten noch heuer starten. Ein früherer Streitpunkt spielte keine Rolle.

Das "Houschka-Haus" (rechts) soll im Laufe des Sommers abgerissen werden. Der Stadtrat stellte am Dienstag die Weichen für das neue Stadtarchiv gegenüber dem Museum (links) und genehmigte das Raumprogramm. Die Möglichkeit für einen Verbindungsbau besteht. Bild: Portner
von Gertraud Portner Kontakt Profil

Bürgermeister Heinz Weigl eröffnete den Tagesordnungspunkt "Neubau eines Stadtarchivs", der letztmals im September 2016 in öffentlicher Sitzung behandelt worden war und meinte: "Wir wollen versuchen, noch heuer Mittel unterzubringen, um dann im nächsten Jahr mit der Maßnahme fertigzuwerden". Er übergab das Wort an Architekten Peter Brückner der dem Gremium die Planung in groben Zügen nochmals vorstellte. Gemäß Stadtratsauftrag wurde der Verbindungsbau zum Museum (Erdgeschoss und Obergeschoss) in die Genehmigungsplanung aufgenommen. Da über dessen mögliche Förderung noch keine Entscheidung vorliegt, wurde das Thema bei der Sitzung außer acht gelassen. Durch große "Andock-Türen" wäre eine Verwirklichung sofort oder später möglich.

Knifflige Höhensprünge

Im Erdgeschoss (206 Quadratmeter) ist ein Museums-Depot (80 qm) vorgesehen, sowie barrierefreie Toiletten und ein Aufzug. Das Obergeschoss (198 qm) beherbergt das Stadtarchiv sowie einen Raum für das Doktor-Eisenbarth-Archiv und einen kleinen Abstellraum. Im Dachgeschoss (126 qm) ist das Büro des Stadtarchivars in einen größeren Raum für die Archivpädagogik (Platz für 25 Personen/Schulklassen/Studenten) eingebunden. Möglich wäre auch eine kleine Küchenzeile. Der angedachte Ausbau des Spitzbodens fällt weg.

"Es ist kein großes Gebäude, aber durch die Enge und etliche Höhensprünge hochknifflig", gab Brückner zu bedenken. Die Kubatur sei ähnlich wie das jetzige "Houschka-Haus", jedoch mit zwei Eingängen (Taubenplatz und Museumshof). Die Wasserführung zum Pochwerk in einer Edelstahl-Wanne wird durch eine unterirdische Zuleitung ersetzt. Wie der Architekt betonte, habe er den Auftrag "was ist kostenmäßig auszuschöpfen" erledigt. Alle Unterlagen seien mit den Fachstellen ausgearbeitet und fristgerecht weitergeleitet worden. Abbruch und Sicherung zu den Nachbaranwesen sind bereits ohne Einwände geprüft.

Sein Vorschlag an den Stadtrat lautete, die aktuelle Planung für die Genehmigung weiterzuentwickeln. Die Abstimmung mit dem Landratsamt und weitere Gespräche mit Nachbarn werde er übernehmen. "Wir haben das Optimum herausgeholt", bekräftigte der Tirschenreuther. Ziel sei es, im Mai/Juni die Planung einzureichen um heuer Abbruch, Sicherungsmaßnahmen und Untergrund abzuschließen, um dann in 2018 "die Wände hochzuziehen". Auch Bürgermeister Heinz Weigl betonte: "Wir sollten heute das Raumprogramm beschließen, um eine klare Linie für das Weiterkommen zu haben."

Alexander Ried, Fraktionssprecher von CSU/CWG/Aktive wollte wissen, ob 140 Quadratmeter für das Archiv ausreichen. "Für den derzeitigen Bedarf plus zehn Jahre", bejahte Brückner die Frage und verwies darauf, dass aufgrund der Digitalisierung einiges im Umbruch sei. Eine weitere Frage galt dem Seminarraum. "Es ist eine Vorgabe. Ein Stadtarchiv muss diesen Raum direkt integriert haben", erklärte der Experte.

"Welche Räume förderfähig sind, sehen wir erst, wenn die Anträge bearbeitet sind", sagte Ried und stellte den Antrag, die Abstimmung über das Raumprogramm zu vertagen. Der Bürgermeister hielt davon nichts: "Das ist eine weitere unnötige Zeitverzögerung", und Fraktionssprecher Josef Lohrer meinte: "Die Planung ist ausgetüftelt, alle Vorgaben sind umgesetzt und wir brauchen die Räume so." Der Antrag wurde mit 9:5 Stimmen abgelehnt.

Nur Schätzung

Das Archiv schlägt mit rund 1,8 Millionen Euro zu Buche, einschließlich der 250 000 Euro für den möglichen Verbindungsbau. Christian Schneider fragte nach den Gründen der Kostenmehrung zu den ursprünglich genannten 1,2 Millionen Euro. "Das war nur eine Schätzung, unter anderem ohne die technischen Anlagen des künftigen Niedrig-Energie-Gebäudes", erklärte Peter Brückner. Das Raumprogramm und der Auftrag für die Genehmigungsplanung wurden mit 9:5 Stimmen beschlossen.

 

 

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