22.09.2021 - 17:06 Uhr
AmbergSport

TV Amberg mit Experiment: Bambini im Basketball-Training

"Das, was wir hier machen, gibt es eigentlich gar nicht", sagt Christoph Kempter. Nämlich Basketballtraining für Drei- bis Fünfjährige. Der TV 1861 Amberg hat ein Experiment begonnen – mit erstaunlichem Erfolg.

Mit Feuereifer dabei: Die Kinder im Alter zwischen drei und fünf Jahren sind kaum zu bremsen, wenn Trainer Christoph Kemptner (rechts) mit spielerischen Übungen ihnen das Basketballspielen beibringt.
von Reiner Fröhlich Kontakt Profil

Die kleine Selma steht ein wenig abseits, einen Mini-Basketball fest ans Kinn geklemmt. Und schaut zu, wie acht Kinder Übungen mit Bällen machen. Auf dem Hartplatz der Amberger Max-Josef-Schule. Die sind alle einen Tick älter als die Dreijährige, sie ist die Jüngste. Aber nicht lange macht Selma Pause, dann ist sie mitten drin im Geschehen. Im Basketballtraining für Minis, für Drei- bis Fünfjährige. Christoph Kemptner, C-Lizenztrainer des TV 1861 Amberg, hatte die Idee, für die ganz Kleinen ein Training anzubieten, um sie für die Sportart Basketball zu begeistern. Eigentlich gibt es so etwas für diese Altersgruppe nicht, der Deutsche Basketballbund bietet den Einstieg ab der U8 an, das heißt für Siebenjährige und älter gibt es Leitlinien, wie Übungen für Anfänger aussehen.

"Spanien ist ein Vorreiter, da gibt es keine Altersgrenzen nach unten. Dort fangen die Kinder mit drei und vier Jahren an, Basketball zu lernen. Ich habe mir viele Videos über Youtube angeschaut, was die spanischen Bambini-Trainer so machen", erklärt Kemptner. Die Grundlagen seien recht einfach: Viel mit dem Ball machen, Spaß haben, sich bewegen. Ihm als ehemaligen U14- und U16-Trainer sei es leicht gefallen, Übungen entsprechend anzupassen.

"Da wird es nie langweilig"

Über den Kindergarten sind die Nachwuchs-Basketballer dazu gekommen. Kemptner, Vater eines Vierjährigen, machte dort Werbung. "Er hat ein Schnuppertraining angeboten, und da war der halbe Kindergarten dabei", sagt eine Mutter und lacht. "Wir haben es probiert, und die Kinder sind alle begeistert. Die fragen schon dauernd: Wann ist wieder Basketball?" Immer am Samstag, von 9.30 Uhr bis 10.30 Uhr. Treffpunkt Max-Josef-Schule, hinten auf dem Pausenplatz. Seit rund zwei Monaten stehen regelmäßig die Eltern neben dem Basketballfeld und beobachten gelegentlich das Treiben – wenn sie sich nicht angeregt unterhalten. Kemptner erhält von der Mutter-Vater-Runde ein dickes Lob: "Er nimmt sie alle mit, auch die ganz Kleinen. Da wird es nie langweilig."

Ein leichtes Aufwärmtraining über den Platz, ein anstrengendes Treppauf- und Treppablaufen, mal hüpfend, mal rennend: Trainer Christoph Kemptner weiß, was den Kids gefällt – und was er ihnen zumuten kann. "Auf die Idee mit der Treppe ist Teresa gekommen, eines der Mädchen. Dann habe ich gesagt: Warum nicht?" Also spurten die Kids rauf und runter, und mittendrin fällt ein Kind mal hin. Tränen fließen, und der Trainer wird zum Psychologen. Umringt von den tröstenden, anderen Buben und Mädchen, versiegt der Tränenstrom schnell, und ruckzuck ist die Kleine wieder dabei.

Bei Kindern flexibel sein

Der Unterschied zu einem Herrentraining: "Bei Kindern musst du flexibel sein. Die haben jetzt zum Beispiel gesehen, dass ich den Ball hoch geworfen habe. Dann sagt einer: Ich möchte auch den Ball hochwerfen. Das muss man zulassen, dann bekommt man auch Zugang zu den Kindern", erklärt Kemptner. Extrem angetan ist er von der Disziplin der Kleinen: "Das schafft man über den Sport, über das Kollektiv." Das Wichtigste für ihn: Dass die Kinder Spaß haben, dass sie dabei bleiben. Und so rennt der ganze Haufen nach rund 50 Minuten im Freien voller Begeisterung in die Halle, zum Höhepunkt: den Ball in den Korb werfen, denn in der triMAX hängen die Körbe tiefer und sind damit ideal für die Bambini-Truppe.

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