17.01.2021 - 18:04 Uhr
Sport

Bayern mit Arbeitssieg Halbzeitmeister

Der FC Bayern hat sich nach zwei Pleiten mit starker Mentalität zurückgemeldet. Anfälligkeiten aber bleiben. Lewandowski und Müller dürfen sich über Bestmarken freuen, der Club über die Hinrunden-Meisterschaft.

Robert Lewandowski (l-r), Thomas Müller und Leroy Sane von München jubeln über das Tor zum 2:1. Foto: Sven Hoppe/dpa
von Agentur DPAProfil

München (dpa) - Die Bayern-Stars schlenderten nach der Hinrunden-Meisterschaft sichtlich erleichtert vom Rasen. Nach dem Pokal-Schock brachten Weltfußballer Robert Lewandowski mit seinem bereits 21. Saisontor (7. Minute) und Vorlagenkönig Thomas Müller (74.) die Münchner beim 2:1 (1:0) in der Fußball-Bundesliga gegen den SC Freiburg zwar wieder in die Spur. Doch es fehlten nur Zentimeter - und der Rekordmeister hätte nach zuletzt zwei Pflichtspiel-Pleiten das nächste Frusterlebnis verdauen müssen. Nach seinem zwischenzeitlichen Ausgleich (62.) traf Super-Joker Nils Petersen in der Nachspielzeit nur die Latte. „Das ärgert mich brutal. Ich verlange dann schon von mir, den dann auch noch zu machen. Das tut mir leid“, sagte der Stürmer bei TV-Sender Sky.

„Wir hatten keine einfach Phase“, sagte Bayern-Trainer Hansi Flick: „Und heute war wichtig, dass wir zeigen, dass wir dieses Spiel gewinnen wollen. Ich hatte das Gefühl, dass das von Anfang an so ist.“

Bayerns Abwehrrecke Jerome Boateng kommentierte: „Ich denke, es war ein Arbeitssieg. Insgesamt können wir zufrieden sein mit dem Sieg. Von der Spielweise müssen wir uns natürlich steigern.“. Für die jüngsten Negativerlebnisse wollte er eine Müdigkeit in Köpfen und Körpern nicht gelten lassen. „Wir wissen selbst, dass wir mit die meisten Spiele gemacht haben, dass das nicht einfach ist. Aber man hat heute auch gesehen, dass es trotzdem geht, Spiele zu gewinnen. Wir müssen auch nicht immer glänzen. Wir wollen Spiele gewinnen, und dafür sind wir hier“, sagte Boateng.

Die Münchner bauten nach den Punktverlusten der drei Verfolger Leipzig, Leverkusen und Dortmund ihre Tabellenführung aus. Vor dem letzten Hinrunden-Spieltag haben sie vier Punkte Vorsprung auf Leipzig und sind damit in der Hinrunde nicht mehr von Platz eins zu verdrängen. Trainer Hansi Flick konnte sich über die Reaktion seines auf sechs Positionen veränderten Ensembles freuen. Bei viel Einsatz, mehr Lautstärke auf dem Platz und mehr Tempo blieben aber wieder defensive Anfälligkeiten. Manuel Neuer muss weiter auf sein 196. Zu-Null-Spiel in der Liga warten.

Lewandowski schraubte seine Rekordausbeute in der Hinrunde einer Saison weiter hoch, Müller seine Vorlagenbilanz. Sein Pass auf Lewandowski beim 1:0 nach einer schnellen Direktkombination mit Serge Gnabry war die 125. Torvorlage in der Bundesliga, das sind die meisten Vorlagen alle Spieler seit Beginn dieser Datenerfassung 2004. Schon vor diesem Lewandowski-Treffer hätte es nach einem Luftduell zwischen ihm und Manuel Gulde Handelfmeter geben können. Doch den gab Schiedsrichter Christian Dingert nach Ansicht der Bilder nicht (6.).

Die Freiburger benötigten etwas Zeit, um sich vom Blitz-Rückstand und der frühen Verletzung von Baptiste Santamaria zu erholen. Doch das Team von Trainer Christian Streich fand besser ins Spiel und lieferte sich mit dem Selbstvertrauen aus fünf Siegen am Stück ein interessantes Spiel mit den vor einer Woche von Borussia Mönchengladbach besiegten Münchnern (3:2). Ein Schuss von Roland Sallai rollte nur knapp am Bayern-Tor vorbei (17.).

Bitter für Freiburg: Nach der Pause musste auch Santamaria-Ersatz Amir Abrashi raus (54.). Bei Bayern erwischte es Gnabry, für den ein Distanzschuss mit reaktionsschneller Parade von Florian Müller die letzte Aktion des Spiels war (25.).

In einem kurzweiligen Bundesliga-Spiel hatten Lewandowski und Müller kurz vor dem Petersen-Ausgleich die Entscheidung auf dem Fuß. Lewandowski traf die Latte, Müller scheiterte beim zweiten Versuch an Keeper Müller (59.). Drei Minuten später bestrafte Petersen das, als er nach einem Eckball von Nicolas Höfler zur Stelle war. Er baute seine Joker-Rekordserie auf 28 Tore aus.

Doch anders als in Mönchengladbach und bei dem Elfmeter-K.o. in Kiel schlug Bayern erfolgreich zurück. Sané legte für Müller auf, der nach seiner Vorarbeit beim 1:0 diesmal vollstreckte. Freiburg gab sich nicht auf, es blieb spannend bis zum Schluss. Doch nach dem Gegentor in der Nachspielzeit in Kiel schenkten die Münchner den Sieg mit Glück diesmal nicht mehr her.

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