15.01.2021 - 22:06 Uhr
MünchenSport

Kommentar zum Urteil gegen Erfurter Doping-Arzt: Verbotene Liebe

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Der erste Doping-Prozess in Deutschland ist beendet: Mediziner Mark. S. muss fast fünf Jahre lang hinter Gitter. Trocknet der Doping-Sumpf nun aus? Ein Kommentar von Redakteur Fabian Leeb.

Gute Miene zum bösen Spiel: Der deutsche Sportmediziner Mark S. (Mitte), angeklagt als Drahtzieher eines internationalen Doping-Netzwerks im Radsport und Wintersport, flachst mit seinen Anwälten Alexander Dann (rechts) und Yuri Goldstein.
von Fabian Leeb Kontakt Profil
Kommentar

Auf derartige "Liebesdienste" kann der Sport (Profis wie Amateure) geflissentlich verzichten. Wer à la Mark S. betrügt und dabei die Gesundheit, ja mitunter gar das Leben, von leichtgläubigen, erfolgssüchtigen Athleten aufs Spiel setzt, begeht schlichtweg eine Straftat und handelt nicht im Sinne des sportlichen Geists. Vielmehr fungieren hier Hab- und Geldgier sowie überbordende Geltungssucht als Triebfedern. Durch die Haftstrafe im Zuge der "Operation Aderlass" hat das neue Anti-Doping-Gesetz - wenn man so will - seine Feuertaufe bestanden.

Die Hoffnung, dass die nun vielzitierte Abschreckung auch weitere Dopingsünder in der großen, weiten Welt des Sports zum Umdenken zwingt, umwehen starke Zweifel. Zu groß ist das öffentliche Verlangen nach immer schnelleren Zeiten, höheren Sprüngen und weiteren Würfen. Persönliche und nicht nur sportliche Strafen sind daher die einzige Option, die Endlichkeit natürlicher, menschlicher Leistungsgrenzen wieder ins Bewusstsein zu rücken. In diesem Sinne hat der Erfurter Doping-Arzt Mark S. dem Sport letztendlich vielleicht doch einen großen Dienst erwiesen - wenn auch nicht aus Liebe.

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