Triathlon daheim: Neuauflage der Challenge Brünnthal

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Seinen großen Traum vom Langdistanz-Triathlon in Roth sieht Rainer Steuerl auch in diesem Jahr in Gefahr. Deshalb organisiert er wieder seinen eigenen Wettkampf und baut dafür ein neues 25-Meter-Schwimmbecken.

Rainer Steuerl vor seinem neuen Schwimmbecken für die „Challenge Brünnthal 2.0“. Das steht nun auf einem Feld in der Nähe seines Wohnhauses, ist 25 Meter lang und 2,5 Meter breit.
von Christian Frühwirth Kontakt Profil

Im zweiten Jahr in Folge funkt Corona dazwischen: Der Triathlon in Roth wurde verlegt, von Juli in den September. Doch Rainer Steuerl ist skeptisch: "Ich glaube nicht, dass es diesmal etwas wird." Deshalb wird der 40-Jährige aus Brünnthal bei Kastl (Kreis Amberg-Sulzbach) auch in diesem Jahr wieder am Termin der Challenge Roth, dem 4. Juli, die Challenge Brünnthal ausrichten. Über die Langdistanz: 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,195 Kilometer Laufen.

Ein paar Wochen davor, am eigentlichen Termin des Triathlons in Ingolstadt, dem 12. Juni, gibt es rund um den alten Hof, den Steuerl bewohnt, einen Wettbewerb über die Mitteldistanz (1,9 km, 90 km, 21 km). Geschwommen wird dabei in einem selbst gebauten Schwimmbecken. Das steht seit dem Osterwochenende, ist 25 Meter lang und 2,5 Meter breit - und damit gut einen halben Meter breiter als im Vorjahr. Und es steht nicht mehr direkt hinter dem alten Kuhstall, sondern ein paar Meter weiter auf einem Feld, auf dem in einigen Wochen Lupinen blühen werden. "Ich wollte ihn einfach mehr in der Sonne haben", erklärt Steuerl den neuen Standort.

24 Ballen

Die Konstruktion ist ähnlich der des Modells hinter dem alten Kuhstall vom vergangenen Jahr. Strohballen, jeder 2,5 Meter breit, bilden die Wände. Je zehn stehen auf den Längsseiten, je zwei auf den Stirnseiten. Darüber kommt eine Silofolie und gehalten wird das Ganze von 24 Holzstützen. Die ersetzen die Gitterboxen voll Brennholz und Paletten mit Dachziegeln und Pflastersteinen, die Steuerl im Vorjahr zum Stabilisieren der Strohwände benutzte.

Knapp zwei Tage lang bauten Rainer Steuerl, sein Vater Gert, Nachbar Norbert Bleisteiner und einige Helfer an dem Becken. Ganz fertig ist es noch nicht. "Ich habe noch eine dickere Folie bestellt, erst dann können wir es komplett füllen", erzählt Rainer Steuerl. Noch wäre das Wasser auch viel zu kalt für das Schwimmtraining. Spätestens Anfang Mai sollte das dann aber möglich sein, um sich auf die Wettkämpfe vorzubereiten. Für die lädt Steuerl ein paar Freunde ("nach den dann geltenden Vorschriften")zum Mitmachen ein, im Juni beispielsweise möchte der beidseits Unterschenkelamputierte Maximilian Schwarzhuber aus Wolnzach seinen erste Mitteldistanz absolvieren.

Das letzte Mal Langdistanz?

"Es sollen coole Tage mit viel Spaß werden", sagt Steuerl auf die Frage nach seinem Ziel. Das ist ja eigentlich immer noch eine Teilnahme in Roth. Sollte die dann im Herbst wieder nicht klappen, möchte der 40-Jährige künftig etwas kürzer treten: "Wenn die Challenge in Roth dieses Jahr wieder nicht stattfindet, stelle ich meine Langdistanz-Karriere vorerst ein. Dafür ist der Trainingsaufwand einfach zu groß."

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Amberg

Rainer Steuerl schwamm 2020 im selbst gebauten 25-Meter-Becken hinter einem alten Kuhstall

Hintergrund:

Zur Person: Rainer Steuerl

  • 40 Jahre alt, wohnt in Brünnthal bei Kastl, Kaminkehrermeister
  • Rund 20 Jahre lang Fußballer beim TuS Kastl
  • Seit fünf, sechs Jahren Triathlet
  • Die Idee, sich selbst ein Wettkampfbecken zu bauen, bekam er beim Internet-Surfen, als er ein Foto eines Triathleten aus Neuseeland vor einem selbst errichteten Pool sah
  • Absolvierte die Challenge Brünnthal 2020 in 11:15 Stunden

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